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Wil: 29.10.2009
Die beiden Referenten, Nationalrat Lukas Reimann, rechts, und der Islamkenner Robert Bartuma.
Die beiden Referenten, Nationalrat Lukas Reimann, rechts, und der Islamkenner Robert Bartuma.

Willkommen geheissen wurden die Besucherinnen und Besucher im vollbesetzten grossen Freihof- Saal von Erwin Hauer, Präsident der SVP Wil.
Willkommen geheissen wurden die Besucherinnen und Besucher im vollbesetzten grossen Freihof- Saal von Erwin Hauer, Präsident der SVP Wil.

Minarette in der Schweiz und danach
Die SVP Wil lud zum Informationsabend in den«Freihof» ein, das Thema beschäftigt weit über den Bau von Minaretten hinaus.
Christian Jud
Mit dem einheimischen Nationalrat Lukas Reimann und dem Islamkenner Robert Bartuma als Referenten zur Abstimmungsvorlage «Verbot Bau von Minaretten in der Schweiz» war der SVP Wil als Organisator des Informationsabends am Mittwoch den 28.Oktober im Hotel Freihof in Wil ein voller Saal beschieden, wie er politischen Veranstaltungen nicht mehr alltäglich ist.

Dem Präsidenten der SVP Wil, Erwin Hauser, oblag es die Überlegungen der Initianten der Minarettinitiative aufzuzeigen, die von Politikern der SVP und der EDU lanciert wurde. Dabei unterstrich er ausdrücklich, dass die initiative die Religionsfreiheit aller Bewohner unseres Landes als ein unantastbares Menschenrecht garantiert bleibe. Minarette hätten aber nichts mit Religion zu tun, sie wären vielmehr ein religiöspolitisches Machtsymbol.

Weite Teile verunsichert
In seinen Ausführungen erinnerte Lukas Reimann daran, dass es Pflicht jedes Schweizers und jeder Schweizerin sei, den rechtsstaatlichen Rahmen zu achten, aus dem über eine lange Zeit aus dem Zusammenleben verschiedener Religionen und politischen Ansichten die schweizerische Kultur erwachsen sei. Auch den Muslimen stehe in unserem Land das Recht zu, ihre religiösen Bedürfnisse auszuleben. Minarette hätten aber nichts mit der Religion zu tun, sie wären als sichtbare Zeichen der Machtansprüche gedacht.

Der Referent weiter:«Die abendländische christliche Kultur hat eine sehr lange Geschichte hinter sich, man denke an die Reformation, die massgebend auch unsere heutigen Gesetze mit prägte, und eine solche oder ähnliche Reformierung hat der Islam nicht erlebt». Machtansprüche würden je nach Auslegung auch mit den Satzungen des Koran belegt.

Kann sich nicht unterordnen
Der Islamkenner Robert Bartuma zeigte in seinem Referat grundsätzliche Gegensätze zwischen dem Islam und dem Christentum auf. Während in letzterem der Status der Gleichberechtigung von Mann und Frau als eine Voraussetzung der gesellschaftlichen Ordnung als Selbstverständlichkeit gelebt wird, ist dies im Islam eine totale Unterwerfung der Frau.

Das Wort Toleranz bezieht sich im Islam auf die eigene Lebensweise und nicht auf die Rücksicht auf andere, der Islam kennt die Gleichheit nicht und er ist auch nicht in der Lage sich zu unterordnen, und der Referent wörtlich:«Der Islam ist eine Männerherrschaft aus dem Mittelalter, die Minarette sollen das auch nach aussen sichtbar werden lassen. Freiheit und Gleichheit wie wir uns das hier in der Schweiz vorstellen ist im Islam nicht vorgesehen».

Umfassendes Thema
In der anschliessenden Fragestunde wurde sichtbar, dass sich das Thema Bauverbot für Minarette- ja oder nein, nicht auf die sichtbaren Türme der Moscheen und Gebetsräume beschränken lässt, dass sich aus Fragen grundsätzliche Aussagen ergeben, die weit über eine Frage hinaus gehen. Als erste meldete sich eine beherzte Frau, der Sprache nach nicht von hier, die wissen wollte, warum man in der Schweiz partout gegen alles sei, was von der SVP in die Politik eingebracht werde. Lukas Reimann unterliess es, die Schuld den Medien zu zuschieben. Vielmehr würden Parteien oder sonstige Interessenvertreter sozusagen aus dem Bauch heraus nach einem Haar in der Suppe suchen, um eine ablehnende Meinung zu begründen. Dass solche Vorstandsbeschlüsse sehr oft auf wackeligem Unterbau gefasst würden, beweise der gravierende Mitgliederverlust der Katholischen Volkspartei(KVP), nachdem diese die Neinparole zur Minarettinitiative beschlossen hatte.

Auch die Meinung derer welche die Vorlage ablehnen wurde beherzt vorgetragen, und auch die Begründung, in der Nachbargemeinde Rickenbach lebe man gut mit Muslimen zusammen. Auch Betroffene aus dem ehemaligen Jugoslawien meldeten sich zu Wort und verwiesen auf die Morde die von Christen begangen wurden. Am sehr gut besuchten Anlass wurde auch aus den Tischgesprächen spürbar, dass auch nach der Volksabstimmung von Ende November das Thema Zusammenleben noch lange nicht ausdiskutiert sein wird.