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Immobilienwirtschaft: Auch in der Krise kompetente Arbeit leisten
Der Neujahrsempfang des Verbandes Immobilienwirtschaft Ostschweiz galt zugleich als Auftakt zum Jubiläumsjahr 75 Jahre Schweiz. Verband Immobilienwirtschaft, Sektion Ostschweiz.
Niklaus Jung
Der Neujahrsapero der Ostschweizer Sektion des Verbandes Immobilienwirtschaft im Hof zu Wil galt der Orientierung zur aktuellen Wirtschaftslage und einem Referat zum Spannungsfeld Region Wil von Stadtpräsident Dr. Bruno Gähwiler. Das Jubiläumsjahr 75 Jahre wird nach Präsident Jonny Hutter nicht nur dem Feiern gewidmet sein, angesagt sei auch eine Erneuerung im Vorstand.
Rund 130 Mitglieder konnte der Vorsitzende Jonny Hutter zum Neujahrsempfang begrüssen. Der Auftakt zum Jubiläum der Ostschweizer Sektion galt auch der Beurteilung der aktuellen Wirtschaftslage. Neben der Beurteilung durch Präsident Jonny Hutter, zeigte sich das Referat des Wiler Stadtpräsidenten geradezu als Lichtblick, dass die Krise in der Region so schnell nicht greifen werde. Nachträgliche Gratulation erhielt Ehrenpräsident Benno Zoller zum 25-jährigen Bestehen seines Immobilienbüros Zoller und Partner in Wil vom Vorjahr.
„In unserer Branche läuft es noch gut“ In seiner Beurteilung zur aktuellen Wirtschaftslage machte der Vorsitzende Jonny Hutter deutlich, dass zwar vielfach von einem wirtschaftlich schrecklichen 2009 gesprochen werde mit vielen Arbeitslosen. Er stelle aber fest, dass es in der Immobilienbranche noch immer gut laufe. Die fallenden Hypothekarzinsen werden von Mieter wie Vermieter erfreut aufgenommen. Allerdings dürfe die Situation nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Krise auch die Immobilenwirtschaft treffen werde.
In weniger guten Zeiten, so Hutter weiter, sei das Fundamentale gefragt, die Kompetenz der Immobilienwirtschafter selber. Als Fachkraft seien sie gerade in schwierigen Zeiten gesuchte Leute, die Wirtschaft bestmöglich auf Touren zu halten. So werden sich in den nächsten Monaten nicht nur Gefahren, sondern auch Chancen bieten, welche es anzupacken gelte.
Verband Ostschweiz im Umbruch An gediegener Stelle, nämlich im Bad Horn, will der Ostschweizer Verband die Jubiläums-GV abhalten, um dann in der Tonhalle St. Gallen den eigentlichen Jubiläumsanlass durchzuführen. Tieferen Gedankengängen wollen sich die Immobilienwirtschafter dabei widmen, wenn Pater Dr. Albert Ziegler zum Thema „Ethik in der Immobilenwirtschaft spricht.
Gleich drei Vorstandsmitglieder, Guido Eilinger, Werner Ramseyer und Felix Brunschwiler, müssen an der Jubiläums-GV ersetzt werden. Neu treten Claudia Zoller, Manuele Bertschinger und Marcel Manser an. Auch Jonny Hutter will ein Jahr später kürzer treten, Beni Rusch soll ihn im Präsidium ersetzen. Zur Immobilienvision 2009 wird David Bosshard, CEO de Gottlieb Duttweiler-Instituts sprechen.
Wil als Kernstadt einer Region Im zweiten Teil referierte der Wiler Stadtpräsident Dr. Bruno Gähwiler zum Thema „Wil im Spannungsfeld der Regionen“. Gähwiler wies dabei auf den hohen Stellenwert der Stadt als Regionszentrum hin. Als Regionszentrum zwischen St. Gallen und Winterthur habe die Stadt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch hinsichtlich Bildung, Erholung und Gesundheitspflege einiges zu bieten. Das Stadtentwicklungsprojekt habe aufgezeigt, dass im Wettbewerb der Regionen über die Stadtgrenzen hinaus operiert werden müsse, interkantonal und kommunal sei Zusammenarbeit gefragt.
Wil lebe dem regionalen Gedanken schon länger aktiv nach. Dies zeige sich bei den Wiler Stadtwerken, welche mit der Gas- und Wasserversorgung, aber auch bezüglich Internet und TV regional aktiv seien. Aber auch im Aufbau des regionalen Sicherheitsverbundes, der Feuerwehr, dem Spitexverbund über je zwei St. Galler und Thurgauer Gemeinden werde dies deutlich. Unterstützung dazu bieten der Wirtschaftsverein Wil-Uzwil-Flawil, aber auch die Initiative der Regionalmesse wufa. Unternehmensförderung werde mit dem Tedi-Zentrum geboten, wo nebst Flawil nun auch in Wil und Wattwil Angebote stattfinden.
Wil ist auch Wirtschaftsregion Die Region ist nach Gähwiler auch beachtlicher Wirtschaftsstandort, wenn K-Standorte in Oberbüren, Wil und Sirnach definiert seien. Wil zeige sich weiter mit zunehmenden Arbeitsplätzen und abnehmenden Arbeitslosenzahlen. In den 1'100 Arbeitsstätten seien nicht weniger als rund 10'000 Arbeitnehmer beschäftigt. Durchschnittlich habe die Zahl der Arbeitsplätze in den letzten fünf Jahren um 165 zugenommen pro Jahr.
Wil weise weiter 1'700 mehr Zupendler, als Wegpendler auf, total sind es 6400 Zupendler. Wil zeige sich auch als Wohnstadt vorteilhaft. Der Zuwachs im 10-Jahresvergleich liege bei 5,8 Prozent, während der Kantonsdurchschnitt 3,9 Prozent betrage. Das Bauvolumen pro Jahr betrage rund 100 Mio Franken. Bezüglich Wohnraum und Wohnfläche zeichne sich ein klarer Trend auf mehr Komfort wie auch mehr Wohnfläche pro Einwohner.
Regional zuversichtlich Dass Wil bei den Bundesgeldern aus dem Agglomerationsprogramm diesmal leer ausgehen werde habe man ahnen müssen. An erster Stelle habe die Förderung des Öffentlichen Verkehrs gestanden im Raum St. Gallen und Appenzell. Mit der kommenden Neuorganisation der Interkantonalen Regionalplanungsgruppe Wil und dem Stadtentwicklungsprojekt wie auch der Weiterentwicklung des Agglo-Programmmes werde die Region Wil weiterhin die Nase vorn haben, schloss Gähwiler seine Ausführungen.
Die abschliessenden Grussworte vor dem von Zoller und Partner gesponserten Apero Riche galt dessen Unternehmensleiter Benno Zoller. In seinen 25 Jahren Unternehmensleitung blicke er auf eine erfolgreiche Zeit zurück, allerdings seien sie auch in einer wirtschaftlich guten Zeit aktiv gewesen. Zoller bedauerte seinerseits die laufende Entwicklung bei Verband Immobilienwirtschaft Schweiz, welcher sich immer mehr von der Basis entferne. Er lud ein zum Blick nach vorn und wünschte allen Mitgliedern gutes Gelingen.
Glaubwürdigkeit ist gefragt beim Immobilienhandel Nach dem Wiler Treuhänder Benno Zoller steht die Schweiz nicht vor einem Immobilienfiasko wie in den USA. Eine Lawine stehe bei den Immobilien aber bevor bei all jenen Bauten aus den Zeiten der Spekulation. Ob Miet- oder Stockwerkeigentum, stände viel Erneuerungsbedarf an. Die Eigentümer scheuten die Investitionen und denken lieber an einen schnellen und guten Verkauf.
Zoller wies darauf hin, dass in der Region eine grosse Zahl verlässlicher Immobilienhändler tätig seien. Ihnen machten aber all jene zu schaffen, welche wiederkehrend mit grossartigen Verkaufsversprechen an Hauseigentümer gelangten. Aus den grossartigen Versprechen werde dann nach monatelangem Warten doch nur die Hälfte möglich und aus Verärgerung darüber, willige der Hauseigentümer kurzerhand doch ein. Das bessere Angebot des kompetenten Immobilienberaters habe dann das Nachsehen. Das Image der Immobilienwirtschaft leide natürlicherweise darunter. nj
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