Do, 17.05.2012
Jahrgang 13, Nr. 4521
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Nach dem gelungenen Anstich: Zum Wohl!
Herzlicher Empfang für den diesjährigen Ehrengast Christa Rigozzi.

Gelungener Fassanstich – gelungenes Fest : Die Wiler Hofchilbi 2007.
Schon beim dritten Hammerschlag spritzte das Bier: Ehrengast Miss Schweiz 2006, Christa Rigozzi eröffnete mit dem Fassanstich die diesjährige Hofchilbi – ein Fest in der Wiler Altstadt, das bis in die Morgenstunden andauerte.

29.07.2007, Gerhard Kasper
Nach gelungenem Fassanstich und kurzer Vorstellung des Ehrengastes Christa Rigozzi durch den OK Präsidenten Mike Holenstein, spielte die „Högl Fun Band“ kräftig auf und sorgte für die massive akustische Kulisse des Volksfestes. Der warme Sommerabend, die vielen Verpflegungsstände und – natürlich – das Bier trugen das Ihre zur tollen Stimmung bei.

Viel Volk hatte sich versammelt und wartete gespannt auf den Einzug der Miss Schweiz 2006 mit dem sechsspännigen Pferdefuhrwerk. Thronend zuoberst auf den 42 Holzfässern, winkte sie den begeisterten Zuschauern zu, während die sechs Brauereipferde mit der "kostbaren Fracht" auf den Hofplatz brausten. Vor dem Pancratius-Brunnen machten sie Halt, und dicht gedrängt verfolgten die Schaulustigen die Vorbereitungen zum Anstich.


Gelungener Auftakt
Knapp nach 18.30 Uhr holte Ex-Miss Schweiz zum Schlag aus, und der Hammer krachte auf den Zapfhahn. Drei weitere Schläge, und das Bier spritzte aus dem Spundloch: Gelungener Startschuss zum traditionellen Bierfest auf dem Hofplatz. Man hätte der zierlichen jungen Dame solche Wucht gar nicht zugetraut.

Der OK Präsident Mike Holenstein führte dann mit dem Ehrengast ein kurzes Interview auf der Bühne der Högl-Band. Mit erfrischender Herzlichkeit beantwortete Christa Rigozzi die Fragen und gewann die Herzen der Zuschauer im Nu – zumal auch später noch eine Autogrammstunde angesagt war.

Fürs leibliche Wohl gesorgt
Was wäre ein Volksfest ohne Bratwurst-, Schüblig-, Schnitzelbrot- und andere Stände! Allein schon der verführerische Geruch, der einem um die Nase streicht, macht Gluscht. So bildeten sich denn auch vor den Ständen lange Schlagen hungriger Besucher. Das Warten lohnte sich, denn was da von Grill und Pfanne angeboten wurde, war von feinster Qualität! Und dann das Unvermeidliche: So fein diese Volksfest-Spezialitäten schmecken, so viel Durst machen sie. Und was macht den Durst erst schön? - Bier! Davon gabs nun, dem Anlass gemäss, auch wahrlich genug.

Die 30 Eimer Bier (ca. 1125 Liter), der traditionelle Bierzins, dieses Jahr gestiftet von der Feldschlösschen Brauerei, waren bald aufgezehrt, doch es mangelte nicht an Nachschub: Fässchen um Fässchen wurde heran gekarrt, an den Zapfhahn angeschlossen – und fast ebenso rasch von den durstigen Festbesuchern geleert.

Auch fürs Auge . . .
Stieg auch der Geräuschpegel durch Musik und Unterhaltungen immer höher, vermochten die Girls der Gymnastikgruppe Kreuzlingen mit ihrem Auftritt die Stimmung noch weiter zu heben. Trotz des ungewohnten Teerbelages - sie tanzen sonst auf feineren Unterlagen – begeisterten die jungen Damen das Publikum mit rassigen Tänzen zu feurigen Rhythmen.

Attraktive Tombola
Traditionsgemäss wartete der KTV Wil Handball, der diesjährige Organisator, mit einer attraktiven Tombola auf. Zahlreiche Preise im Gesamtwert über Fr. 5'000 standen für die glücklichen Gewinner bereit: Von der Röstiraffel über erlesene Weine bis zum Mountain-Bike und Gross-TV reichte die Palette.

Checkübergabe an die Stiftung Hof zu Wil
Am 26. Juni 2007 konnten die Handballer des KTV Wil einen Teil des Erlöses der Hofchilbi 2006, nämlich Fr. 3'000, der Stiftung Hof zu Wil als Geschenk für die erweiterte zweite Bauetappe überreichen. Bleibt zu hoffen, dass sich das wunderschöne Wetter und die tolle Stimmung wiederum so positiv auf die Einnahmen auswirken, dass der Beitrag womöglich noch vergrössert werden kann.


Kleiner historischer Rückblick
Ein finnisches Volksepos schildert die Erschaffung der Welt in 200 Versen, in 400 Versen aber erklärt es den Ursprung des Bieres! Auch andernorts wird das Bier erwähnt, besungen und geehrt. Kein Wunder, galt doch das Bier während Jahrhunderten nicht nur als Durstlöscher, sondern als bekömmliches und stärkendes Nahrungsmittel.

Der Wiler Bierzins an das Kloster St.Gallen war nicht etwa der einzige seiner Art. In der ältesten Urkunde, die Wil erwähnt, wird berichtet, dass der Bauer Rothpald im Jahr 754 dem Abt von St.Gallen seine Güter geschenkt hat; zudem verpflichtete er sich unter anderem auch, jährlich 30 Eimer Bier abzuliefern.

Im Jahr 1540 wurde an den Hof, damals Verwaltungssitz des Klosters St. Gallen, die heute noch vorhandene Kapelle angebaut. Die Kirchweihe wurde dann jährlich bis ins Jahr 1722 als Hofchilbi begangen. Wegen schlechter Zeiten wurde dann allerdings der festliche, weltliche Teil abgesetzt. 250 Jahre später beschloss die damalige Hofbrauerei Wil, die Hofchilbi wieder aufleben zu lassen, und seither findet dieses Volksfest jedes Jahr statt.

Stadtarchivar Werner Warth berichtet von den Forschungen des Historikers Walther ab Hohlenstein, der 1974 seine Forschungen in der kleinen Studie „30 Eimer Bier“ zusammengestellt hatte.
Diese 30 Eimer müssen eine Art „Standard-Zins“ gewesen sein, denn sie tauchen in sehr vielen Archivstellen auf („XXX siglas de cervisa“). Aus dem 8. Jahrhundert finden sich Beispiele von Lehenszinsen ans Kloster St.Gallen:
aus dem Breisgau, Wil, Heldswil, Zuzwil, Konstanz, Weigheim (Württemberg), Baldingen (Baden), Gonterswilen, Romanshorn.
Weil das damalige Bier nur sehr beschränkt haltbar war, wurde das Kloster ziemlich regelmässig über das ganz Jahr über mit dem Gerstensaft versorgt. Die Aufzeichnungen zeigen, dass ausser im Dezember in allen Monaten Bierzinse an das Kloster entrichtet wurden; nach Schätzungen müssen es monatlich mehr als 2000 Liter gewesen sein.
Der Konsum allerdings sollte keine Probleme gemacht haben, betrug er doch täglich zwei bis drei Liter.

Anstich.
42 Fässer Bier.
Kurzes Interview nach dem Anstich mit Mike Holenstein, OK Präsident.
Grosser Einsatz der KTVler.
Es fliesse der Gerstensaft.
Eintritt beim Schnetztor, Humpenverkauf.
Vielseitige kulinarische Angebote.
Bier her!
Gymnastikgruppe Kreuzlingen sorgt für visuelle Unterhaltung.
Högl Fun Band: Stimmung und Unterhaltung.
KTVler KR Armin Eugster.
"China-Aeppli": Alle Jahre wieder beim Wiler Bierzins.
Norbert Hodel mit Ehefrau Claire und SR Beda Sartory.
Genuss pur.
Dank des warmen Wetters kamen über 1000 Gäste auf den Hofplatz.
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