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Ein Geschenk bringen, das man nicht kaufen kann
Gehaltvolle Aussendungsfeier ökumenisches Sternsingen in Eschlikon
Rita Schmidlin
Am Dreikönigstag hat in der katholischen Kirche Eschlikon die Aussendungsfeier stattgefunden. Rund 60 Kinder werden bis nächsten Sonntag von Haus zu Haus ziehen und nicht nur den Segen bringen, sondern für andere Kinder sammeln, denen es nicht so gut geht. Die Sternsinger sammeln im 2010 für Strassenkinder in Ghana.
Der schöne Brauch der Sternsinger wird in der Region gepflegt, viele Kinder und Jugendliche sind zurzeit unterwegs. In Eschlikon gibt es eine Besonderheit, es wird seit 2005 ein ökumenisches Sternsingen durchgeführt. Eschlikon gehört zu Pfarrei Sirnach-Eschlikon, katholische Kirchgemeinde Sirnach. Irene Würmli, OK Sternsingen, hat erzählt, wie das ökumenische Sternsingen entstanden ist.
Eschlikon baut Agraharam Das Dorfbauprojekt „Eschlikon baut Agraharam“ – Schweizer Gemeinden bauen Dörfer in Südindien, war der Auslöser für das ökumenische Sternsingen von Eschlikon. Wie Irene Würmli sich erinnert, haben Ende 2004 beherzte Frauen unentgeltlich an vielen Abenden die wunderschönen Kleider genäht. Im Januar 2005 war es soweit und die ersten Gruppen von Kindern sind singend und Reime aufsagend in Eschlikon von Haus zu Haus gezogen. Der Erlös von zirka 8000 Franken übertraf alle Erwartungen und kam vollumfänglich dem Dorfbauprojekt zugute.
„Obwohl ursprünglich ein katholischer Brauch“, freut sich Irene Würmli, „dürfen wir in Eschlikon auf Anregung von Pfarrer Simon Vogel die Aussendung abwechselnd in der katholischen Kirche und der reformierten Kirche vornehmen. Nicht nur die Kindergruppen, auch die Begleitpersonen und das Team sind konfessionell gemischt. Es freut uns sehr, dass dieser wertvolle, alte christliche Brauch der Nächstenliebe und der Solidarität von so vielen Kindern und Eltern getragen wird.“
„Dä Stern vo Bethlehem“ In der Unterkirche Eschlikon war reger Betrieb am Mittwochnachmittag, die Aussendungsfeier begann um 17 Uhr und bis dahin mussten alle Sternsinger eingekleidet und teilweise geschminkt sein. Eine kleine Hauptprobe für den Einmarsch in die Kirche und das Aufstellen zum Singen wurde auch noch gemacht. Alles klappte, dank vielen Helferinnen und Helfern und Kinder und Jugendlichen, die voller Eifer bei der Sache waren.
Pirmin Brühwiler, Religionspädagoge in Ausbildung, der zurzeit ein Praktikum macht in der Pfarrei Sirnach-Eschlikon, begrüsste die Sternsinger und die weiteren Anwesenden zur Aussendungsfeier. Er stellte die Frage, was die Aussage vor mehr als 2000 Jahren heute bedeute: Ein Kind kommt auf die Welt, eine Geburtsanzeige wird versandt, Besuch kommt und bringt Geschenke. Der Stern von Bethlehem war die Geburtsanzeige am Himmel.
Gemeinsam wurde das bekannte Lied „Das isch dä Stern vo Bethlehem“ gesungen. Giuseppe Iasiello begleitete am Klavier, Erika Meier leitete den Chor der Sternsinger. Als überraschende musikalische Einlage traten zwei Schülerinnen der 1. Oberstufe als Sängerinnen auf. Einzeln und auch gemeinsam erfreuten Carmen Klein und Carolyn Knecht die Besucher der Aussendungsfeier.
Segen bringen Im Dialog mit den Kindern und Jugendlichen ging Pirmin Brühwiler der Geschichte auf die Spur, wieso man heute am Dreikönigstag feiert. Die Hirten waren als erste bei der Krippe, ihnen hatten die Engel den Weg gewiesen. Ob sie auch Geschenke gebracht haben, ist nicht bekannt. Die Könige, die Magier, liessen sich vom Stern leiten und sie brachten Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe
Gold bedeutet Reichtum und Macht. Weihrauch ist ein uraltes Symbol der Gottesverehrung. Weihrauch für das Jesuskind zeigt: Hier geht es um etwas Göttliches, etwas Besonderes. Die Myrrhe wurde als Medizin verwendet und bedeutet Gesundheit und Heilung.
Was würde man heute bringen? Pirmin Brühwiler lobte den Einsatz der Jugendlichen, die als Sternsinger Geld sammeln würden für Kinder in Ghana. Sie würden aber auch etwas bringen, etwas, was man nicht kaufen kann. Mit den Inschriften „*20*C+M+B*10 – Christus segne dieses Haus“ über den Haustüren bringen sie den Bewohnern Freude und den Segen Gottes.
Gestärkt durch diese gehaltvolle Aussendungsfeier machten sich die rund 60 Sternsinger auf den Weg. Bis am Sonntagabend werden sie viele Menschen erfreuen und – so hoffen alle – auch viel Geld sammeln für die Strassenkinder von Ghana. (www.chance-for-children.org).
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