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Imkerverband: Das Ausbildungswesen muss professionalisiert werden
Die Verbandsmitglieder St.Gallen/Appenzell stellen sich den notwendigen Neuerungen für die Zukunft
Christian Jud
Höhepunkte der Delegiertenversammlung des Imkerverband St.Gallen/Appenzell am letzten Februartag im «Bären» Speicherschwendi waren die Ausführungen des Zentralpräsidenten Richard Wyss und des Chefs Bildung und Beratung Hans Opppliger zum Thema Erfahrungen im Umgang mit Streptomycin.
In seinem Jahresbericht ging Hans Züst, Präsident des Imkerverband St.Gallen/Appenzell auf die Geschehnisse des vergangenen Honigjahres ein, in welchem die Bienenzüchter ihre Arbeit erstmals im Umfeld des Einsatzes von Streptomycin im Obstbau zu verrichten hatten.
Und Hans Züst hob nachdrücklich hervor:«Wenn sich die Obstbauern und Imker vor dem Ausbringen des Antibiotika Absprechen und sich an die Spritzzeitvorgaben halten, dann ist die Wahrscheinlichkeit der Kontaminationen im Honig sehr gering». Seine Aussage ist darum erhärtet, weil der Lehrbienenstand im Bildungszentrum Mattenhof in Flawil mitten in der niederstämmigen Obstanlage steht, die ebenfalls die Bewilligung zum erstmaligen Einsatz von Streptomycin erhalten hat. Keine der eingesandten Honigproben zeigte Rückstände.
Viel Arbeit für Obmänner Die Rechenschaftsberichte des Kantonalen Bieneninspektor Hans Sonderegger, des Zuchtchefs Willi Lenherr, des Honigchefs Peter Eisenring und des Chefs für Bildung und Beratung, Hans Oppliger riefen ein enormes Arbeitspensum in Erinnerung. Der Kassier Erwin Krucker konnte nachweisen, dass er die Finanzen in den schwarzen Zahlen zu halten vermochte. Auf über 70 Bienenständen ist die Sauerbrut ausgebrochen, mit starkem Vorkommen im St.Galler Oberland und im Toggenburg, dagegen mussten nur zwei Stände mit Faulbrut gesperrt werden.
Die Imker wurden an die Eigenverantwortung erinnert die mit dem Führen der Unterlagen bezüglich der Bestandeskontrolle und mit der Aufzeichnung des Bienenverkehrs zum Pflichtenheft gehört. Hans Sondereggers Aufruf erging an die Delegierten, in ihren Vereinen bei Versammlungen den Sinn der Formulare immer wieder zu thematisieren.
Statutenanpassung erforderlich Der Kantonale Imkerverband, dem neu jetzt auch die vier Sektionen der beiden Appenzell mit 204 Imkern und 617 Völkern angehören nahm an dieser Versammlung zwingend auch die Anpassung der Statuten vor, mit der neuen Namensgebung Imkerverband St.Gallen/Appenzell. Den beiden Kantonen Appenzell -Innerrhoden und Appenzell- Ausserrhoden steht mindestens ein Sitz im neunköpfigen Kantonalvorstand zu.
Neu in den Vorstand anstelle des zurückgetretenen Kaspar Rhyner wurde einstimmig Dr.Hans-Rudolf Hunziker gewählt. Er war bis zu seiner Pensionierung Leiter des Kantonalen Amtes für Lebensmittel und führt diese Funktion teilzeitlich noch im Kanton Graubünden aus. Der übrige Vorstand mit Hans Züst als Präsident wurde einstimmig für eine weitere Amtszeit wieder gewählt.
Pflicht zur Information In seinen Ausführungen zum Verlauf des ersten Imkerjahres mit dem Einsatz von Streptomycin im Obstbau ging Hans Oppliger auf den Grundsatz ein, dass der Anwender des Antibiotika im Obstbau als Verursacher möglicher Kontaminationen im Honig nur Information im Rahmen der Selbstkontrolle verpflichtet ist. Diese beruht ebenso auf der Vereinbarung zwischen dem schweizerischen Obstproduzentenverband (SOV) und dem Verband Deutschschweizer und Rätoromanischer Bienenfreunde (VDRB), zusammen mit den Imkern dafür zu sorgen, dass sämtlicher Honig der in Verkehr gebracht wird, den Anforderungen des Lebensmittelgesetzes entspricht.
Es besteht die beidseitige Pflicht zur Information, sowohl von Seiten des Streptomycin Anwenders wie den davon betroffenen Imkern. Der Referent händigte den Delegierten zuhanden der ihnen zugeordneten Imkervereine die soeben fertig erstellte Karte deren Gebietes mit Obstanlagen. Weiter appellierte Hans Oppliger, zu den Imkerversammlungen jeweils auch die tangierten Obstproduzenten einzuladen.
Miliz hat seine Grenzen Überrascht wurden die Delegierten mit den Ausführungen des Präsidenten des Zentralvorstandes, Richard Wyss, wonach die Zukunft der Bienenhaltung innerhalb des VDRB auf eine neue Ebene ausgerichtet werden soll. «Das Milizsystem mit den Aufgabenteilungen und besonders auch im Bildungs- und Beratungswesen ist an seine Grenzen gestossen, und eine abgestufte Professionalisierung ist unumgänglich», sagte der Präsident. Dabei stehe für gewisse Aufgaben auch eine vollzeitliche Stelle zur Diskussion.
Wyss kam anhand der Statistiken auf die erstaunliche Feststellung:«Die Bienenhaltung ist in unserem Land im Bereiche der Tiere die drittstärkste, und mit den rund 20'000 Imkerinnen und Imkern die im Schnitt zehn Völker betreuen ergibt das gut und gerne 200'000 Völker, und es ist höchste Zeit, dass wir weite Bereiche, wie Bildung, Beratung und Forschung, aber auch die Öffentlichkeitsarbeit Professionalisieren».
«Ja aber» war in der Umfrage zur Professionalisierung aus etlichen Wortmeldungen zu hören, und denen setzte der Präsident entgegen:«Die Zukunft der Schweizerischen Bienenhaltung kann sich nicht an wenn und aber klammern, wer seine Imkerei mit Überzeugung betreibt, denen ist die unvermindert hochinteressante Beschäftigung ein Obolus an die neuzeitliche Ausrichtung wert, in der besonders auch die Bildung und Beratung neue Impulse bekommt».
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