Do, 17.05.2012
Jahrgang 13, Nr. 4521
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Die Wiler Parteien stellten am Podium ihre Schwerpunkte vor.
Parteisprecher Guido Bünzli von der SP: „Die Ablehnung der Grünau-Strasse ist etwas vom Besten, was je passieren konnte.“
SD-Präsident Hans Wohlwend: „Mehr Polizei gäbe vor allem älteren Leuten ein gutes Gefühl.“
SVP Sprecher Klaus Rüdiger: „Wir müssen die Ängste der Leute ernst nehmen und brauchen darum mehr Polizei.“
FDP Norbert Hodel: "Es gilt den Autobahn-Anschluss Wil-West vorantreiben".
CVP Richard Habenberger: "Es braucht eine neue Stadtplanung".
Ruth Schelling (parteilos): Die Grünau-Strasse war zu wenig im Detail ausgearbeitet.“
Grüne/prowil Yvonne Gilli: „Die subjektive Sicherheit erhöht sich, wenn die Strassen belebt sind. Ausserdem ist eine gute Durchmischung des Volkes notwendig.“

Einheitlich für Tagesstrukturen
Am Mittwoch-Abend fand in der Klinik zu Wil eine Podiumsdiskussion statt. Vertreter aller Parteien diskutierten dabei hauptsächlich über die Themen Familien, Sicherheit, Verkehr und Regionalpolitik, es zeigte sich nur karges Interesse seitens des Publikum

26.08.2004, Simon Dudle
Ziemlich genau einen Monat vor den Wahlen am 26. September lud die Wiler Zeitung zu einer Podiumsdiskussion, bei der Themen diskutiert wurden, die den künftigen Gemeinderat betreffen. Norbert Hodel vertrat die FDP, Guido Bünzli die SP, Hans Wohlwend die SD, Klaus Rüdiger die SVP, Yvonne Gilli die Grüne Prowil, Richard Habenberger die CVP und Ruth Schelling war als parteilose Kandidatin an der Diskussion beteiligt.

Einen Monat vor den Wahlen lud die Wiler Zeitung zu einer Podiumsdiskussion in der Klinik. Und Moderator Stefan Millius hätte beinahe zu einer intimen Gesprächsrunde angesetzt, als sich doch noch ein paar Interessierte einfanden. Auffallend: Der Grossteil von ihnen steht auf einer der Wahllisten für den Gemeinderat.

Für Tagesstrukturen?
Ein Dauerbrenner, und darum gleich am Anfang der Diskussion thematisiert, war die Familienpolitik und somit die Tagesstrukturen. Alle Beteiligten sprachen sich dafür aus, auch wenn SVP-Mann Klaus Rüdiger betonte, dass der Bedarf nach ihnen ausgewiesen sein müsse. Ein Mittagstisch scheint grossmehrheitlich erwünscht zu sein. Yvonne Gilli der Grüne Prowil befürchtet aber, dass nur Personen, die keine andere Möglichkeit zum Essen haben, diese Möglichkeit wahrnehmen würden: „Eine Durchmischung ist notwendig, es muss zu einer interkulturellen Begegnungsstätte werden.“

Mehr Polizei notwendig?
Ein weiteres Thema war die Sicherheit in der Stadt. Sowohl FDP-Mann Norbert Hodel wie auch die parteilose Ruth Schelling bemängelten, dass die vorherrschenden Gesetze nicht greifen. Hodel: „Im Kanton St. Gallen wird viel zu wenig kontrolliert auf den Strassen. Im Thurgau stehe ich mit einem halben Fuss im Gefängnis, wenn sie mich beim Telefonieren im Auto erwischen.“ Erwartungsgemäss nicht einig wurde man sich in der Frage, ob mehr Polizei nötig ist.

Hans Wohlwend von den Schweizer Demokraten: „Mehr Polizei gäbe vor allem älteren Leuten ein gutes Gefühl.“ Klaus Rüdiger bestätigte das: „Wir müssen die Ängste der Leute ernst nehmen und brauchen darum mehr Polizei.“ Grünen-Vertreterin Yvonne Gilli sah einen anderen Ansatz: „Die subjektive Sicherheit erhöht sich, wenn die Strassen belebt sind. Ausserdem ist eine gute Durchmischung des Volkes notwendig.“

Wohin mit dem Wiler-Verkehr?
Ein grosser Aufreger ist das Wiler Verkehrsproblem. Bei diesem Punkt sind die Ansätze verschieden. Während Richard Habenberger, Parteipräsident der CVP, für eine neue Stadtplanung ist, möchte Norbert Hodel mit der FDP den Autobahn-Anschluss Wil-West vorantreiben, was wiederum Hans Wohlwend (SD) nicht ganz verstand: „Das Problem liegt im Stadtzentrum, der Transitverkehr gehört weg.“ Fast unumgänglich war, das Thema Grünau-Strasse erneut zu aufzuwerfen.

Während Guido Bünzli von der SP („Die Ablehnung der Grünau-Strasse ist etwas vom Besten, was je passieren konnte.“) und Ruth Schelling („Die Grünau-Strasse war zu wenig im Detail ausgearbeitet.“) klar dagegen waren, fragten sie die Befürworter, wie man das Problem in den Griff bekommen könnte.

Ein Wiler Hallenbad?
Auch zum Thema Regionalpolitik waren die Meinungen weit gestreut. Schwergewicht wurde auf den Bau eines Hallenbades gelegt. SP-Bünzli schlug vor, die Verbindungen nach Bütschwil so zu verbessern, dass das Toggenburger Hallenbad attraktiver würde. Hans Wohlwend hingegen brachte die Idee, das Freibad Bergholz zu überdecken und so gleichzeitig noch die Energie der Eishalle nutzen zu können. Der SD-Mann: „Ausserdem kostet das nur rund eine Million, während ein Neubau auf 20 Millionen zu stehen käme.“ Unterstützung bekam er von Klaus Rüdiger, der von 600'000 Franken Baukosten sprach.

Die Angst, dass der Fluglärm in Wil zunehmen könnte, ist weiterhin aktuell. Nur teilweise jedoch bei Norbert Hodel: „Ja, der Fluglärm stört mich. Und zwar jener der Kleinflugzeuge. An einem Sonntag fliegen pro Viertelstunde 6 bis 8 solche kleinen Flieger über Wil und verursachen einen viel grösseren Krach als die internationalen Flugzeuge.“
Die nächste Podiumsdiskussion zur gleichen Zeit und am gleichen Ort findet am Mittwoch, 8. September statt. Dann wird es hauptsächlich um den Stadtrat gehen.

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