Mo, 08.09.2008
Jahrgang 9, Nr. 3174
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Der Bettenauer Weiher, prachtvoll in die ländliche Gegend eingebettet.
Der Seerosenteppich auf dem Betti ist in seinem Umfang Schwankungen unterworfen.
Inzwischen sind es Jahre her, seit am Betti Schwäne zur Brut schritten, und noch immer ist unklar, warum der grösste einheimische Wasservogel sich hier nicht mehr blicken lässt.
Die HV «Pro Bettenauer Weiher» war auch ein «Dankeschönabend», für Walter Strub, für das grosse Verständnis der Landwirtschaft, für Marcel Bauer, zum weitergeben an die Konzernleitung als Dankeschön der Fischer, und für Edi Huber für seinen tollen Einsatz für den Verein(v.l.n.r.).

Der «Betti» ein Vorzeigeobjekt der vortrefflichen Zusammenarbeit
Private und Industrie und Gemeinden und Landwirtschaft sind integriert

11.06.2008, Christian Jud
Dass auch eine überregionale Erholungsoase wie der Bettenauer Weiher nur mit sprichwörtlich hochgekrempelten Ärmeln dauerhaft zu bestehen vermag, das wurde im Jahresrück- und Ausblick an der HV des gleichnamigen Vereines im «Schützenhaus» in Oberuzwil sichtbar.

Wohl nur die wenigsten der Jahr um Jahr in die tausende gehenden Besucherinnen und Besucher des Bettenauer Weiher stellen sich Gedanken darüber an, dass auch dieses Naherholungsgebiet im Grenzbereich der Gemeinden Uzwil, Jonschwil und Oberuzwil einer ständigen Betreuung und Wartung bedarf.

«Und alles andere als selbstverständlich ist das seit jeher gute Einvernehmen mit der vom Weiherbesuch besonders stark tangierten Bauernfamilie des Walter Strub, der heute in der dritten Generation den Hof entlang der Staatsstrasse und dem Weiher bewirtschaftet». Das hob der Präsident Edi Huber in seiner Begrüssung zur Hauptversammlung des Verein «Pro Bettenauer Weiher» dieser hervor.

Erreichtes und anstehendes
In seinem Jahresbericht erinnerte der Präsident an die Vorhaben baulicher Verbesserungen um den Weiher, in diesem Fall die vom Gesetzgeber geforderte und umschriebene Wassermenge im einzubringenden Überlaufkonzept. Nach Bundesgesetz über die Verordnung von Staumauern und Erdwällen müssen offene Überläufe ein Hochwasser in definierten Mengen übernehmen. Für den Weiher würde das bedeuten, dass gemäss Berechnung des Wassers des Einzugsgebietes eine Ablaufmenge von 15 Kubikmeter pro Sekunde sicher zu stellen wäre.

Der zu schaffende neue Überlauf das fünfzigfache der heutigen Menge verkraften müsste. Verschiedene Varianten wurden geprüft, und eingehende Beobachtungen und Abklärungen vor Ort zeigten, dass bereits bei geringerem Hochwasser sich die Dammkrone mit Wasser voll tränkt, und diese in hohem Masse unstabil wird.

Damm anheben
«Fachkundige Srudien haben ergeben», so Huber, «dass mit der Aufschüttung der Dammkrone um zwanzig Zentimeter und gleichzeitiger Nivellierung und Stabilisierung derselben ein hochwassertauglicher Überlauf auf der ganzen Dammlänge geschaffen werden kann, der Gewähr bietet, dass der Damm nicht an einzelnen unberechenbaren Stellen auszubrechen droht». Die Firma Bühler als Besitzerin des Weihers habe sich bereit erklärt, diese Arbeit fachkundig auszuführen, und saniert werde auch der Ablauf.

Edi Huber dazu:«Bei der Gelegenheit darf auch einmal darauf hingewiesen werden, dass das weltweit tätige Uzwiler Grossunternehmen, sich immer wieder tatkräftig mit nicht geringen eigenen Mitteln für die Erhaltung des Weihers einsetzt, der seit 1912, erst über die Familie, und seit 1927 dann über die Firma in ihrem Eigentum ist». Das wäre umso bemerkenswerter, als der «Betti» für das Unternehmen, mit Ausnahme der kurzen Zeit des kriegswirtschaftlich bedingten Torfabbaues, zu keiner Zeit als «Gewinnposten» zu Buche gestanden ist.

Amphibienschutz koordinieren
Marcel Bauer, Aktuar und der Baufachmann im Vorstand hat auf einmütigen Beschluss der letztjährigen Hauptversammlung das Ergänzungsprojekt Amphibienschutz West erarbeitet und zur Begutachtung und der Findung des Kostenschlüssels eingereicht und er sagte dazu: «Nach dem neuen Finanzausgleichsgesetz sind wir damit einstweilen nicht durchgekommen und wir haben inzwischen ein abgeändertes Projekt erstellt, und da nun auch der Trottoirbau Jonschwil- Oberuzwil geplant wird, erachten wir es als sinnvoll, wenn wir das noch fehlende Stück Amphibienschutz zeitlich mit dem Trottoirbau koordinieren».

Wann genau der Trottoirbau in das Strassenbauprogramm aufgenommen wird, konnte noch nicht in Erfahrung gebracht werden,«jedenfalls», so Edi Huber, «ist die Fertigstellung des Amphibienschutzes als Teil der geschlossenen ganzen Anlage zwingend nötig, denn Jahr um Jahr wird hier am fraglichen Übergang eine Population von konstant 800 bis 900 gefährdeten Tieren gezählt». Nach Aussage von Marcel Bauer erwachsen für den Ergänzungsbau Kosten in der Grössenordnung zwischen 130'000 und 150'000 Franken. Investitionen, welche der Verein allein nicht zu tragen vermöchte.

Partner im Weiherschutz
Man ist sich im Verein einig, dass das gute Klima um den Schutz des Bettenauer Weiher ganz besonders auch im grossen Verständnis begründet ist, das der am stärksten tangierte Landwirt Walter Strub der diffizilen Aufgabe entgegen bringt, und der Vorstand zeigte dessen Verständnis und Mitarbeit in verschiedenen Ausführungen auf. Zur Zeit hat er auf dem Gelände der ehemaligen und inzwischen aufgehobenen Schrebergärten einen Versuchsstreifen angesät, um die hier passende Grasmischung heraus zu finden. Strub selber bezeichnete sich im Gespräch als der wahrscheinlich in der Region am meisten kontrollierte Landwirt, «denn es gibt vermutlich hier eine Unzahl Erholungssuchende, die mit ihren Ratschlägen erstaunlich viele wohlgemeinte Ansichten bekunden würden».

Strub ist wie die Generationen vor ihm in die Zeit und den Umtrieb um den Bettenauer Weiher hinein gewachsen. Er bringt für die Anliegen der hier Erholung suchenden grosses Verständnis auf und hofft auch auf Verständnis für sich und seine Arbeit auf seinem Bauernbetrieb, der auf dem Fundament des Gewässerschutzes einen besonders heiklen und aufwändigen Arbeitsumgang erfordert.


Neuestens ist der "Betti" auch im Winter attraktiver Aufenthaltsort, wenn das Wasser, so auch im letzten Winter, eine begehbare Eisfläche bildet.
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