 |
Der Fokus auf dem Sport
Der FC Wil spielt am Sonntag auswärts bei Stade Nyonnais.
Simon Dudle/Deborah Rutz
Die Challenge League ist momentan weniger wegen der Spiele in den Schlagzeilen, sondern wegen des Wettskandals. Nichts desto trotz wird am Wochenende nach einer dreiwöchigen Meisterschaftspause der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Der FC Wil gastiert bei Stade Nyonnais und somit bei jenem Verein, gegen den er in der vergangenen Saison keinen Treffer erzielt hat.
Die Meldung hat eingeschlagen wie eine Bombe. 22 Challenge League-Spiele des Jahres 2009 sollen manipuliert gewesen sein. Während der Kantonsrivale FC Gossau diesbezüglich einige Schlagzeilen macht, geht man beim Bergholz-Klub davon aus, dass bei ihm alles sauber abgelaufen ist. Somit kann sich das Fanionteam voll und ganz auf die sportlichen Belange konzentrieren. Der Spielplan will es so, dass die Wiler am Sonntag ab 16 Uhr im Stade Colovray in Nyon antreten. Das Kleinstadion liegt nur wenige Meter und eine Strasse vom Hauptsitz der UEFA entfernt, die sich in diesen Tagen mit dem Skandal befassen muss.
Die Waadtländer entpuppten sich in der vergangenen Saison – damals als Aufsteiger – für die Wiler als echte Knacknuss. In den beiden direkten Duellen erzielten die Äbtestädter keinen Treffer und mussten zwei Mal enttäuscht vom Platz. Auf das 0:0 bei strömendem Regen im Bergholz folgte eine 0:1-Niederlage in Nyon.
Drei hohe Pleiten Die Waadtländer sind in dieser Saison eine Wundertüte, bei der sich Licht und Schatten fast schon regelmässig abwechseln. Das Team, welches seit diesem Sommer vom Franzosen Frantz Barriquand trainiert wird, kassierte in den ersten 13 Spielen schon drei Mal eine hohe Niederlage. So unterlag Stade Nyonnais dem FC Thun auswärts gleich mit 0:9 und zuhause dem FC Winterthur mit 2:7. Nicht viel besser lief es im bis anhin letzten Heimspiel, als Yverdon im Stade Colovray einen 4:0-Sieg feierte.
Trotzdem ist der sonntägliche Gegner nur knapp hinter dem FC Wil klassiert und würde mit einem Sieg die Äbtestädter in der Tabelle überholen. Dies liegt daran, weil in den Spielen gegen die so genannt Kleinen Teams immer Zählbares eingefahren wurde. Gegen Le Mont, Servette, Gossau und Locarno gab es für Stade Nyonnais jeweils einen Dreier, im Vergleich mit Wohlen resultierte immerhin ein Unentschieden.
Winner-Mentalität einimpfen Die Wiler reisen mit dem Wissen an den Genfersee, dass sie mit einem Sieg bereits mehr Zähler auf dem Konto hätten als in der Winterpause der vergangenen Saison. Das Ziel von Trainer Axel Thoma ist, den Spielern eine Winner-Mentalität einzuimpfen. „Fussball ist zum Glück nicht immer wie Mathematik. In dieser Saison ergab bei uns zwei plus zwei oft nur drei. Das Ziel muss sein, dass zwei plus zwei fünf gibt“, so der Sportchef und Trainer in einer Person. In Nyon – Mittelfeldspieler Marko Muslin muss am Sonntag nach seiner vierten Verwarnung eine Sperre absitzen – streben die Äbtestädter den dritten Auswärtssieg der Saison an.
Der 1:0-Erfolg gegen Le Mont im letzten Spiel vor der Länderspielpause hat dafür gesorgt, dass die Mannschaft in der dreiwöchigen Pause in Ruhe arbeiten konnte. In zwei Testspielen gegen Amriswil aus der 2. Liga interregional sowie gegen Gossau hatte je ein knapper Sieg resultiert.
|
 |