Ralph Sauter, Präsident beim FC Zuzwil, verspricht sich mit dem Inofo-Abend zum Thema Schiedsrichter baldigen Erfolg bei der Suche.
Super League Schiedsrichter Nikolaj Hänni wird den Informationsabend vom 23. Juni zum Thema Schiedsrichter leiten.
Schiedsrichtersorgen beim FC Zuzwil Der Zuzwiler Fussballclub hat keine Fussballersorgen, aber ob fehlenden Schiedsrichtern herrscht Alarmstimmung, ansonst der Meisterschaftsbetrieb gefährdet ist.
14.06.2008, nj Der FC Zuzwil ist zwar in der glücklichen Lage, vier Mannschaften für den Meisterschaftsbetrieb anmelden zu können. Doch dafür verlangt der Fussballverband auch die Meldung von mindestens zwei Schiedsrichtern. In Folge Rücktritt der beiden bisherigen Schiedsrichter müssen dringend Nachfolger gefunden werden, informiert Ralph Sauter, Präsident des FC Zuzwil.
InfoWILplus.ch sprach mit dem Präsidenten des FC Zuzwil, Ralph Sauter, über die Problematik fehlender Schiedsrichter. Dem FC Zuzwil droht bekanntlich der Rückzug von 4 Manschaften, sollten bis August 08 keine Interessierten Fussballer gefunden werden.
Ralph Sauter, beim FC Zuzwil herrscht Alarmstimmung wegen fehlender Schiedsrichter. Was ist der Grund der Panik? R. Sauter: Panik ist nicht ausgebrochen, aber wir wollen den Ernst der Lage klar kommunizieren. Für jedes Fussballspiel braucht es Schiedsrichter. Damit es auch immer genügend Schiedsrichter hat, schreibt der Schweizerische-Fussballverband jedem Verein vor, wie viele Schiedsrichter er dem Verband melden muss. Für zwei gemeldete Mannschaften, muss der Verein einen Schiedsrichter stellen.
Der FC Zuzwil hat momentan 4 Mannschaften für den Meisterschaftsbetrieb gemeldet. Eine 3. Liga -, eine 5. Liga Mannschaft und zwei Junioren-Mannschaften (B und C). Dadurch benötigen wir zwei Schiedsrichter. Momentan haben wir keinen Schiedsrichter. Wir haben in diesem Jahr zwei Rücktritte zur Kenntnis nehmen müssen.
Hat nur Zuzwil Schiedsrichterprobleme, oder kämpfen auch andere Vereine mit diesem Problem? R. Sauter: Mit diesem Problem steht der FC Zuzwil nicht alleine da. Auch die anderen Vereine haben von Zeit zu Zeit dieses Problem.
Was heisst das, wenn der FC Zuzwil nicht genügend Schiedsrichter stellen kann? Bis zu welchem Zeitpunkt muss Ersatz vorhanden sein? R. Sauter: Wir müssen im Sommer 2009 vier (4 !) Mannschaften vom Meisterschaftsbetrieb zurück ziehen, wenn wir nicht mindestens noch zwei Schiedsrichter zusätzlich melden können.
Damit wir unseren 200 Junioren auch weiterhin eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten können, benötigen wir dringend Personen, welche bereit sind, sich als Schiedsrichter ausbilden zu lassen. Die Ausbildung startet im August 2008.
Welche Vorgaben muss ein Schiedsrichter mitbringen für die Ausbildung und wie lange dauert diese und wer bezahlt die Ausbildung? R. Sauter: Die Person sollte willig, engagiert und ehrlich sein. Physisch und psychisch in Form sein oder bereit sein, sich in Form bringen zu lassen. Sollte selbstbewusst und entscheidungsfreudig sein und darf wie jede Person auch Fehler und Schwächen haben.
Die Ausbildung startet am 23.8.2008 mit einem Eintrittstest in Arbon. Der Grundkurs beginnt am Fr, 5.9.2008 12.00 Uhr und endet am So, 7.9.2008 um ca. 18.00 Uhr. Dieser Kurs findet in Filzbach statt. Anmeldeschluss ist Do, 7.8.2008. Die Kosten für die Kurse und eine komplette Bekleidung wird vom FC übernommen.
Was kann einen Kandidaten für die Schiedsrichter-Tätigkeit motivieren? R. Sauter: Die Freude am Fussball. Karrieremöglichkeit, Persönlichkeitsschulung und erst noch entschädigt werden dafür, wo gibt’s das heute noch? Verantwortung und Führungsaufgaben übernehmen wollen. Sportliche und geistige Herausforderung, Fitness/Gesundheit, Chance in höherer Liga zu pfeifen als zu spielen. Wobei ich aber ausdrücklich darauf hinweisen möchte, dass es nicht zwingend notwendig ist, Fussballer(in) gewesen zu sein, um Schiedsrichter(in) werden zu können.
Können Frauen auch Schiedsrichterdienste ausführen? R. Sauter: Ja, selbstverständlich, warum nicht? Denken Sie doch bitte an die Zürcher FIFA-Schiedsrichterin Nicole Petignat. Am 7. Juli 2001 leitete sie den Damen EM-Final zwischen Deutschland und Schweden. Im September 2003 fand in den USA die Weltmeisterschaft der Frauen statt. Die Schweiz war vertreten durch die Schiedsrichterin Nicole Petignat sowie Assistentin Elke Lüthi. Nicole Petignat wurde als erste Frau weltweit mit der Spielleitung eines UEFA Cup-Spiels betraut. Sie leitete am 14. August 2003 das Qualifikations-Hinspiel zwischen AIK Solna/SWE und Fylkir/ISL.
Nicole beweist, was man als Frau in der Schiedsrichterei hohe Ziele erreichen kann. Dies sollte für alle Fussball begeisterten Frauen ein Ansporn sein, dem Hobby vermehrt Aufmerksamkeit zu schenken und sich dafür zu begeistern. Nicole hat ihr Wissen und ihre Erfahrung am Schiedsrichter-Grundkurs für Frauen im September/Oktober 2003 weitergegeben. Es war sicherlich nicht ihr letzter...
Wie viele Einsätze leistet ein Schiedsrichter pro Jahr und was für Entschädigungen kann er erwarten? Ist der Schiedsrichter Vereinsmitglied und wer koordiniert die Einsätze? Hat ein Schiedsrichter auch Aufstiegsmöglichkeiten, wenn er erfolgreich ist? Wer beurteilt seine Leistungen? R. Sauter: Er muss mindestens 15 Einsätze im Jahr leisten, wobei verschobene Spiele angerechnet werden. Die Entschädigung ist abgestuft je nach Spielklasse. Für ein Jun C Spiel gibt’s CHF 70.- für ein 3. Liga-Spiel gibt es CHF 110.- und für ein 2.Liga-Interregional -Spiel gibt es CHF 400.-. Der Schiedsrichter ist Vereinsmitglied und kann von allen Aktivitäten innerhalb des Vereins profitieren. So ist es selbstverständlich, dass er in einer Mannschaft seiner Wahl trainieren darf.
Die Einsätze werden durch den Ostschweizerischer Fussballverband (OFV) koordiniert. Ich darf sagen, dass die Aufstiegsmöglichkeiten für Schiedsrichter besser sind als für Fussballer. Gute Schiedsrichter schaffen den Aufstieg in die Spitzenklasse innerhalb weniger Jahre. Die Schiedsrichter werden periodisch inspiziert. Die Schiedsrichterkommission ist mit dieser Aufgabe betraut worden. Im Juli und Dezember finden Qualifikationssitzungen statt. Da wird entschieden, welche Schiedsrichter nächste Saison eine Klasse höher pfeifen dürfen, resp. „befördert“ werden.
Wie sieht es grundsätzlich mit der Weiterbildung aus für Schiedsrichter? R. Sauter: Ein Schiedsrichter hat während der Vor- und Rückrunde die vorgeschriebenen Lehrkurse zu besuchen. Er kann sich also ohne Kosten permanent weiter bilden.
Sie kündigen auf den 23. Juni 2008 einen Informationsabend zum Thema Schiedsrichter an. Was für Leute wollen Sie ansprechen und was für Informationen hat der Teilnehmer zu erwarten? R. Sauter: Wir wollen alle potentiellen Schiedsrichterkandidaten ansprechen. Dies sind alle Personen (auch Frauen) zwischen 15 und 40 Jahre. Wir hoffen, dass sich auch Eltern unserer Junioren zeigen werden.
Der Abend wird hauptsächlich durch den jungen, erfolgreichen Super League Schiedsrichter Nikolaj Hänni gestaltet. Zuerst wird gezeigt, wie die Schiedsrichter in unserem Sport eingebettet sind. Ich bin überzeugt, dass viel Fussballer gar nicht wissen, z.B. welche Rechte und Pflichten ein Schiedsrichter hat. Dieser kann aus eigener Erfahrung berichten, wie es ihm bisher gegangen ist. Er wird uns sicher die schönen Seiten aber auch die weniger schönen Augenblicke eines Schiedsrichters zeigen. Ich freue mich darauf, die Informationen aus erster Hand zu erhalten und bin überzeugt davon, dass ich viel lernen werde.
Abschliessend: Wie läuft die Saison bei der 1. Mannschaft? Sind die gesetzten Erwartungen erfüllt worden? R. Sauter: Die 1. Mannschaft hat in dieser Saison nach 5 Jahren den Aufstieg in die 3. Liga geschafft. Auf dieses Ergebnis hin haben wir lange gearbeitet. Nun gilt es in der kommenden Saison diesen Platz in der 3. Liga zu festigen. Wie eh und je setzt der FC Zuzwil auf den eigenen Nachwuchs. So erstaunt es nicht, dass momentan 3 Junioren zum Stamm der 1. Mannschaft gehören. Auch in der 2. Mannschaft spielen wir 8 Junioren aus den eigenen Reihen.
Wie steht es mit dem Nachwuchs? Folgen genügend junge Spieler nach, um die 1. Mannschaft mit eigenen Spielern aufbauen zu können? R. Sauter: Erfreulicher weise haben wir seit längerer Zeit einen Juniorenbestand von ca. 200 Junioren/innen. Durch die Fussballschule kommen jedes Jahr immer wieder sehr viele dazu. Bei unseren kleinsten haben wir zur Zeit ca. 55 Fussballer/innen. Es bleibt nicht jeder beim Fussball. Darum nehmen die Zahlen gegen oben hin wieder ab. Doch haben wir jetzt wieder eine sehr hohe Zahl an Junioren C Spieler und müssen eine 2. C-Junioren-Mannschaft ins Auge fassen.
Jedoch können wir dies momentan nicht machen, weil uns Schiedsrichter fehlen. Kurz um wir haben 3-F- und 3-E-Junioren Mannschaften. Dann kommen 3-D- und 1-C-Junioren Mannschaften. Dann noch eine B-Junioren Mannschaft. Wenn Ihnen die Bezeichnungen nicht vertraut sind, dann lade ich Sie ein, sich auf unserer Site (www.fczuzwil.ch Verein/Junioren) zu informieren.
Es kommen jede Saison im Schnitt 5-10 Spieler aus dem Juniorenalter heraus. Diese wechseln dann in die 2. Mannschaft (5. Liga) und dann evtl. in die 1. Mannschaft. Wir haben momentan keine Nachwuchssorgen für unsere Aktiv-Mannschaften.
Noch können beim FC Zuzwil Höhensprünge folgen, solange es noch Trainer gibt.
Auch bem Penalty-Schiessen braucht es einen Schiedsrichter, der die Abläufe richtig koordiniert.