Beziehungsarbeit – eine wertvolle Billiglinie? Am Freitag, 11. Mai findet das 6. Symposium Pflegebeziehung der Kantonalen Psychiatrischen Dienste – Sektor Nord in Wil statt. Mit viel Fachkompetenz und Prominenz.
08.05.2007, Barbara Fosco Das Wiler Pflegesymposium vom 11. Mai, 09.30-16.15 Uhr in der Psychiatrischen Klinik Wil verspricht spannend zu werden. Referate von in- und ausländischen Fachkräften wechseln ab mit musikalischen Intermezzi von Piano und Saxophon. Den Abschluss bildet um 15 Uhr eine Podiumsdiskussion, an der nicht nur die drei Tagesreferentinnen teilnehmen, sondern auch die St.Galler Gesundheitschefin, Regierungsrätin Heidi Hanselmann. Die Tagung richtet sich an Pflegende und an Interessierte anderer Berufsgruppen.
Bruno Facci, Leiter Pflegedienst/Geschäftsleitungsmitglied KPD-SN, konnte für sein 6. Symposium "Pflegebeziehung" namhafte Referentinnen gewinnen.
Ethisches Bündnis versus Geschäftsbeziehung Die zunehmende Ökonomisierung des Gesundheitswesens droht das traditionelle Bündnis zwischen Pflegenden und Pflegebedürftigen in eine reine "Geschäftsbeziehung" zu überführen. Welches sind die Konsequenzen für die Lebensqualität der beteiligten Partner, der Pflegenden wie der pflegebedürftigen Menschen? Die Zürcher Professorin Silvia Käppeli geht dem Paradigmawechsel nach.
Wer misst und beurteilt? Im Gesundheitswesen sind diejenigen, welche punkto Pflegebeziehungen am kompetentesten wären – nämlich die Pflegenden und die Pflegebedürftigen – kaum zuständig, wenn es darüber zu entscheiden gilt, was denn effiziente und effektive Leistungen wären. Die "Evidence based medicine" vermag eine Verbindung zwischen Effektivität und ökonomischer Effizienz der medizinischen Versorgung herzustellen. Aber zwei grundlegende Probleme stellen sich trotzdem. Die Ökonomin Mascha Madörin erklärt in ihrem Referat, welche.
Wie viel (Pflege-)Beziehung braucht der Mensch? Diese Frage liesse sich dann einfach beantworten, wenn es aussagekräftige, ethische Methoden der Pflegezeitbemessung gäbe. Professorin Sabine Bartholomeyczik geht in ihrem Referat näher auf das Projekt der Pflegezeitbemessung im Rahmen der deutschen Pflegeversicherung ein. Ein Fazit: Beziehungsarbeit als wichtige Form des Umgangs mit pflegebedürftigen Menschen kommt in den Zeitmessungen nicht vor.
Interessantes Podiumsgespräch Neben der pflegerischen und der ökonomischen wird mit der St.Galler Regierungsrätin Heidi Hanselmann auch die politische Kompetenz am Podiumsgespräch nicht fehlen. Moderiert wird dieses Gespräch unter Fachkräften verschiedenster Couleur von der Journalistin Kathrin Zellweger.
Letzte Plätze frei Für das Symposium vom 11. Mai 2007, 9.30-16.45 Uhr, in der Psychiatrischen Klinik Wil, sind noch einige Plätze frei. Nähere Informationen/Anmeldungen: Doris Minder, Sekretariat Pflegedienstleitung Psychiatrische Klinik Wil, Tel. 071 913 13 27, Mail: doris.minder@gd-kpdw.sg.ch ; vgl. auch Homepage www.psychiatrie-nord.sg.ch/aktuell/veranstaltungen.asp
____________________________________________________________________________________________ Die Referentinnen Sabine Bartholomeyczik, Prof. Dr.rer.pol. und Dr.habil. Professorin Epidemiologie-Pflegewissenschaft, Universität Witten/Herdecke, Deutschland
Silvia Käppeli, Prof. PD Dr. Leiterin des Zentrums für Entwicklung und Forschung Pflege am Universitätsspital Zürich
Mascha Madörin Ökonomie-Studium an der Universität Basel, Lizenziat mit Spezialisierung in Entwicklungsökonomie und Geschichte und Methoden der Volkswirtschaftslehre, frei schaffende Ökonomin