Dominik Holderegger, Direktor Raiffeisenbank Wil und Umgebung, lud zum Kundenanlass in die Tonhalle ein.
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Raffael Eigenmann, Leiter Finanzberatung, und sein Team, sind für die Kunden da.
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Chefstratege Bank Vontobel, Dr. Thomas Steinemann, fasste die Krise mit einfachen Worten zusammen.
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Von Grün über Blau geärgert zu Rot sehen verlief die Krise und ist wohl noch nicht ausgestanden.
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Alles geht zu Raiffeisen
Die Raiffeisenbank lud zur Kundenveranstaltung in die Tonhalle Wil ein.
Ueli Merz
Rückblick und Zukunftsszenarien waren nach der schlimmsten Finanzkrise das Hauptthema.
Die Raiffeisenbank Wil und Umgebung lud ihre Kundinnen und Kunden zum Informationsanlass in die Tonhalle Wil ein, die sich mit über 200 Besuchern ansehnlich füllte. Nach kurzer Einführung durch Bankdirektor Dominik Holderegger übergab er das Wort an den Chefstrategen der Bank Vontobel, Dr. Thomas Steinemann.
Keine Vorausschau ohne Rückblick auf das Geschehene ist das übliche Motto. Allerdings kann diesmal aus der katastrophalen Zeit der vergangenen Wochen und Monate keine schlüssige Prognose gezogen werden.
Chronologie der Ereignisse Als Fiebermesser für Vertrauen und Krisen zog Thomas Steinemann den Interbankenzins Libor hinzu, der in guten Zeiten tief und in der aktuellen Krise sehr hoch stieg. Den Anfang machte die Wirtschaftskrise 2001/02 in den USA, als die Regierung die Wirtschaft mit tiefsten Zinsen ankurbelte, was die Amerikaner dann mit fast geschenktem Geld auch taten und sich unter anderem mit Immobilienkäufen über die Ohren verschuldeten. Um die überbordende Immobilienpreisentwicklung zu dämpfen, wurden die Leitzinsen angehoben. Wegen der Überschuldung verloren viele Amerikaner Hab und Gut, was im August 2007 zur Hypothekenkrise führte, als die quasi-staatlichen Hypofinanzierer Konkurs gingen. Mit der Insolvenzerklärung der Investmentbank Lehman Brothers am 10. Sept. 2008 verlor der Finanzmarkt das letzte Vertrauen. Das kollabierende Finanzsystem hat Auswirkungen auf die Realwirtschaft, weil die Geld- und Kreditmärkte verstopft sind.
Verdorbene Anlagenwirtschaft Die gesamte Anlagenwirtschaft ist dramatisch betroffen. Am Besten stehen noch Staatsanleihen da, am Schwächsten sind Aktien von Schwellenländern. Es gibt kaum ein Portfolio, das im Trockenen blieb.
Szenarien für die Zukunft Szenarien entwickelt man immer, wenn man nicht mehr weiter weiss, nämlich ein positives mit rascher Beruhigung, ein negatives mit einer Verschärfung der Lage und ein Hauptszenario mit langsamer Beruhigung. Alles bisher Beschriebene bezog sich auf den US-Finanzmarkt. Der europäische Markt und auch der Schweizer Finanzmarkt gerieten in kleinerem Mass aus den Fugen. Der globale Vertrauensverlust in die Finanzinstitute hat auch in der Schweiz zu staatlicher Unterstützung namentlich der UBS geführt. Allerdings kann der Bund mit dem zur Verfügung gestellten Kreditrahmen durch die Beteiligung am Bankenvermögen zukünftig von den Gewinnen profitieren. Konkrete Aussagen zur Zukunft blieben verständlicherweise aus.
Die 8 Gebote der Geldanlage Raffael Eigenmann konnte als Leiter der Finanzberatung allgemeingültige Tipps geben, die sich mit der Krise nicht verändert haben. Er zeigte einen Portfoliovergleich, der dank den Tipps bei einem diversifizierten Portfolio den Wertverlust seit Jahresbeginn von 17% aufwies, gegenüber einem andern zufällig zusammengetragenen Anlagenkorb mit 35% Wertverlust bei gleichem Aktienanteil von 50%. Ein allgemeingültiger Tipp ist: Als Kunde soll man den Berater kennen, der wiederum soll den Kunden kennen und seine Bedürfnisse richtig umsetzen. Beim Apéro unterhielten sich die Gäste und Kunden der Raiffeisenbank rege mit den MitarbeiterInnen der Finanzberatung, wobei niemand sich den Appetit durch die Finanzkrise verderben liess.
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