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| So vertreiben sich Mädchen die Zeit und das Lampenfieber vor dem grossen Auftritt… |
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| Bea Schwizer, Präsidentin der Musikschule Jonschwil-Oberuzwil, begrüsst das Publikum in der vollen Aula der Schulanlage Degenau in Jonschwil. |
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| Im ganzen riesigen Chor sind nur drei Buben auszumachen, mutige selbstbestimmte junge Menschen, die hier viel für ihr weiteres Leben lernen. Bravo! |
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| Die Verbundenheit der Leiterin Susanne Huber mit ihren zwei „Babys“ Crazy-Singers und Chupa-Chups ist in jeder Sekunde spürbar. Musik verbindet Menschen und schweisst zu einem Team zusammen. |
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| Kinder brauchen Bewegung, was passt da besser als eine fetzige Musik? |
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| Eine glückliche Susanne Huber bedankt sich bei allen Kindern, deren Eltern, den Helferinnen und Helfern im Hintergrund, einfach allen, die irgendwie die Wege der Kinderchöre kreuzen. |
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| Diese beiden Mädchen warten voller Ungeduld auf den noch unbekannten Stargast. Ihre Lösung: Weitere rassige Lieder sollen die Uhr schneller zum Laufen bringen. |
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| Ganz gegen die Aussage ihres Bandnamens, Accident, was Unfall oder Unglück bedeutet, trägt die Band um Jasmyn Stadler viel zum guten Sound des Chores bei. Mit dieser Frisur kann ja auch gar nichts schiefgehen! |
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| Der wunderschöne Blumenstrauss ist mehr als verdient, denkt man an die unzähligen Stunden, die Susanne Huber den beiden Kinderchören schon geschenkt hat. Umgekehrt empfängt eine Chorleiterin von Kindern ganz viel an Zuneigung und Lebensfreude. Welch unbezahlbares Entgelt! |
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| Jasmyn Stadler hat die Musik im Blut, singt, spielt E-Piano, Gitarre und kümmert sich auch um die Band. |
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| Selbst die Hände in den Hosentaschen stimmen zum Schweizerliederpotpourri: Jodeln auf Höchststufe – auch wenn die Platte einen Sprung hat! |
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| Wenn kleine Kinder derart zuhören können, und das über eine Stunde, so wie hier Mischa und Stefanie, dann wird auf der Bühne Unterhaltung vom Allerfeinsten geboten. Wer Kinderherzen so berühren kann, findet auch beim erwachsenen Publikum Anklang. |
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Crazy-Singers, Chupa-Chups – 15 und 5 Jahre, hups!
Begeisterndes Jubiläumsfest der beiden Jugendchöre in der Degenau, Jonschwil
27.05.2008, Annelies Seelhofer-Brunner
Seit 15 Jahren proben in Jonschwil regelmässig singbegeisterte Kinder, in der grossen Mehrheit Mädchen, unter dem Namen CRAZY-SINGERS Lieder aus verschiedenen Richtungen. In Oberuzwil gibt es seit einem halben Jahrzehnt ebenfalls einen Chor namens CHUPA-CHUPS, hier wie dort ohne nennenswerte Unterstützung durch Buben. Da darf schon einmal ein Fest gefeiert werden!
Gut gefüllte Bühne Äusserst gesittet stürmen zu Beginn an die 80 Kinder auf die Bühne. Die Kinder tragen entweder weisse oder rote T-Shirts. In abwechselndem Farbmuster stellen sie sich auf. Man könnte beinahe meinen, Auftritte seien das tägliche Brot der beiden Kinderchöre. Mit dem ersten Lied aus dem wunderschönen Film „As it is in Heaven“ (Wie im Himmel) – Fly with me – beginnt der Liederreigen. Englisch ist die Sprache junger Sängerinnen und Sänger, auch wenn die „Sänger“ in der grossen Masse der Mädchen kaum auszumachen sind.
Eine dezente einheimische, dreiköpfige Band namens Davidson unterstützte die Chöre mit Klavier, Schlagzeug und Gitarre, in angenehmer Lautstärke und ganz nach dem Gusto der singenden Kinder – und des zahlreich erschienenen Publikums. Die Kinder wiegen sich zum Lied, fast wie das wogende Gras zu Beginn des Films. Würde es länger dauern, würde das Publikum seekrank…
Musikschule darf stolz sein Bea Schwizer, Präsidentin der Musikschule Jonschwil-Oberuzwil, hatte die dankbare Aufgabe, das Publikum in der bis auf den letzten Platz gefüllten Aula der Oberstufe Degenau zu begrüssen. Kurz und mit viel Vorfreude auf das bestehende Jubiläumskonzert dankte sie Susanne Huber für den ausdauernden und stets liebevollen Einsatz für die sangesfreudigen Kinder.
Gibt es überhaupt eine sinnvollere Freizeitbeschäftigung als sich zusammen auf die Suche nach dem wahren Chorklang zu machen? Die beiden Chöre bewiesen dies aufs Allerschönste. Die Stimme ist schliesslich das Instrument der Instrumente, von Geburt an vorhanden, nur darauf wartend, dass es auch benutzt wird.
Sympathischer Jubiläumsakt Jetzt trägt ein Kind eine Geburtstagstorte mit brennenden Kerzen auf die Bühne. Durch den Saal erklingt aus vielen Kehlen „Happy Birthday to…“ Ja, wem soll jetzt zugejubelt werden? Klar, den beiden Chören, für die es sogar ein eigenes Jubiläumslied, quasi einen literarisch-musikalischen Rückblick gibt.
Das Vertrauen ins Singvermögen der Zuhörerschaft ist gross, denn dieses wird ohne vorherige Probe zum Mitsingen aufgefordert. Und es gibt tatsächlich mutige Leute, die ab der zweiten Strophe mitsingen.
Fetziger zweiter Teil Die Band hat sich unterdessen um zwei Personen erweitert, nennt sich nun ACCIDENT, was fast so tönt wie „Hals und Beinbruch“ für einen Skifahrer. Es geschieht aber kein Unfall, sondern mit E-Gitarre und Bass eine klangliche Steigerung. Jetzt wird’s fetziger - Rock’n’Roll, genau das Lebensgefühl von Kindern mit Bewegungsdrang. Und so hüpfen und singen die Kinder, was das Zeug hält, zu Titeln wie „I love Rock’n’Roll“ oder „Smoke on the Water“. Im Publikum wippen Füsse mit. In letzterem Titel schrammt der Bass genau wie die grossen Vorbilder, düster, lange auf gleichen Tönen verharrend, damit die Beat-Unterlage für den Chor liefernd.
Wer auf das Schuhwerk der Kinder schaut, bemerkt, dass die Sportartikelverkäuferinnen da gute Geschäfte gemacht haben müssen: alles hüpft in Turnschuhen, auf und ab, auf und ab… Das steigert sich noch im Stück „Highway to Hell“, was als Gegensatz zum „Himmel“ am Anfang die Dinge wieder ins richtige Lot rückt. Es gibt gut und böse, weiss und schwarz. Allerdings ist dieser Höllenritt ganz gesittet und friedlich, es hüpft auch Susanne Huber – geniales Fitnesstraining mit stimmlicher Mitbetätigung. Oder beglückendes Singen in bewegter Manier? Zum Schluss wird Susanne Huber von Jasmyn Stadler mit herzlichen Worten zum Jubiläum beglückwünscht und mit einem herrlichen Bouquet geehrt. Sie hat es wahrlich verdient!
Wunderbares Geschenk an Kinder und Erwachsene Die ungeduldige Suche nach dem Stargast hat nach der Pause ein Ende. Ein einziger, ganz in schwarz gekleideter junger Mann tritt auf, stellt sich neben ein komisches Ding auf schmalen, hohen Füssen. Und schon geht’s los! Ein paar Töne in den Raum geworfen, ein Druck auf das komische Ding, neue Tonfolge – aus dem Lautsprecher tönt es zweistimmig. Wieder ein Druck – dreistimmig, wunderschön, verblüffend strömen Klangwolken durch die Aula. Es singt selbst, wenn der junge Herr nicht singt.
Faszinierte Kinderaugen fragen: wie geht denn das? Und so erklärt Martin O. – so nennt sich der Stimmakrobat – den vor der Bühne am Boden sitzenden und mucksmäuschenstill zuhörenden Kindern, dass er da ein spezielles Gerät hat, einen sogenannten Sampler, welcher Töne aufnimmt, aber auch endlos wieder abspielen kann. Eine Stunde dauert das herrliche Klangspiel. So wurde z.B. der „Winter“ von Vivaldi noch kaum je so gehört, als Einzelner die ganze Partitur gestaltend. Wunderbar!
Ohne grosse Infrastruktur Nächstens kommt Madonna auf den Flugplatz Dübendorf. Für ihren Auftritt braucht sie 16 Lastwagen und 250 Leute, die die Bühne aufbauen, dazu jede Menge Strom und andere Infrastruktur. Wie wohltuend ist da ein Künstler, der nur mit sich selber, seinem Sampler und seinem wachen Geist antritt. Klar, Strom braucht auch er, aber eben nur für das Mikrofon und den Sampler. Mani Matter kommt zu Ehren, auch jodeln lässt sich auf diese Weise.
Wenn dann im „Lueget vo Bärg und Tal“ gar ein Kratzer in der Schallplatte simuliert wird, ist die Verblüffung komplett. Beim Jodeln passt dieses Übereinanderlegen der Tonspuren perfekt. Vielleicht wäre das auch eine Lösung für serbelnde Männerchöre: fünf Männer, fünf Sampler, toller Chorklang! Hier gilt allerdings das gleiche wie überall: Wird Falsches hineingetan, kommt Falsches heraus! Nicht so bei Martin O. – jeder Ton ist abgestimmt, passt genau. Auch das Publikum wird einbezogen, da und dort eine kleine Tonfolge ins Mikrofon eingesogen und dann für eine Improvisation verwendet.
Leuchtende Kinderaugen So sind die Kinder der beiden Chöre, aber auch alle Geschwister, Eltern, Grosseltern, Göttis und andere Gäste reich beschenkt worden. Wer es wie Martin O. versteht, eine ganze Bande von quicklebendigen, aber auch solche mit Ermüdungserscheinungen von Anfang an „im Sack“ zu haben, beherrscht nicht nur das Spiel mit den Tönen, sondern auch das Öffnen der Herzen.
Die mehrmals inbrünstig gewünschten Zugaberufe haben das klar gezeigt. Und der Künstler ist nicht geizig. Mehr als einmal lässt er sich erweichen, greift zu neuen Melodienbögen, erfindet eine neue Basslinie, einen beglückenden Oberbau, bis es halt doch endgültig Schluss ist. Mit tosendem Applaus wird er verabschiedet. Viele hätten noch stundenlang weiter hören und staunen mögen. Alles in allem: ein rundum gelungenes Fest!
| Band Accident |
Jasmyn Stadler: Gesang, E-Gitarre, Keyboard Larissa Stadler: E-Gitarre Dominik Lusti: E-Gitarre Daria Zgraggen: Gesang, Bass Lukas Dick: Schlagzeug
Band Davidson: Klavier, Gitarre, Schlagzeug
http://www.musikschule-msoj.ch www.martin-o.ch
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