Sa, 04.02.2012
Jahrgang 13, Nr. 4418
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Aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer an der schulinternen Weiterbildung im Schulhaus Kirchstrasse.
Sich bewegen macht auch geistig fit
Das Lehrerteam des Schulhauses Kirchstrasse Niederuzwil ist fit für Neuerungen.

15.03.2008, Josef Bischof
Mehr als dreissig Lehrkräfte der Schulhäuser Kirchstrasse 4 und 6 und Marktplatz sowie von vier Kindergärten haben sich in Weiterbildungs- Veranstaltungen an zwei Samstagen mit dem aktuellen Thema Bewegung in der Schule auseinander gesetzt. Die Dringlichkeit des Themas ergibt sich vor allem aus den längeren Unterrichtszeiten für Kindergarten- und Unterstufenschüler als Folge der Einführung des Blockunterrichts.

Bewegter Unterricht ist natürlich nichts grundsätzlich Neues. Mit den verlängerten Unterrichtszeiten für die Kleinen gewinnt er aber an Bedeutung.
Eines von zahllosen Beispielen: Bewegung ins Schulzimmer kann mit Jonglierbällen gebracht werden.
Das Team des Kirchstrasse- Schulhauses holte sich neue Ideen für einen bewegten Unterricht.
Schulhaus Kirchstrasse: Trotz geschlossener Fenster-Läden war die Lehrerschaft am Samstag in Bewegung.
Nach einem ersten Teil im November 2007 wurde das Thema am vergangenen Samstag um einige Aspekte ergänzt und abgerundet. Im Zentrum des zweiten Teils standen Spannung und Entspannung in den Pausen.

Das Ziel des ganzen Kurses brachte Schulleiter Peter Falk so auf den Punkt: „Es ging darum, den Ideen-Rucksack für uns Lehrkräfte aufzufüllen.“ Geleitet wurden die Kurse von Urs Kronenberg und Gallus Schönenberger, beide von der Pädagogischen Hochschule in Rorschach.

Herausforderungen annehmen
Dass die Schule im Umbruch ist, eine „ständige Baustelle“, und überdies immer neue Aufgaben des Elternhauses übernehmen muss, ist hinlänglich bekannt. Darüber zu lamentieren, hilft nicht weiter.

Die Uzwiler Lehrerschaft stellt sich diesen Herausforderungen, und dazu ist auch von ihr lebenslanges Lernen gefordert. Die Einführung von Blockzeiten auf das kommende Schuljahr mag von vielen Eltern begrüsst werden, für ihre Knirpse bringt sie an Vormittagen zum Teil massiv längere Unterrichtszeiten.

Begrenzte Konzentrationsfähigkeit
So weit, so gut. Nur: längere Unterrichtszeiten heissen noch nicht unbedingt grössere Lernerfolge. Wenn man berücksichtigt, dass die Richtwerte für die Konzentration bei Kindergarten- und Primarschülern zwischen 15 und 25 Minuten liegen, so stellt das an die Lehrkräfte hohe Anforderungen, den fast vier Stunden dauernden Vormittag anregend, abwechslungsreich und lernfördernd zu gestalten.

Rhythmisieren ist notwendig
Schon bisher war festzustellen, dass Lernleistungen tendenziell schwächer wurden, Kopf- und Rückenschmerzen, aber auch seelisch-körperliche Beschwerden zunahmen. Mit der Einführung der Blockzeiten müsste nun noch eine Verschärfung dieser Situation befürchtet werden. Bewegter Unterricht, Bewegungspausen, Rhythmisieren von Unterrichtseinheiten sollen Gegensteuer geben. Bewegung ist ein stimulierender Faktor. Sie ist für die Verbindung und Neubildung von Nervenzellen verantwortlich, was Lernen und geordnete Informationsübertragung ermöglicht.

Bewegung vermittelt auch ein höheres Selbstwertgefühl und baut Aggressionen ab, wie Studien ergeben haben. Insgesamt verbessert eine bewegte Ausgestaltung des Schulalltags auch das Schulklima. Und schliesslich wirkt Bewegung auch dem immer gravierenderen Problem des Übergewichts vieler Kinder entgegen.

Praxisbezogene Weiterbildung
Das Team des Kirchstrasse-Schulhauses hat alle diese Überlegungen nicht bloss theoretisch durchgedacht, sondern an den beiden Samstagen auch mit viel Praxis gespickt. Nicht bloss die Turnhalle, auch das Klassenzimmer wurde als Bewegungsraum erfahren. Bewegter Unterricht ist kein Ersatz für den obligatorischen Turn- und Sportunterricht, sondern muss diesen ergänzen.

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