Das Geheimnis des Wirtschaftspreises von swissregiobank wurde gelüftet. Er ging an die Firma Cleanfix in Henau.
Ein Wirtschaftsreferent der besonderen Klasse erheiterte die Szene in Cabaretist Gögi Hofmann in Dr. Ernst Spielmann.
Die "Goldenen Regeln der Innovationsförderung" präsentierte die Wirtschaftsberaterin Sonja Buholzer.
Anmoderation hiess es beim Referat des Wilers Gregor Stücheli, CEO der T-Systems.
„Perfektion ist das Ende von Innovation“ Das Wirtschaftsforum der wufa’05 beleuchtete wichtige Unternehmensthemen wie „Kreative Teams“ und „Innovationsförderung“, Highlight war die Wirtsvchaftspreisverleihung von swissregiobank.
02.09.2005, Niklaus Jung Die rund 350 Unternehmer am Wirtschaftsforum der wufa’05 dürften sich in ihren Vorstellungen bezüglich Unternehmensführung kräftig durchgeschüttelt gefühlt haben. Mehrfach wurden Gewohnheiten der Mitarbeiterführung deutlich in Frage gestellt. In den Referaten der verschiedenen Wirtschaftsführern kamen aber auch gut verständliche Tipps daher, wie Innovation und Unternehmenserfolg gestärkt werden können.
Im Zentrum der Tagung standen der Innovationsgeist und die Forderung an die Politik, sich der Bedürfnisse der Wirtschaft bewusst zu werden. Josef A. Jäger, Präsident des Vereins Wirtschaftsraum Wil-Uzwil-Flawi, hob hervor, dass mit dem Wirtschaftsforum ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Unternehmen in der ganzen Region geleistet werden könne.
Durch den Anlass führte die Wirtschaftsredaktorin von SF DRS, Marianne Fassbind. Eine willkommene Auflockerung besorgte der Überraschungsgast Gögi Hofmann als Dr. Ernst Spielmann vom Bundesamt für Wirtschaftsförderung in Bern.
Auftakt mit Wirtschaftspreis Die siwssregiobank nahm bereits zum zweiten Mal die Gelegenheit wahr, an der wufa ein regionales Unternehmen für seine innovativen und erfolgreichen Produktlancierungen. Der Preisträger ist die Firma Cleanfix Reinigungssysteme in Henau. Urs Kuhn, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei swissregiobank betonte, dass sie mit dem Preis regionalen Unternehmungen ein attraktives Schaufenster öffnen wollten, der Ort des Wirtschaftsforums sei eine optimale Möglichkeit.
Die Goldenen Regeln der Innovationsförderung beleuchtete Dr. phil. Sonja A. Buholzer, persönliche Beraterin von Wirtschaft und Politik und Inhaberin der Wirtschaftsberatung Vestalia Vision Zürich. Innovation, so die Referentin, entstehe durch Menschen, die sehen, was andere nicht sehen, die denken, was andere noch nie gedacht haben und auch manchmal wie Kinder, neue Fragen stellen. Europa und die Schweiz scheuten sich noch immer davor, die Besten zu fördern. Dies müsse geändert werden. In den Unternehmen dieses Landes hiesse dies: Förderung von interdisziplinärem Wissen und Können, von QuerdenkerInnen und GeisteswissenschafterInnen. Buholzer zitierte dazu den Satz, das vorgefasste Meinungen zu zertrümmern öfters schwieriger sei, als die Zertrümmerung eines Atomkerns. Auch zuviel der Perfektion könne dem Unternehmen schaden, es blockiere die Innovation.
Der gesunde Menschenverstand Beim nächsten Referenten, dem CEO von T-System, Gregor Stücheli aus Wil, ging es um den neuen Geist im Business. Stücheli machte in seinen Ausführungen deutlich, wie ein Plus an Innovationen im Betrieb ein Plus beim Umsatz ergebe und ein Minus bei den Herstellungskosten. Es müsse aber die Erkenntnis einsetzen, dass die drei Phasen eines Produktes auch drei unterschiedliche Anforderungen stelle.
Die Kreativphase, die Entwicklungsphase und die Einführung könnten schlichtweg nicht von einer Person allein optimal wahrgenommen werden, weil jeder Mensch nur seine gewissen Stärken habe. Es müsse akzeptiert werden, dass es unterschiedliche Typen von Menschen in einem Betrieb brauche, welche oftmals nicht sehr viel gemeinsam hätten, aber für ihren Job die optimale Lösung darstellten. Nicht zuletzt spiele oftmals auch der gesunde Menschenverstand eine wichtige Rolle.
Der ehemalige Handballspieler Urs Mühlethaler, er ist Profitrainer verschiedener Spitzenvereine, stellte insbesondere die Parallelen vom Sport zu den Abläufen in den Unternehmen her. Jeder Manager sei am Erfolgreichsten, wenn er die besten Leute einstelle. Das sei schnell gesagt, führe aber zu kritischen Fragen wie „Erträgt die Unternehmung kreative Menschen? Darf es Menschen geben, die alles in Frage stellen?“
Es müsse auch die Erkenntnis einstellen, dass gute Teams auch schlecht spielen können und dennoch einen Weg zum Sieg finden, in der Unternehmung nicht anders. Und eines dürfe man nicht vergessen: Die Leidenschaft steige mit der Partizipation am Erfolg.
Gesellschaftliche Fragen Der Unternehmer und Zürcher FDP-Nationalrat Ruedi Noser gab sich als letzter Referent quasi selber eine Hausaufgabe. „Die Politik muss die gesellschaftlichen Probleme lösen, um der Wirtschaft zu helfen“. Noser setzte dabei besonders beim Bildungswesen an, das in einigen Punkten besser werden müsse. Durchschnitt genüge einfach nicht. Er wehrte sich auch gegen die Zweiteilung der Wirtschaft in die „guten“ KMU und die „bösen“ Grossunternehmen.
Noser ging weiter noch auf das Thema Personenfreizügigkeit ein. Es sei reine Angstdiskussion ohne Selbstbewusstsein. „Ich sage ihnen“, so Noser, „Wir Schweizer werden zu den Gewinnern der Personenfreizügigkeit gehören“. Wir hätten eine hohe Lebensqualität, wir lebten in einem Land, wo man gerne Kinder aufziehe und das wirtschaftliche Umfeld stimme gleich auch noch, zusammen mit dem guten Bildungssystem.
Abschliessend erhielten die verschiedenen Referenten viel Applaus für ihre Beiträge. Seitens der Organisatoren zeigte man sich zufrieden mit dem Verlauf. Ganz im Sinnen bis zum nächsten Wirtschaftsforum an der wufa’06 schloss die erfolgreiche Veranstaltung.
Bewegt zu und her ging es beim ehemaligen Handballspieler Urs Mühlethaler (links). Der Unternehmer und Politiker Ruedi Noser beleuchtete die Möglichkeiten der Politik für die KMU.
350 Personen, darunter auch die städtische Prominenz, besuchten das Wirtschaftsforum der wufa'05.
Kompetent moderiert wurde das Forum von Wirtschaftsredaktorin SFDRS Marianne Fassbind.