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Trommel- und Tanzkunst im Rampenlicht
Das Jahreskonzert der Wiler Stadttambouren mit dem Wiler Tanzatelier W59 sorgte für eine einzigartige Präsentation.
Nadio Giger
An ihrem Jahreskonzert am 22. November stellten sich die Stadttambouren Wil im Stadtsaal ins Rampenlicht. Gemeinsam mit dem Tanzatelier W59 präsentierten sie eine faszinierende Kombination von Musik und Tanz.
„Spot On!“ hiess es am 22. November, als sich die Stadttambouren an ihrem Jahreskonzert unter dem Motto „Rampenlicht“ ins Schweinwerferlicht des Wiler Stadtsaals stellten. Beleuchtet wurde so während zweier Stunden ein faszinierender Ausschnitt aus dem Repertoire des Wiler Musikvereins, aber auch – und dank der Konzertmoderation – interessante Geschichten, welche die Stadttambouren mit ihrer Musik erzählen, sowie Ereignisse, die sich mit ihrem Repertoire in Verbindung bringen lassen.
Schottland und Amerika Die Eröffnungskomposition „Mr. Boum“ erinnerte etwa an das bekannte Military Tattoo im schottischen Edinburgh, an welchem der Sektionsleiter der Stadttambouren, Philipp Rütsche, sowie die Tambourin Isabella Walzthöny mit dem Schweizer Armeespiel im August diesen Jahres teilgenommen hatten.
Mit dem Stück „Bassclairon Rag“ beschworen Tambouren und Claironisten das Amerika der 1920-er Jahre herauf, in welchem die Wurzeln des Ragtime-Rhythmus zu finden sind, dem wichtigen Vorläufer der Jazzmusik. Ebenfalls amerikanisch war das Showtrommelstück „Drumline“, bei welchem die Choreographie durch die Lüfte tanzender Schlegel ebenso beeindruckte wie das Trommelspiel selber.
Ansteckender Trommelvirus Wie virtuos sich die Balser Trommel spielen lässt, demonstrierte die Tambourensektion des Vereins zudem mit Trommelkompositionen von höchstem Schwierigkeitsgrad, wie etwa mit „SyncopAction“ oder „Virus“. Es gelang ihnen nicht nur mit diesen Stücken, das Publikum mit dem höchst ungefährlichen Trommelvirus anzustecken – und hätte es sich bei der Tambouren- und Claironkomposition „Driving Test“ tatsächlich um eine Prüfung gehandelt, hätten die Claironisten und Trommler diese aus der Sicht des Publikums bestens bestanden.
Mit der gemischten Komposition „Le Challenge“ bedankten sich die Stadttambouren schliesslich musikalisch bei der Stadt Wil für deren stetige Unterstützung des kulturellen Schaffens des Vereins.
Trommel- und Tanzkunst Im Rampenlicht standen jedoch auch die Tänzerinnen des Wiler Tanzateliers W59 unter der Leitung von Denise Rohner-Bachmann, deren Auftritte ein ganz besonderes Highlight waren. Mit faszinierenden Choreographien zu den Stücken „Powerplay“ und „Destination Cuba“ der Stadttambouren zeigten sie, wie sich das Trommel- und Claironspiel und der Tanz im gemeinsamen Element Rhythmus finden und wie sich die verschiedenen Künste beeindruckend kombinieren lassen.
Die Tänzerinnen des Wiler Tanzateliers W59, deren Soloauftritt mit dem Titel „Santa Maria“ sehr gefiel, waren dieses Jahr erstmals anlässlich des Kantonalturnfests in Wil gemeinsam mit den Stadttambouren aufgetreten. Es ist sehr zu hoffen, dass die Zusammenarbeit zwischen den Stadttambouren und dem Tanzatelier W59 fortdauert, auf dass noch viele weitere gemeinsame Auftritte folgen werden – Auftritte, welche die einzigartige Verschmelzung der Trommel-, Clairon- und Tanzkunst zeigen.
Musikalische Leckerbissen Im besten Licht präsentierten sich auch die Jungtambouren des Wiler Traditionsvereins. Da waren zum einen die Allerjüngsten, die mit Stücken wie „Tambulino“ oder „Chinderfäscht“ teils zum ersten Mal auf einer Bühne stehen durften und das Publikum mit ihrem kindlichen Charme verzauberten. Da waren aber auch die verschiedenen älteren Jungtambourengruppen, die bei traditionellen Kompositionen wie der „Schweizer- und Franzosentagwacht“ oder beim Showtrommelstück „Polarbair“ derart virtuos wirbelten, dass ihrem Weg in die Aktivsektion der Stadttambouren nicht mehr viel im Wege stehen sollte.
Und da war schliesslich auch die gesamte Jugendabteilung des Vereins, die gemeinsam mit dem Perkussionsstück „Big Mac“ einen musikalischen Leckerbissen erster Güte servierte. Als die Scheinwerfer des Stadtsaals nach dem Konzert erloschen waren, blieb die Impression eines beeindruckenden Konzerts – und die Vorfreude auf weitere Momente, in denen sich die Stadttambouren musikalisch ins Rampenlicht stellen werden.
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