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Appenzell: 12.10.2009
Leer, wird aber mit Ideen gefüllt werden...
Leer, wird aber mit Ideen gefüllt werden...

Bildung beschäftigt.
Bildung beschäftigt.

Die ehemalige - und bis heute unvergessene - Nationalrätin Judith Stamm aus Luzern fühlte sich sichtlich wohl im Kreise so vieler denkfreudiger Frauen. Engagiert diskutierte sie mit und brachte mit Witz und Präzision ihre Voten ein.
Die ehemalige - und bis heute unvergessene - Nationalrätin Judith Stamm aus Luzern fühlte sich sichtlich wohl im Kreise so vieler denkfreudiger Frauen. Engagiert diskutierte sie mit und brachte mit Witz und Präzision ihre Voten ein.

Viele Köpfe - viele Visionen.
Viele Köpfe - viele Visionen.

Gesundheit ist unbezahlbar, je länger, je mehr - und dennoch ein wichtiger Bestandteil guter Lebensqualität.
Gesundheit ist unbezahlbar, je länger, je mehr - und dennoch ein wichtiger Bestandteil guter Lebensqualität.

Präsentation so oder so - oder vielleicht so? Am Schluss
Präsentation so oder so - oder vielleicht so? Am Schluss

Erika Bigler setzt sich seit Jahrzehnten für die Rechte und Berufsbildung von Frauen ein.
Erika Bigler setzt sich seit Jahrzehnten für die Rechte und Berufsbildung von Frauen ein.

Nur an der Tafel wolkig - die Thesen haben Zukunftswirkung.<br>Grossrätin Rahel Mazenauer und Katrin Neff boten die Erkenntnisse zur GESUNDHEIT im Dialog dar. <br>
Nur an der Tafel wolkig - die Thesen haben Zukunftswirkung.
Grossrätin Rahel Mazenauer und Katrin Neff boten die Erkenntnisse zur GESUNDHEIT im Dialog dar.


Der Landsgemeindeplatz füllte sich mit neugierigen Menschen, die mehr über das Projekt "2020" erfahren wollten. Schöner Nebeneffekt war der Apéro. Oder war es umgekehrt?
Der Landsgemeindeplatz füllte sich mit neugierigen Menschen, die mehr über das Projekt "2020" erfahren wollten. Schöner Nebeneffekt war der Apéro. Oder war es umgekehrt?

Ständerat Ivo Bischofberger (im Hintergrund, Gesicht nach vorne) im Gespräch mit Landammann Daniel Fässler sowie Gabriela Manser von der Firma Goba (rechts) und Nationalrätin Lukrezia Meier-Schatz.
Ständerat Ivo Bischofberger (im Hintergrund, Gesicht nach vorne) im Gespräch mit Landammann Daniel Fässler sowie Gabriela Manser von der Firma Goba (rechts) und Nationalrätin Lukrezia Meier-Schatz.

Am Schluss waren alle Teilnehmerinnen am Bildungs-Workshop eingebunden in eine lebendige Präsentation der gewünschten Erfolge im Bildungsbereich.
Am Schluss waren alle Teilnehmerinnen am Bildungs-Workshop eingebunden in eine lebendige Präsentation der gewünschten Erfolge im Bildungsbereich.

Projekt von „Alliance F“ machte Halt in Appenzell
„ 2020 – der weibliche Blick auf die Zukunft“
Annelies Seelhofer-Brunner
Auf dem Landsgemeindeplatz Appenzell, diesem geschichtsträchtigen Ort mitten im „Dorf“, steht ein blauer Wagen, ein sogenannter Container. Das lässt neugierige Passierende anhalten und über diesen Fremdkörper rätseln. „Alliance F“, die Dachorganisation von 140 Partnerverbänden und Vertreterin von mehr als 400'000 Frauen in der Schweiz, hat ein neues Projekt aufgegleist: „2020 – der weibliche Blick auf die Zukunft“. Präsidiert wird der Verein von der ehemaligen CVP-Nationalrätin Rosmarie Zapfl-Helbling.

Utopien sollen Wirklichkeit werden
Es gibt viele Projekte, die mit grossem Enthusiasmus begonnen werden, dann aber in irgendeiner tiefen Schublade verschwinden. Mit dem Projekt 2020 soll das nicht passieren. denn die Ideen aus den Workshops werden in eine Art neue SAFFA einfliessen, eine Ausstellung von Frauen zu Gesellschaftsthemen, wie es sie schon 1928 und 1958 gegeben hat. Schwerpunkte sind Themen über sogenannte Megatrends im Bericht Bildung, Gesundheit und Ökologie – -Genaueres siehe Kasten.

Unterstützung von verschiedenen Seiten
Die drei Bundesrätinnen Micheline Calmy-Rey, Doris Leuthard und Eveline Widmer-Schlumpf stellten sich als Schirmherrinnen für das Projekt zur Verfügung. Das VBS transportiert den blauen Container gratis an alle Standorte. Dieser soll symbolisch als „Antenne für zukunftsweisende Ideen“ dienen. Der Lotteriefonds des Kantons Zürich finanziert das Ganze. Dabei ist erwähnenswert, dass der gesamte Regierungsrat ZH seine Zustimmung geben musste, also auch die Männer im Hintergrund eingebunden sind. Noch 1958 war die Bedingung für die Bewilligung der damaligen SAFFA ein absolutes Werbeverbot für das Frauenstimmrecht. Diesmal fiel dieser Hindernisgrund zum Glück weg…

Denkräume
In Appenzell – dem Ort, wo die Frauen erst als letzte im Land das Frauenstimmrecht bekommen hatten, und dies erst noch nicht ganz freiwillig – fanden sich 30 interessierte Frauen ein, um über die Zukunft aus weiblicher Sicht nachzudenken. Zwar hatten die Organisatorinnen mit einer sehr viel grösseren Anzahl Teilnehmerinnen gerechnet. Das Traumwetters und die Herbstferien spielten da mit. So hatten die Verantwortlichen in Appenzell unter Claudia Koller kurzerhand vom ursprünglich vorgesehenen Gymnasium Appenzell ins schöne Hotel Säntis gewechselt. Der Blick auf den Landsgemeindeplatz war so jederzeit gewährleistet.
In zwei sogenannten Denkräumen – Orten, wo auch die verrücktesten Ideen Platz haben durften –dachten sich die Frauen in die Themen „Bildung“ und „Gesundheit“ ein und machten eine Auslegeordnung.

Bildung
Bildung ist ein Thema, welches je nach persönlicher Ausrichtung und Denkweise unterschiedliche Schwerpunkte beinhaltet.
Dazu gab es vier Vorgaben
1. Idealbild der weiblichen Bildung 2020
2. Was braucht es dazu`
3. .Hürden
4. Welcher ist der ganz persönliche Beitrag. damit die Idee Wirklichkeit werden kann?

In der angeregten Diskussion wurde auf die heutigen Schwierigkeiten für Frauen mit Kindern und Berufstätigkeit hingewiesen, ein noch immer nicht optimal gelöstes Problem. So sollen Frauen in der Politik eine Selbstverständlichkeit werden und auch ein siebenköpfiger weiblicher Bundesrat nichts Undenkbares mehr sein. Mädchen stehen zwar heute ganz viele Berufe offen, dennoch lesen viele aus nur drei, vier Möglichkeiten aus. Sogenannte weibliche Berufe sind oft auch solche mit weniger Prestige, eher dienende, im Sozialbereich angesiedelte. Die Frage der Koedukation wurde aufgeworfen, ebenso die Frage nach dem Stellenwert der Emotionalität. Ist diese nun weiblich und deshalb nicht besonders angesehen – oder eben nur menschlich und deshalb für beide Geschlechter gleich wichtig?

Präsentation vor viel Prominenz
Die Ergebnisse der Ideen, die nur so hervorgesprudelt waren, wurden am Nachmittag einem illustren Publikum vorgestellt. So trafen Landammann Daniel Fässler und Ständerat Ivo Bischofberger ebenso ein wie Nationalrätin Lukretia Meier-Schatz. Unter den Workshop-Teilnehmerinnen war auch Alt-Nationalrätin Judith Stamm, die im Mittagstisch in gewohnt pointierter Weise mit den Tischnachbarinnen diskutierte. Erika Bigler, Gründerin von Balance Laufbahnberatung und Frau der ersten Stunde der Frauenvernetzungswerkstatt, war ebenfalls von Anfang an in das Projekt eingebunden, nahm engagiert an den Überlegungen teil. Spannende Frauen brachten spannende neue Gesichtspunkte in die Diskussion ein.

Visionen 2020
Der Auftrag lautete: „Was soll 2020 schon Wirklichkeit sein oder mindestens im Veränderungsprozess sein?

Die Gruppe BILDUNG bot auf Initiative einer jungen Teilnehmerin ein bewegtes Bild mit den wichtigsten erarbeiteten Thesen auf grossen Blättern dar. Auf den Aspekt der Gleichwertigkeit von weiblicher und männlicher Bildung und Berufsausübung wurde besonderer Wert gelegt. Erst eine Welt, die die grossen Ressourcen der Frauen so aufnimmt, dass es zum Wohle der Gesellschaft dienlich ist, kann eine gute Welt sein. Erika Bigler wanderte zur Erheiterung des Publikums mit zwei auf dem Busen aufgehefteten Papierkreisen als leuchtendes Beispiel für die Gleichwertigkeit von Emotionalität und Rationalität vor der Zuschauerkulisse auf und ab.

Die Gruppe GESUNDHEIT stellte die wichtigsten Erkenntnisse anhand grafisch ansprechender Wolken dar. Grossrätin Rahel Mazenauer beschrieb den IST-Zustand und die junge Katrin Neff beleuchtete die Vision 2020. Dabei war unübersehbar, dass früher selbstverständliche Werte wie Nachbarschaftshilfe, soziales Netz, altersdurchmischtes Wohnen wieder aufgegriffen werden müssen. Dass der Mann in Zukunft ebenfalls gleichberechtigt für Familienplanung und Verhütung verantwortlich sein soll, wurde von den männlichen Ehrengästen und den beiden Zeitungsjournalisten mit leicht gequältem Blick entgegengenommen… Klar wurde auch, dass es mehr geschlechterspezifische Forschung im Gesundheitsbereich braucht.

Landsgemeindeplatz als Diskussionsplattformt
Nach dem ausgefüllten Tag wurde auf dem Landsgemeindeplatz bei noch immer strahlendstem Sonnenschein ein Apéro ausgegeben, mit Appenzeller Biberli und anderen Spezialitäten. Ein bunt gemischtes Volk liess sich über den Zweck des blauen Containers und des Projekts 2020 aufklären. Der Container steht nun bis zum 24.Oktober in Lausanne. Es bleibt zu hoffen, dass die zündenden Ideen aus den verschiedenen Diskussionsgruppen sich aktiv auf die Verbesserung der weiblichen Bildung, Gesundheit und Arbeitswelt auswirkt, was auch für die männliche Bevölkerung von grossem Nutzen sein wird.



Zu diesen Themen wird in den Workshops nachgedacht

Gesellschaft - Arbeitswelt - Individuum

Bildung - Connectivity

Unsere vernetzte Welt - Individualisierung

Gesundheit - Globalisierung - Silberne Revolution

Alt werden – ja gerne

Ökologie - Mobilität - Female Shift

Wird die Zukunft weiblich

New Work - die neue Arbeitswelt



Fünfliber-Aktion
Wer sich von den Ideen angesprochen fühlt, findet hier eine Möglichkeit, sich mit dem symbolischen Betrag von Fr. 5.00 am Projekt zu beteiligen.
Zürcher Kantonalbank, 8010 Zürich,
Verein 2020
Konto-Nr. 80-151-4
IBAN CH28 0070 0110 0022 1616 9

Weiterführende Links:
www.2020.ch
www.alliancef.ch
Alle Fotos von Fotografin Sacha Ineichen zur Verfügung gestellt.