Noch darf man Tipps geben, das Turnier hat noch nicht begonnen.
Und schon gilt es ernst, volle Konzentration.
Handyklingeln bedeutete das Ende Gut besuchtes Jugend-Schachturnier für Anfänger und Fortgeschrittene
14.02.2005, Christof Lampart Am Sonntag führte der Schachklub Wil ein Schachturnier für Jugendliche – Anfänger wie auch Fortgeschrittene - durch. Der spielerische Denksportevent wurde ein grosser Erfolg, kamen doch weit mehr Mädchen und Jungen als erwartet.
Das Klublokal, welches im Untergeschoss des Oberstufenzentrums Sonnenhof untergebracht ist, verfügt über zwei grosse und einen mittelgrossen Raum. Hinsetzen ist also normalerweise kein Problem. Beobachtendes Herumstehen auch nicht. Doch am Sonntag war beides keine Selbstverständlichkeit. Teilnehmer, Offizielle, schaulustige Verwandte, Bekannte und sonstige Neugierige zusammen gerechnet tummelten sich deutlich über 100 Personen in den Räumlichkeiten.
Fatales Handyklingeln Turnierorganisator Hans Karrer hatte alle Hände voll zu tun, um die Gekommenen in die Gruppen einzuteilen, Schachbretter und Sitzgelegenheiten zu organisieren. Gleichzeitig galt es, sich Gehör zu verschaffen. Und so pilgerte er von einem zum anderen Raum und wieder zurück, um die diversen Verhaltensregeln zu verkünden. Absolute Stille sei das Gebot, und wer den Kontrahenten bewusst störe, verliere das Spiel sofort, mahnte Karrer. Dazu gehöre auch das Läuten eines Handy.
Selbst der Schachweltmeister habe mal einen technischen KO. erlitten, als mitten im Spiel sein Mobiltelefon klingelte. Während Karrer auf die Regularien verweist, sind andere schon ganz bei der Sache. Einfache Eröffnungen werden geübt, das eine oder andere im Büchlein nachgeschlagen oder einfach ein wenig mit den Kolleginnen und Kollegen fachgesimpelt.
Tipps von der Enkelin Auch wenn die Mehrheit Buben sind, so befinden sich doch einige Mädchen unter den Teilnehmern. Schach war früher eine reine Männerdomäne, doch davon kann heute keine Rede mehr sein. Wie um den Beweis anzutreten, setzt ein kleines Mädchen im Primarschulalter und mit blonden Zöpfen und viel Elan ausgestattet mit einer reifen Angriffsleistung gerade ihren Grossvater schachmatt.
Nur um kurz darauf dem Alten lustvoll zu erklären, wie er sich das nächste Mal in der gleichen Situation besser verhalten könne. Flugs sind die Figuren wieder aufgestellt und eine neue Partie beginnt. Es gibt halt auch solche, die können vom „Spiel der Könige“ nie genug bekommen, auch wenn in wenigen Minuten schon bereits das offizielle Turnier startet
Diszipliniert Wenig später sind auch die Computerprogramme gestartet und die letzten Teilnehmer instruiert worden. Viele suchen ihren Platz und es mutet für Aussenstehende geradezu erstaunlich an, wie schnell, diszipliniert und effizient das Ganze vor sich geht. Laut Gesprochen wird nicht, wie wenn man nicht nur den Gegner schonen, sondern auch seine eigene Ruhe bewahren wollte.
Die Schachuhren werden auf 15 Minuten gestellt und schon geht es wenige Augenblicke später los. Lautlos, schnell und präzise halt. Wie es nicht anders zu erwarten war...
Das Turnier ist über drei Räume bis auf letzte Plätze belegt.
Schachmeister Hans Karrer gibt die Regeln bekannt.