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Schnelles Handeln lebenswichtig
Die Herzgruppe Fürstenland wurde theoretisch und praktisch über lebensrettende Sofortmassnahmen instruiert.
Ernst Inauen
Die Samariterlehrerin Christine Perret klärte in ihrem Vortrag die Mitglieder der Herzgruppe Fürstenland über Notfallmassnahmen auf. In praktischen Uebungen an Puppen setzten die Teilnehmenden die erforderlichen Massnahmen um.
Die Herzgruppe Fürstenland ermöglicht Herzpatienten aus der Region ein aufbauendes Training unter kompetenter fachlicher Betreuung. Ein weiteres Ziel ist die Anleitung zu einem nachhaltigen gesunden Lebensstil. Neben sportlicher Betätigung in der Turnhalle, im Fitnesszentrum und im Schwimmbad stehen bildende Vorträge und gesellige Anlässe auf dem Programm. Mitmachen können Männer und Frauen jeder Altersklassen, welche von Erkrankungen am Herz-Kreislaufsystem betroffen sind. Drei Herztherapeuten betreuen die Gruppe, unterstützt von drei Kardiologen aus der Region. Die Gruppe hat auch eine eigene Homepage unter www.herzgruppefuerstenland.jimdo.com
Notfallabend Zu einem besonderen Treffen lud die Herzgruppe kürzlich ihre Mitglieder und ihre Partnerinnen ein. In einem Theoriezimmer der Sekundarschule Niederuzwil trafen sich rund 30 Personen zu einem „Notfallabend“. Der Kardiologe Dr. Wolfram Koch vom Spital Flawil, die Samariterlehrerin Christine Perret und der Herztherapeut Urban Wirth organisierten den Vortrags- und Uebungsabend. Die erfahrene Samariterin, beruflich als Maschinenzeichnerin tätig, brachte den Teilnehmenden mit Videos und stichwortartiger Präsentation das Thema lebensrettende Massnahmen näher. Als Ziel formulierte die Leiterin die Kenntnis der Anatomie und Physiologie des Kreislaufs und der anzuwenden Techniken. Der Teilnehmende des Grundkurses BLS könne betroffene Patienten korrekt beurteilen und die Ein- oder Zweimannmethode korrekt und effizient durchführen.
Mangelnde Kenntnisse „Immer wieder kommt es vor, dass Leute plötzlich mit einem zusammenbrechenden Menschen konfrontiert werden. Wenn sie nicht über notwendige Grundkenntnisse aufgeklärt sind, reagieren sie manchmal hilflos und überlegen sie sich, was zu tun ist. In Notfallsituationen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand ist aber schnelles Handeln lebenswichtig“, betonte Christine Perret. Sie bedauert, dass die von Samaritervereinen angebotenen Kurse nicht besser benutzt werden. „Das Leben vieler Betroffener könnte gerettet werden, wenn in den ersten Minuten nach dem Ereignis die richtigen Massnahmen getroffen würden“, sagte Perret. Bei einem Herzstillstand liege die Ueberlebenschance bei etwa 43 %, wenn Hirn und Herz durch die richtigen Massnahmen innert drei bis fünf Minuten mit Sauerstoff versorgt würden.
Sofortmassnahmen Bei einer Notfallsituation gelte es sofort zu handeln. Nach einem Augenschein seien allfällige Gefahren für Patient und Helfer zu bedenken. Wenn der Patient nicht ansprechbar und beim Kneifen nicht reagiere, müsse eine rasche Alarmierung des Notfalldienstes über die Telefonnummer 144 erfolgen. Wichtig sei dann eine sofortige Reanimation mittels Beatmung und Thoraxkompression. Bleibe ein Patient länger als fünf Minuten ohne Sauerstoff, könnten bleibende Schädigungen oder gar der Tod resultieren. Immer häufiger werde die Defibrillation angewendet. Die entsprechenden Geräte werden zunehmend in öffentlichen Gebäuden platziert. Sie sind sehr einfach nach den klaren Anweisungen bedienbar.
An Uebungspuppen Nach dem gut einstündigen Vortrag begaben sich die Teilnehmenden in die Turnhalle. Urban Wirth erklärte den Inhalt eines Notfallkoffers, der auch der Herzgruppe zur Verfügung steht. In der Zwischenzeit richteten die Fachkräfte zehn Arbeitsplätze mit Uebungspuppen ein. Sie instruierten die Beatmung und die Thoraxkompression. „Die Beatmung kann von Mund zu Mund oder Mund zu Nase ausgeführt werden. Abwechselnd sind zwei Atemstösse und 30 Kompressionen im unteren Bereich des Brustbeins anzuwenden“, erklärten die Instruktoren. Diese Massnahme sei so lange fortzusetzen, bis der Patient wieder mit Eigentätigkeit reagiere oder die Fachleute (Sanität / Notarzt) auf dem Platz eintreffen. Sie gaben Tipps und korrigierten fehlerhafte Bewegungsabläufe. An einigen Stationen konnte auch das Defibrillationsgerät ausprobiert werden. Am Schluss des lehrreichen Abends waren die Teilnehmenden um eine wertvolle Erfahrung reicher.
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