Do, 16.10.2008
Jahrgang 9, Nr. 3212
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Der FC Wil darf gegen Cham nicht ins Straucheln kommen.
Die Ostschweizer können auf die stärkste Abwehr zählen.

Stossgebet Richtung Lugano
Im letzten Challenge League-Spiel der Saison gastiert der FC Wil beim SC Cham.

11.05.2008, Simon Dudle/Deborah Rutz
Auch in der Challenge League gibt es eine Finalissima. Zwar stehen keine Direktduelle mehr auf dem Programm, jedoch haben noch drei Mannschaften die Möglichkeit, einen Platz an der Sonne zu ergattern. Der FC Wil reist am Pfingstmontagabend mit Aussenseiterchancen nach Zug und trifft in seinem Endspiel ab 20.00 Uhr auf den SC Cham.

Die Ausgangslage im Spitzenkampf ist wie folgt: Vaduz genügt bei Absteiger Chiasso ein Punkt zum definitiven Sprung in die Axpo Super League. Selbst eine Niederlage reicht den Liechtensteinern, wenn Bellinzona maximal einen knappen Sieg einfährt. Cupfinalist Bellinzona hat es in den eigenen Füssen, mit einem Sieg zumindest die Barrage sicher zu erreichen. Der FC Wil auf Rang drei muss hingegen hoffen, dass sich die AC Lugano noch einmal voll ins Zeug legt und im Derby der ACB einen Punkt abknüpft. Dies dürfte aber schwierig werden, da Bellinzona in dieser Saison vor eigenem Anhang noch ungeschlagen ist.
Trotzdem herrscht in Wil nach dem 5:1-Erfolg am Donnerstag eine gute, ja sogar leicht euphorisierte Stimmung. Mindestens zwei Fanbusse werden nach Zug zum Spiel SC Cham – FC Wil fahren, so dass aller Voraussicht nach mehr Wiler als Chamer im Stadion Herti Allmend sein werden.

„Wir schaffen es“
Als erstes wird es darum gehen, die eigenen Hausaufgaben zu erledigen. Der FC Wil muss in Zug zwingend gewinnen, wann er die ersehnten Spiele gegen den FC St. Gallen erleben will. Auch ein noch so hoher Sieg bringt aber nichts, wenn die AC Lugano nicht mitspielt. Darum werden die Handys der Wiler Fans am Montagabend heiss laufen, um zu erfahren, wie es im Comunale steht.
Egal, wie die Finalissima ausgehen wird: Die Wiler dürfen schon jetzt stolz sein auf eine hervorragende Saison. Mit dem Essen kommt aber bekanntlich der Hunger, und darum möchten die Fürstenländer nun erst recht zuschlagen. Präsident Roger Bigger ist optimistisch: „Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen. Zwischen Lugano und Bellinzona ist eine Rivalität vorhanden und das Verhältnis ist etwa gleich wie jenes zwischen Wil und St. Gallen.“ Trotzdem bleibt Bigger am Boden: „Wir haben Aussenseiterchancen. Man muss jedoch Ziele haben im Leben, wenn man etwas erreichen will.“

Die Qual der Wahl
Während Bigger bereits Stossgebete Richtung Himmel und Lugano versendet, bereitet sich die Mannschaft wie immer konzentriert auf den nächsten Gegner – den SC Cham – vor. Das Schlimmste, was aus Wiler Sicht passieren könnte: Bellinzona strauchelt gegen Lugano und der Fürstenländer gewinnen ihr Spiel ebenfalls nicht. Von der Personalsituation gibt es Positives zu vermelden. Michael Lehmann hat seine Gelbsperre abgesessen und steht wieder zur Verfügung. Da Sebastian Kollar gegen Wohlen sein Comeback gegeben hat, steht Trainer Uli Forte nun vor der Qual der Wahl. Drei zentrale Mittelfeldspieler stehen für zwei Positionen zur Verfügung. Jérôme Thiesson blühte zuletzt richtiggehend und auf erzielte zwei Treffer in den letzten drei Spielen. Lehmann ist eine sehr mannschaftsdienliche Arbeitsbiene und Kollar könnte dank seiner Super League- und UEFA-Cup-Erfahrung Gold wert sein. Ähnlich sieht es im Sturm aus. Samel Sabanovic scheint nach seinen drei Treffern gegen die Aargauer gesetzt. Neben ihm spielt entweder Tomislav Misura oder Jacopo Ravasi. Fehlen werden einzig die rekonvaleszenten Markus Gsell und Fabio Raimondi.
Wer auch immer auf dem Feld steht: Ein Sieg beim abgeschlagenen Tabellenletzten ist Pflicht. Gerade diese Spiele bergen aber die Gefahr, dass man sie auf die leichte Schulter nimmt. Seit den Partien gegen Delémont und Locarno (je 0:1-Niederlagen) sind die Äbtestädter jedoch gewarnt.


Die Wiler müssen in Zug nach vorne spielen und unbedingt gewinnen.
Nicolas Huber kam Anfangs Saison in die Ostschweiz und ist heute Stammspieler.
Gegen den SC Cham werden die Wiler keinen Zweikampf scheuen.
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