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Wil: 04.07.2009
Ein kleiner Teich mit Springbrunnen lädt zum Verweilen ein.<br>
Ein kleiner Teich mit Springbrunnen lädt zum Verweilen ein.


Begegnungen im Klostergarten.
Tag der offenen Gartenpforten im Dominikanerinnen-Kloster St. Katharina.
Gerhard Kasper
Der Freundeskreis Kloster St. Katharina hatte eingeladen, und über 60 botanisch Interessierte waren gekommen, um den sonst geschlossenen Garten des Frauenklosters zu besuchen.

Lassen wir die Klostergarten-Chronik, mit einigen Ergänzungen, zu Worte kommen: „Wie in den kontemplativen Klöstern üblich, lebten auch unsere Schwestern ursprünglich völlig abgeschieden von der Welt und Gesellschaft. Als Erholungsraum diente nur ein bescheidener, abgeschlossener Garten, der Klausurgarten.
Dank der Mitarbeit der Schwestern in der eigenen Landwirtschaft bei der Obsternte und beim Heuen, wurde zeitweise ihr ganzes Land auch ausserhalb der Mauern zum begehbaren Garten. Weil die Landwirtschaft 1864 verpachtet wurde, beschlossen die Schwestern, den Klausurgarten nach Osten zu erweitern und mit einer neuen Mauer vom restlichen Klostergut abzugrenzen. Später wurde er zusätzlich nach Süden erweitert. Ein arbeitsintensiver, reichhaltiger Gemüsegarten entstand. Er deckte bis 2005 fast den ganzen Gemüsebedarf der Klostergemeinschaft ab. Der sogenannte Nierenweiher, über den heute die Wasserläufer springen und in dem sich unzählige Molche tummeln, wurde damals als Fischteich angelegt.
In der Zeit von 1866 bis 1868 entstanden gleich drei Orte der Besinnung und des Gebetes:
- die Gartenkapelle mit einer Pièta
- eine Tuffsteinhöhle mit „Christus am Ölberg“
- die Kreuzwegstation „Jesus begegnet Maria“
Diese Holzstatuen stammen aus dem Tirol und wurden eigens dafür gekauft.
Im Garten wurden viele Bäume gepflanzt – das heutige Wäldli. Über all die Jahre haben – nicht zuletzt dank liebevoller umsichtiger Pflege durch Sr. Beata – unzählige, auch seltene Pflanzen ihren Platz gefunden.
In einem Teil dieses grosszügigen Gartens wurde 1909 das „Kathi“ gebaut. Heute ist unser Garten eine Oase für viele Vögel, Tiere, Kriechtiere und Insekten und lädt uns Schwestern zum meditativen Verweilen ein.“

Konkurrenz zum Stadtweiher
In der Begrüssung spielte die Präsidentin des Freundeskreises Kloster St. Katharina, Susanne Kasper, auf den Fischteich an: „Man kann die kleine Anlage vielleicht als Pendant zum Stadtweiher sehen, aus dem die Äbte ihren Gluscht nach Fisch mit fetten Karpfen stillen konnten – die Klosterfrauen waren da genügsamer.“

Ein reicher Garten
Perfekt organisiert, mit Orientierungstafeln und Beschriftungen verschiedener Pflanzen, war es ein Genuss, durch die gepflegte Anlage zu streifen. Wer sich die Zeit nahm – und das waren eigentlich alle – konnte eine erstaunliche Anzahl verschiedenster Pflanzen und Gehölze entdecken. Wo Fragen auftauchten, gaben kundige Schwestern gerne Auskunft.
Produkte aus dem Klostergarten fanden auch viele Käufer. Holundersirup, verschiedenste Teesorten, Klostergebäck, ein vorzüglicher Honig aus eigener Imkerei, und so manche andere Spezialität wurden angeboten.
Wer den Weg zum Kirschbaum fand – und es waren nicht wenige – durfte nach Herzenslust nach den herrlichen reifen Früchten greifen und sie direkt vom Baum geniessen. Welche Freude auch für die anwesenden Kinder.

Ausklang
Wer nach dem Rundgang hungrig geworden war, konnte im Schatten Bratwurst und Bürli geniessen.
Die hl. Katharina muss an diesem Tag einen besonders guten Draht zu Petrus gehabt haben – die Stimmung, durch das herrliche Sommerwetter gehoben – war begeisternd und harmonisch. Ein grosses Kompliment den Schwestern von St. Katharina!
Im Höfli des Klosters fanden sich zur Einführung etwa 60 Interessierte ein.
Im Höfli des Klosters fanden sich zur Einführung etwa 60 Interessierte ein.

Die Präsidentin des Freundeskreises Kloster St. Katharina, Susanne Kasper, lud zur Besichtigung ein.
Die Präsidentin des Freundeskreises Kloster St. Katharina, Susanne Kasper, lud zur Besichtigung ein.

Herrliche Blüten...
Herrliche Blüten...

...in voller Pracht.
...in voller Pracht.

Einführung aus Sicht des Gärtners (Hr. Fust).
Einführung aus Sicht des Gärtners (Hr. Fust).

Ehemaliger Fischteich – jetzt von Molchen besiedelt.
Ehemaliger Fischteich – jetzt von Molchen besiedelt.

Gartenkapelle
Gartenkapelle

Klosterfrauen beim Rundgang.
Klosterfrauen beim Rundgang.

Kreuzwegstation „Jesus begegnet Maria“.
Kreuzwegstation „Jesus begegnet Maria“.

Stachelbeeren – eine von 10 Beerensorten im Klostergarten.
Stachelbeeren – eine von 10 Beerensorten im Klostergarten.

Farbenpracht
Farbenpracht

Plan der Anlage, zur Orientierung.
Plan der Anlage, zur Orientierung.

Einer von drei „Kiosks“ auf dem Rundgang.
Einer von drei „Kiosks“ auf dem Rundgang.

Gehaltvolle Gedichte von Sr. Dominica an verschiedenen Stellen des Gartens.
Gehaltvolle Gedichte von Sr. Dominica an verschiedenen Stellen des Gartens.

Süsse Kirschen...
Süsse Kirschen...

Im Schatten schmeckte es allen besonders gut.
Im Schatten schmeckte es allen besonders gut.