Die wunderschöne Niederbürer Orgel wurde von einer grossen Könnerin gespielt.
Ursula Hauser begeisterte mit ihrer musikalischen Vielfalt auf der Königin der Instrumente.
Die Hände sind stets auf der Tastatur in Bewegung......
......und die Füsse spielen gleichzeitig Melodien auf dem Pedal - und alles wirkt leicht und locker.
Gold und Silber Mit einem abwechslungsreichen Konzert verwöhnte die Organstin Ursula Hauser die zahlreichen Gäste in der Michaels-Kirche, Niederbüren.
08.10.2007, Vroni Krucker Die in vielen europäischen Ländern bekannte Organistin Ursula Hauser begeisterte am Sonntagabend die etwa einhundert Konzertbesucher mit stimmungsvollen Vorträgen auf der wunderschönen Niederbürer Orgel. Das umfangreiche Repertoire reichte von Johann Sebastian Bach bis zu Paul Lincke.
„Gold und Silber“ heisst eine Komposition von Franz Léhar, die am Sonntagabend von Ursula Hauser präsentiert wurde. Golden war aber das ganze Programm, zusammengestellt und meisterhaft gespielt von einer absoluten Könnerin. Die bescheidene Musikerin kennt und liebt „die Königin der Instrumente“ und entlockt ihr Töne verschiedenster Stilrichtungen. Damit zeigt sie immer wieder, das fast unerschöpfliche Spektrum und die immense Vielfalt dieses Instrumentes. Die etwa einhundert Konzertbesucher in Niederbüren bedankten sich mit einer „standing ovation“ für den herrlichen Genuss.
Die Orgelkommission begeistert Kirchenpräsident Richard Hollenstein erklärte, dass die Orgelkommission auf ihrer Besichtigungstour im Jahr 2002 mit Begeisterung dem Spiel von Ursula Hauser zugehört hätte. Sie ihrerseits habe damals versprchen , auf der neuen Niederbürer Orgel einmal ein Konzert zu geben – und hat Versprechen am Sonntagabend eingelöst.
Toccata und Fuge d-moll von Bach Johann Sebastian Bach (1685-1780) stammt aus einer weitverzweigten lutherischen Musikerfamilie und war das jüngste von acht Kindern des Stadtpfeifers und Hoftrompeters Johann Ambrosius Bach und dessen Frau Elisabeth. Er gilt heute als einer der größten Tonschöpfer aller Zeiten, der die spätere Musik wesentlich beeinflusst hat. Mit seiner sehr bekannten Fuge d-moll BWV 565 eröffnete Ursula Hauser die Konzertstunde. Es folgte das „Allegro assai vivace“ aus der Orgelsonate I op.65 von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847). Die Komposition zeigte eindrücklich, wie vielfältig eine einzige Melodie gestaltet werden kann
Toccato und Boléro Das „Allegretto“ op.29 von Alexandre Guilmant (1857-1911) entpuppte sich als Komposition, die mit der aufsteigenden und abklingen Lautstärke vielleicht an Meereswogen oder ein langsam aufziehendes und wieder erlöschendes Gewitter erinnern konnte. Die „Toccata“ von Eugène Gigout (1844-1922) zeigte eine klangvolle Feinheit Die perlenden Töne erinnerten an spielende Kinder mit hüpfenden Bällen. Fulminant erklang der „Boléro in Concert“ von Louis-James-Alfred Lefébure-Wély (1817-1869).
Glühwürmchen-Idyll Sehr reizvoll ertönte die Glühwürmchen-Idylle aus der Operette „Lisistrata“ von Paul Lincke (1866-1946). Wer kennt nicht die Melodie und den Text: Glüchwürmchen, Glühwürmchen flimmre, flimmre - Glühwürmchen, Glühwürmchen, schimmre, schimmre. Führe uns auf rechten Wegen, führe uns dem Glück entgegen. Gib uns schützend dein Geleit zur Liebesseligkeit. Wunderschön in Variationen spielte die Organistin diese Melodie. Ihm folgte der rassige, markante Florentiner Marsch von Julius Fucik (1872-1916). Dann konnte man schwelgen, sich in einen Ballsaal vesetzen und die wunderschönen Klänge von „Gold uns Silber“ geniessen. Zum Abschluss füllten mit der „Toccata“ aus der V. Sinfonie von Charles Marie Widor (1844-1937) nochmals fulminante Klänge den sakralen Raum.
Heinzelmännchens Wachtparade Klar, dass die Gäste nach dem Genuss dieser vielseitigen Darbietung noch mehr hören wollte. Der Wunsch wurde erfüllt - von der Orgel aus zogen die „Heinzelmännchen auf Wachtparade“. Das bekannteste Stück von Kurt Noack (1895-1945) findet immer wieder Gefallen. Noch gaben die Gäste keine Ruhe und die Organistin erklärte von der Empore herab: „Ich blase euch jetzt noch den Marsch, und dann gehen wir alle heim“.
Ursula Hauser
Ursula Hauser aus Wädenswil erhielt ihre erste musikalische Ausbildung in der väterlichen Ländlerkapelle. Daher vermutlich auch ihre Liebe zu volkstümlichen bzw. vom Volk geliebten Melodien, sprich „die leichte Muse“. Anzuhören ist sie leicht, diese Art der Musik, von der Musikerin aber verlangt sie vieles ab, um diese Leichtigkeit zu erreichen. Nach ihrem Studium am Konservatorium Zürich befasste sie sich intensiv mit der Orgel und steht mit ihr immer noch im Dialog. Besonders intensiv beschäftigt sie sich mit der Musik des 19. Jahrhunderts. Sie hat mit ihrem Spiel und ihrer Unkompliziertheit dem Instrument neue erfrischende Aspekte abgewonnen. Seit dem Sommer 2006 ist sie Organistin in der reformierten Kirche Elgg. Neben ihren intensiven Konzerttätigkeit im In- und Ausland, hat sie die künstlerische Leitung der von ihr gegründeten „Fyraabig-Musig“ in Wädenswil und der „Toggenburger Orgeltage“ inne.
Mit einer "Standing ovation" bedankten sich die Gäste bei der Organistin.
Um die einhundert Besucher folgten der Einladung des Konzertvereins Niederbüren.