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Wil: 28.09.2008
Die Klosterpforte wurde mit der Neugestaltung nicht nur rollstuhlgängig, die ganze Eingangspartie erhielt Aufwertung.
Die Klosterpforte wurde mit der Neugestaltung nicht nur rollstuhlgängig, die ganze Eingangspartie erhielt Aufwertung.

Mit dem Freundeskreis ist das Kloster St. Katharina gesellschaftlich eingebettet
Die Mitglieder des im Vorjahr gegründeten Freundeskreises Kloster St. Katharina erhielten am Samstag einen Einblick in die Erneuerungsbauten beim Kloster.
Niklaus Jung
Mit dem Freundeskreis Kloster St. Katharina in Wil bildet sich zusehends eine erfreuliche Aufwertung beim Kloster, nicht mehr länger gesellschaftlich abgesondert zu sein. Der mittlerweile auf 250 Mitglieder angewachsene Verein erhielt am Samstagvormittag einen ersten öffentlichen Einblick in die laufende Sanierungsphase, 70 Personen folgten der Einladung.

Der Rückbau beim Kloster auf die ursprüngliche Anlage läuft bekanntlich auch mit einer Sanierung der längst überfälligen Räumlichkeiten einher. Die personellen Veränderung mit der fortschreitenden Alterung bei den Schwestern rief auch nach Verbesserungen bezüglich Rollstuhlgängigkeit.

Herzlicher Empfang
Mit Kaffee und Gebäck wurden die rund 70 Mitglieder in der Verbindungshalle zur Klosterschule empfangen, der Austausch zwischen den Mitgliedern selber wie auch den Schwestern vom Kloster gestaltete sich überaus herzlich. Im Kapitelsaal begrüsste die Co-Präsidentin des Freundeskreises, Susanne Kasper, die Gäste. Sie umschrieb den Freundeskreis als wichtige Begleitung und Unterstützung der Schwestern. Bei der Gründung schrieben sich schon 100 Mitglieder ein, der Verein wuchs seither auf 250 Personen an, es dürften noch mehr sein, lud Kasper auch Neuinteressenten ein.

Anschliessend war es an Architekt Josef Leo Benz, die Anwesenden über die laufenden Bauarbeiten zu informieren. Die Konzeptsuche, so Benz eingangs, fand schon im 2005 statt. Bereits im 2007 konnte mit den ersten Bauarbeiten begonnen werden. Die erste Etappe mit dem Bau des neuen Treppenhauses ist realisiert und im 2008 wurde auch die Eingangspartie der Klosterpforte erneuert und insbesondere rollstuhlgängig gemacht. Die Ziele der Erneuerung umschrieb Benz in der Wahrung der klösterlichen Atmosphäre, der Anpassung an die personelle Situation wie auch die Entlastung beim Unterhalt und der Abläufe. Das Hauptproblem bei der Planung war nach Architekt Benz die Situation, dass kaum Pläne vorhanden waren.

Das Kloster lebenswert gestaltet
Dass sich das Wiler Kloster gegenüber der Gesellschaft zusehends offener gibt, zeigte sich erstmals im Jubiläumsjahr 400 Jahre Kloster St. Katharina. Gezwungenermassen offener muss sich das Kloster während der Bauphase geben, wo die Zahl der männlichen Bauarbeiter in den Klosterräumen oftmals die Zahl der Schwestern überstieg. Offen zeigte sich nun das Kloster auch gegenüber dem Freundeskreis, die Mitglieder auch in die Räumlichkeiten zu führen, die sonst den Klosterfrauen vorbehalten sind.

Selber leben die Klosterfrauen auch nach der Erneuerung in der Einfachheit weiter, aber die Einrichtungen sind bezüglich Ausstattung auf den heutigen Standard gebracht. Vielfach musste nach Lösungen gerungen werden, führte Benz bei der Führung aus, die unter Heimatschutz stehenden Gebäude liessen nicht alle Veränderungen einfach zu. So wurde für die Küchenlüftung die bereits stillgelegte Kaminanlage benutzt, um den Luftaustausch über Dach zu bringen. Eine der grösseren Herausforderungen läuft mit dem Einbau einer Brandmeldeanlage, wo in jedem Raum ein Melder installiert werden muss, auch Brandabschnitte werden realisiert.

Erfreuliche Verbesserungen und doch sparsam
Die Schwestern lobten die überaus erfreuliche Realisierung des neuen Treppenhauses mit dem Einbau des Liftes. Die grossen Fenster im Treppenhaus lassen viel mehr Licht in die Räume und geben einen ganz neuen Ausblick in die Altstadt. Gewonnen hat auch die Verlegung der Küche um ein Stockwerk auf die Ebene des Speisesaales. Die erst etwas über 10 Jahre noch gut erhaltenen Einrichtungen wurden vollumfänglich in die neue Küche übernommen. Dass ein bereits 30-jähriger Backofen noch problemlos wieder eingebaut werden konnte, spreche für die Sorgfalt der Schwestern, führte Benz aus.

Gewinnen werden auch die sanitären Einrichtungen, derzeit laufen die Umbauten für WC und Duscheanlagen. Sie bedurften einer dringlichen Sanierung, schon aus der Sicht der sehr alten Leitungsführungen. Neue Leitungsführungen werden auch bei der elektrischen Anlage nötig, neue Verteilanlagen sorgen für mehr Betriebssicherheit.

Mittagsgebet als tiefgehenden Abschluss
Der Rundgang in den neu gestalteten Klosterräumen sorgte bei den Mitgliedern des Freundeskreises für eine gestärkte Identifikation mit dem Kloster. Dass die Schwestern verstärkt Verbindungen zur Aussenwelt herstellen wollen, zeigte sich weiter mit der abschliessenden Einladung zum Mittagsgebet der Schwestern in der Klosterkirche.

Priorin Simone Hofer betonte eingangs, dass bei Ihnen das Gebet als Hauptaufgabe im Vordergrund stehe. Ihr Gebet verfolge nicht einen bestimmten Zweck. Sie wollten hier an diesem Ort Gott ganz einfach Raum geben. Das engagierte Orgelspiel von Sr Carla zum Abschluss zeigte die Freude über die gelungene Tagung mit dem Freundeskreis.
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Die Finanzierung ist gesichert
Wie Priorin Simone Hofer gegenüber InfoWILplus informierte, ist die Finanzierung der ganzen Umbauarbeiten gesichert. Sie wüssten zwar heute schon, dass die ursprünglich errechneten 4 Mio Franken nicht reichten, es hätten sich viele zusätzliche Aufgaben ergeben.

Das Kloster selber kann mit eigenen Mitteln rund 50 Prozent der Baukosten tragen. Erfreulich sei die Tatsache, so die Priorin, dass sie laufend Spenden erhalten. Aber sie seien noch auf weitere Spenden angewiesen, ansonst sie einfach auf belastende Bankkredite zurückgreifen müssten. Die Veräusserung des Bodens auf der Klosterwiese südlich im Baurecht, sichert dem Kloster auch die weitergehende Finanzierung der Aufwendungen.
Herzlicher Empfang der Mitglieder des Freundeskreises Kloster St. Katharina bei Kaffee und Gebäck.
Herzlicher Empfang der Mitglieder des Freundeskreises Kloster St. Katharina bei Kaffee und Gebäck.

Freude bei der Priorin Sr. Simone Hofer über soviel Unterstützung von aussen.
Freude bei der Priorin Sr. Simone Hofer über soviel Unterstützung von aussen.

Gleich zu Beginn seiner Ausführungen gab Architekt Josef Leo Benz einen Einblick über die Grösse der ganzen Klosteranlagen.
Gleich zu Beginn seiner Ausführungen gab Architekt Josef Leo Benz einen Einblick über die Grösse der ganzen Klosteranlagen.

Die Präsidentin des Freundeskreises, Susanne Kasper, konnte über 70 Mitglieder begrüssen.
Die Präsidentin des Freundeskreises, Susanne Kasper, konnte über 70 Mitglieder begrüssen.

Das Herzstück der ersten Bauetappe, das neue Treppenhaus mit Liftanlage. Links im Bau, rechts kurz vor der Fertigstellung.
Das Herzstück der ersten Bauetappe, das neue Treppenhaus mit Liftanlage. Links im Bau, rechts kurz vor der Fertigstellung.

Aufmerksam folgten die Teilnehmer im Kapitelsaal den Ausführungen des Architekten.
Aufmerksam folgten die Teilnehmer im Kapitelsaal den Ausführungen des Architekten.

Wie leidenschaftlich sich der Architekt Josef Leo Benz für die Erneuerung des Klosters einsetzt, wurde an der Führung vielfach deutlich.
Wie leidenschaftlich sich der Architekt Josef Leo Benz für die Erneuerung des Klosters einsetzt, wurde an der Führung vielfach deutlich.

Die neue Dusche, ein Quantensprung zu den bisherigen Anlagen.
Die neue Dusche, ein Quantensprung zu den bisherigen Anlagen.

Neue Aussichten: Ein Blick aus dem Fenster der neuen Treppenanlage in Richtung Altstadt.
Neue Aussichten: Ein Blick aus dem Fenster der neuen Treppenanlage in Richtung Altstadt.

Die Küche, um ein Stockwerk auf die Ebene des Speisesaales verlegt, lässt das Herz der Köchin höher schlagen.
Die Küche, um ein Stockwerk auf die Ebene des Speisesaales verlegt, lässt das Herz der Köchin höher schlagen.

Die Köchin Sr. Hyazintha begrüsst die Besucher gleich persönlich.
Die Köchin Sr. Hyazintha begrüsst die Besucher gleich persönlich.

Ein erwürdiges Überbleibsel wohl aus der alten Küche gerettet, Schmerikoner Kaffeezusatz. Der Inhalt dürfte nicht mehr der Anschrift entsprechen.
Ein erwürdiges Überbleibsel wohl aus der alten Küche gerettet, Schmerikoner Kaffeezusatz. Der Inhalt dürfte nicht mehr der Anschrift entsprechen.

Mit dem Mittagsgebet, im Bild Priorin Simone Hofer in der Klosterkirche, endigte der erste Anlass des Freundeskreises Kloster St. Katharina.
Mit dem Mittagsgebet, im Bild Priorin Simone Hofer in der Klosterkirche, endigte der erste Anlass des Freundeskreises Kloster St. Katharina.