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Wil: 05.09.2008
TV-Moderatorin Susanne Wille führte kompetent und überzeugend durch den Nachmittag.<br>
TV-Moderatorin Susanne Wille führte kompetent und überzeugend durch den Nachmittag.


Andreas Zehnder, Präsident des Wirtschafts- und Lebensraums WUF begrüsste über 300 Gäste.<br>
Andreas Zehnder, Präsident des Wirtschafts- und Lebensraums WUF begrüsste über 300 Gäste.


Bundesrat Moritz Leuenberger sprach zu Ethik und Moral in Politik und Wirtschaft.<br>
Bundesrat Moritz Leuenberger sprach zu Ethik und Moral in Politik und Wirtschaft.


Das Event-Zelt war bis auf letzte Plätze besetzt.<br>
Das Event-Zelt war bis auf letzte Plätze besetzt.


Urs Kuhn, Geschaftsleiter der swissregiobank, bei der Laudatio über die Firma STIHL, diesjährige Preisträgerin des Wirtschaftspreises.<br>
Urs Kuhn, Geschaftsleiter der swissregiobank, bei der Laudatio über die Firma STIHL, diesjährige Preisträgerin des Wirtschaftspreises.


Urs Kuhn gratuliert Dr. Walter Engelhard zum Wirtschaftspreis 2008.<br>
Urs Kuhn gratuliert Dr. Walter Engelhard zum Wirtschaftspreis 2008.


Stefan Kreier schuf mit der „Wasserader“ den künstlerischen Part des Wirtschaftspreises.<br>
Stefan Kreier schuf mit der „Wasserader“ den künstlerischen Part des Wirtschaftspreises.


Walter Engelhard: „Den Barpreis von 10'000 Franken lassen wir dem Förderverein Tonhalle Wil zukommen“.<br><br>
Walter Engelhard: „Den Barpreis von 10'000 Franken lassen wir dem Förderverein Tonhalle Wil zukommen“.



Maria Schmutz-Wyder widmete sich Fragen rund um den „Dresscode“.<br>
Maria Schmutz-Wyder widmete sich Fragen rund um den „Dresscode“.


Anregende Gespräche während der Pause.<br>
Anregende Gespräche während der Pause.


Hochstapler Gert Postel musste sich nach seiner Lesung kritischen Fragen von Susanne Wille stellen.<br>
Hochstapler Gert Postel musste sich nach seiner Lesung kritischen Fragen von Susanne Wille stellen.


Lukas Niederberger beleuchtete das Thema „Braucht es Ethik und Moral in der heutigen Wirtschaft?“.<br>
Lukas Niederberger beleuchtete das Thema „Braucht es Ethik und Moral in der heutigen Wirtschaft?“.


Inhaltsreicher Auftakt zur wufa 2008 mit interessanten Referaten über Stil, Moral und Ethik.
Den Veranstaltern ist es auch dieses Jahr gelungen, Referenten mit ansprechenden, gehaltvollen Vorträgen an die wufa einzuladen.
Gerhard Kasper
Am Wirtschaftsforum der wufa referierten BR Moritz Leuenberger, Maria Schmutz-Wyder, Gert Postel und Lukas Niederberger unter der Leitung von TV-Moderatorin Susanne Wille zu den Themen „Verhalten, Stil, Moral und Ethik“.

Über 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur hatten sich im Event-Zelt der wufa eingefunden, wo sie vom Präsidenten des Wirtschafts- und Lebensraumes WUF, Andreas Zehnder, begrüsst wurden.

Bundesrat Moritz Leuenberger
Hervorragend eingeführt und eingestimmt in die Thematik des Nachmittags durch die Moderatorin Susanne Wille, machte Leuenberger den Auftakt zu den Referaten des Forums. Engagiert vorgetragen, verglich der Bundesrat unter anderem Vorstellungen zu Stil und Verhalten aus heutiger Sicht gegenüber der Betrachtungsweise vor zwei, drei Jahrzehnten. Für die aus aktuellem Blickwinkel fragwürdige Abzockerei eines Marcel Ospel (20 Mio „Abgangsentschädigung“) kann Leuenberger kein Verständnis aufbringen. Solches Verhalten lasse sich nicht durch gesetzliche Massnahmen regeln. Anders jedoch die Situation, wo es um Sicherheit des Individuums gehe. So habe er sich persönlich energisch für die Senkung der Alkohollimite auf 0.5 Promille eingesetzt; hier sei Fehlverhalten auf gesetzlichem Weg zu verfolgen und zu ahnden, denn hier stünden Menschenleben auf dem Spiel.
„Urbereich der Gesetzgebung ist es, Sicherheit zu schaffen“, fasste Leuenberger seine Ausführungen zusammen.

Verleihung „swissregiobank Wirtschaftspreis 2008“
Der Wirtschaftspreis wurde dieses Jahr an die in Wil ansässige Firma STIHL verliehen. Urs Kuhn, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Bank, äusserte sich anerkennend zu den unternehmerischen Leistungen und dem gesellschaftspolitischen Engagement der Herstellerin von Kettensägen. Dass sich höchste Qualität made in Switzerland bezahlt macht, zeige die stetig zunehmende Anzahl Mitarbeitender, welche nach der Eröffnung des Kettenwerkes II in Bronschhofen um weitere 200 Personen anwachsen werde.

Der Eschlikoner Stefan Kreier enthüllen den von ihm geschaffenen künstlerischen Preis: eine Basaltstele mit eingelassener „Wasserader“ aus Stahl, die Prosperität von STIHL&Co. symbolisierend. Der mit 10'000 Franken dotierte Preis wurde vom Geschäftsführer von STIHL, Dr. Walter Engelhard, ebenfalls dankend entgegen genommen. Dieser Betrag wird dem Förderverein Tonhalle überwiesen. Dessen Ziel ist es, jungen Leuten und Jugendlichen Kultur näher zu bringen.

Der persönliche (Kleider-)Stil
Obwohl jeder Mensch sein eigener Stil nicht verwehrt werden darf, so gibt es doch gewisse Regeln („Dresscodes“), die im gegenseitigen Umgang und vor allem im Geschäftsleben wesentlich sind. Anhand unvorteilhafter Beispiele demonstrierte Maria Wyder-Schmutz „Stilsünden, die in die Hölle führen“. So zum Beispiel zu lange Krawatten oder zu kurze Socken bei Herren, unmögliche Farb-und Musterkombinationen, stilbrechende Leggings bei Damen. „Adiletten“ seien Stilsünden erster Güte, mit negativem Einfluss auf die Scheidungsrate...
Nur wer über eine ausgeprägte Persönlichkeit verfüge, dürfe die Regeln bei Bedarf gekonnt brechen. Als Beispiele nannte sie Roger Federer, Micheline Calmy-Rey, Kofi Annan.

Ein bekennender Hochstapler
Recht hohen Unterhaltungswert konnte der ehemalige Postbote und Hochstapler Gert Postel bei der Lektüre aus seinem Buch verzeichnen - er hatte sich in den 90er-Jahren in Sachsen sogar zum Chef einer Psychiatrischen Klinik emporgeschwindelt. Eigentlich verdiente solcherart kriminelle Energie keiner weiteren Erwähnung. Postels Ausführungen können höchstens dazu dienen, sich akademischen Titeln und grossspurigem Auftreten gegenüber kritischer zu verhalten.

Ethik und Moral in der heutigen Wirtschaft?
Der Unternehmensberater Lukas Niederberger betonte, dass Ethik und Moral mehr als nur Schlagworte seien. Aufgrund der Wertvorstellungen der Griechen und des frühen Christentums zeigte er, dass heute Ethik wichtiger den je ist: Die Technik ändere sich schnell, Ideale zerfielen, die Welt wachse zu einem multikulturellen Dorf zusammen – deshalb bräuchten wir gemeinsame Werte.
Rücksicht auf die Umwelt sei so nötig wie Respekt vor anderen Kulturen und Religionen: diese Regeln zum gemeinsamen Leben können Staaten mit Gesetzen, Firmen mit sozialer Verantwortung und Einzelne mit ihrer Aufrichtigkeit gewähren.