Jean-François Bell (beim Kopfball) zeigte bereits eine solide Leistung.
Auch Mattia Croci-Torti (der Wiler rechts) spielte gut und meldete Wohlens Regisseur Schultz ab.
Gelungene Einstände und ein Phänomen Im zweiten Heimspiel binnen sechs Tagen besiegt der FC Wil den FC Wohlen 2:0.
26.02.2006, Simon Dudle/Martina Hess Nach der 2:5-Niederlage vor knapp einer Woche gegen Chiasso wurde gegen Wohlen die Chance zur Rehabilitation geboten. Der FC Wil nahm diese wahr und besiegte die Aargauer trotz Schwierigkeiten in der ersten Halbzeit am Ende verdient mit 2:0. Sokol Maliqi erzielte einen Doppelpack und die drei Neuverpflichtungen Bell, Croci-Torti sowie Silvio zeigten ansprechende Leistungen.
Der Match gegen Wohlen war ein unangenehmes Spiel für den FC Wil, da alle einen Sieg erwarteten. Einerseits musste auf das 2:5 gegen Chiasso eine Reaktion folgen, andererseits ist in einem Heimspiel gegen einen schlechter klassierten Verein der Dreier Pflicht. Doch die Aargauer waren in den letzten Partien erstarkt und kassierten vier Mal hintereinander kein Gegentor.
Die Äbtestädter bekundeten in der Mitte von Halbzeit eins denn auch einige Mühe und hätten nichts gegen einen Rückstand sagen können. Drei gute Chancen besass der FC Wohlen, wobei vor allem Topskorer Milos Melanovic alleine vor Wil-Hüter Daniel Lopar hätte reüssieren müssen. Sein Visier war jedoch schlecht eingestellt und er verfehlte das Ziel.
Das Phänomen Maliqi So sollte es dem Phänomen Sokol Maliqi vorbehalten sein, die Partie schon vor der Pause zu Gunsten des FC Wil zu entscheiden. Er ist deshalb ein Phänomen, weil man ihn die ganze erste Halbzeit genau zwei Mal gesehen hatte. Zuerst konnte er im Anschluss an einen Einwurf per Fallrückzieher den Führungstreffer erzielen (38.), in der Nachspielzeit setzte er nach einer Standartsituation noch einen drauf und erhöhte auf 2:0. Es waren bereits seine Saisontore Nummer 12 und 13. Zuvor war das Spiel völlig an ihm vorbeigelaufen und er bekam kaum einen Ball zu Gesicht.
Die Vorlage zum zweiten Tor hatte der brasilianische Neuzuzug Silvio gegeben, womit der Stürmer eine mehr als ordentliche Leistung unterstrich. Seine Ballbehandlung war bereits im ersten Spiel eine Augenweide. Wenn er noch besser in das Team integriert ist und mehr in die Tiefe angespielt wird, dürfte er zu einem Versprechen für die Zukunft werden. Dabei hatte die Partie für Silvio denkbar ungünstig begonnen. Schon nach dreieinhalb Minuten sah er wegen einer Schwalbe die gelbe Karte und wurde in der Folge des Öfteren aus dem Offside zurückgepfiffen.
Weitere positive Debüts Auch die restlichen Neuzuzüge zeigten mehr als anständige erste Spiele. Mittelfeldspieler Mattia Croci-Torti hatte den Spezialauftrag gefasst, das Revier von Wohlens Spielmacher Alain Schultz einzuengen und erledigte dies tadellos. Des Weiteren setzte er auch offensive Akzente. Jean-François Bell – der zweite dunkelhäutige Zuzug bei den Wilern – war ebenfalls eine Verstärkung. In der neu formierten Innenverteidigung sorgte er nach einer Angewöhnungsphase für Ordnung. Trainer Maurizio Jacobacci glaubt, dass von diesem Spieler noch viel zu erwarten ist: „Bell hat erst 40 Prozent von seinem möglichen Potenzial ausgeschöpft und zeigte schon eine solide Leistung. Wenn er voll trainiert ist wird er zu einer echten Verstärkung für uns“, so der Trainer.
Mit Elvir Melunovic kam ein weiterer Neuzuzug zum Einsatz, jedoch nur für wenige Minuten. Seine Leistung kann somit erst in den nächsten Spielen beurteilt werden. Das Wichtigste waren ohnehin die drei Punkte, womit der FC Wil nun zusammen mit Luzern das stärkste Challenge Leauge Team der Deutschschweiz ist. Auch Maurizio Jacobacci war zufrieden: „Ein grosses Kompliment an die Mannschaft. Sie hat zu ihrer Solidität zurückgefunden und die Vorgaben je länger das Spiel dauerte, desto besser umgesetzt.“
FC Wil 1900 - FC Wohlen 2:0 (2:0)
Bergholz: 710 Zuschauer – SR: Salm.
Tore: 38. Maliqi 1:0, 45. Maliqi 2:0.
FC Wil 1900: Lopar; Schönenberger, Bell, Longo (89. E. Zverotic), Hämmerli; Previtali; Croci-Torti, Taljevic (88. Melunovic), A. Nushi; Maliqi, Silvio (80. Sabanovic).
FC Wohlen: Leite; F. Viceconte, Knezevic, Iten (46. Schirinzi), Passerini; Heiniger (46. C. Viceconte), Grüter, Schultz, Colacino; Karanovic (67. Roduner), Malenovic.
Bemerkungen: Wil ohne Oberli, K. Nushi, Bochud, Ivelj (verletzt), Gsell (gesperrt) und Mica (noch nicht spielberechtigt). Wohlen ohne Dias und Gastaldi (verletzt). Verwarnungen: 4. Silvio (Schwalbe), 44. A. Nushi (Foul), 64. Schirinzi (Unsportlichkeit), 80. Maliqi (Reklamieren). 84. Tor von Maliqi wegen Offside annulliert.
Agim Nushi hatte in der zweiten Halbzeit eine Tormöglichkeit, reüssierte aber nicht.
Kam zu einem Kurzeinsatz am Schluss: Neuzuzug Elvir Melunovic.
Marco Hämmerli bei einer Offensivaktion, die nicht von Erfolg gekrönt ist.
Auch Verteidiger Marion Schönenberger (am Ball) besass zwei Torchancen.
Sokol Maliqi (links) erzielte die entscheidenden beiden Treffer, obwohl er kaum zu sehen war.
Fasnacht auch im Bergholz: Das Wiler Prinzenpaar schaute sich das Spiel an.