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Premiere von der Komödie „Der Geisterzug“ in Wil
Ein köstlicher Theaterabend in einer trostlosen Bahnstation
Rita Schmidlin
Das KliWi – das Theaterensemble, welches sich aus Mitarbeitenden der Klinik Wil, der Heimstätten Wil und Gästen zusammensetzt – bringt mit „Der Geisterzug“ von Arnold Ridley eine unterhaltsame Komödie auf die Bühne – ein Stück, das 1927 uraufgeführt wurde. Die Premiere hat am Samstag, 13. März stattgefunden, das Publikum amüsierte sich köstlich und war hell begeistert. Wer nicht mitgefahren ist, kann den „Geisterzug“ am 19., 20. oder 27. März noch besteigen, Billette für diese Sonderfahrten gibt es gratis beim Eingang.
Ab 18.30 Uhr war das Restaurant in der Klinik Wil geöffnet, das Angebot, sich vor dem Theater zu verpflegen, wurde rege benutzt. Die angekündigte spannende Handlung sollte ja nicht vom knurrenden Magen gestört werden.
Zum Autor Das zahlreiche Publikum wurde begrüsst von Rupert Jackson, Polizist im abgelegenen Brandon an der Grenze USA/Kanada, wo das Stück Mitte des 20. Jahrhunderts spielt. Der Autor Arnold Ridley, geboren 1896 in England, war zuerst Schauspieler. Der erste Weltkrieg unterbrach seine Karriere und wegen einer schweren Verwundung im Militär musste er später den Beruf aufgeben. Er begann, selber Stücke zu schreiben und arbeitete als Regisseur im Theater, im Film und später beim Fernsehen. Als Schauspieler trat er nur noch gelegentlich auf, so auch in der Uraufführung vom „Geisterzug“.
Notbremse gezogen Als Bühnenbild sieht man einen schäbigen Raum, den Wartsaal der Bahnstation Brandon, wie es sich bald herausstellte. Bald füllt sich der Wartsaal mit sechs Reisenden, die ihren Anschluss verpasst haben. Dabei ist das Ehepaar Gregory und Elsie Wintlet, erst ein Jahr verheiratet, aber bereits mit Trennungsgedanken, mindestens von Seiten der Frau. Pech gehabt haben Charles und Peggy Murdock, sie haben am Vormittag geheiratet und waren auf dem Weg zu ihren Flitterwochen. Die Hochzeitsnacht in einem Wartsaal zu verbringen ist nicht gerade verlockend. Doreen Bourne ist froh, dass ihr Papagei Coco schläft und den miesen Wartsaal nicht sehen muss. Sie selbst verschläft dann allerdings die gruselige Nacht ebenfalls, da ihr ein grosser Schluck Cognac nicht gut tat.
Als letzter trifft der Reisende Teddy Deakin ein, der Schuld an der ganzen Misere hat. Er hatte aus dem Fenster des Zuges geschaut und sich den Wind um die Ohren blasen lassen, bis sein Hut weggeflogen ist. Zum Ärger der anderen Passagiere zog er darauf die Notbremse und nun sassen sie alle da, in dem gottverlassenen Nest und der frohen Aussicht, bis am Morgen auf ihren nächsten Anschluss zu warten.
Stationsvorstand Saul Hodgkin war auch kein Trost für die Reisenden, er wollte sie nicht im Wartsaal haben und dann erzählte er auch noch eine sonderbare Geschichte von einem Geisterzug, der jeweils nachts vorbeifährt. Wie in der Nacht, als ein Zug vor langer Zeit verunglückte, läute zuerst die Signalglocke, dann höre man das Pfeifen der Lokomotive und den vorbeifahrenden Zug. Wie es heisst, müsse jeder sterben, der diesen Zug sehe.
Gibt es Geister? Die Geschichte entwickelt sich prächtig, einige der Reisenden haben Angst, andere glauben nicht an Geister oder tun mindestens so. Der Stationsvorstand verabschiedet sich, kurz darauf liegt er aber tot im Wartsaal, nur seine Lampe brennt noch. Bald gibt es noch mehr Betrieb im Wartsaal, die verrückte Julia Price kommt ins Spiel, die von ihrem Bruder Herbert Price und Frau Dr. Sterling gesucht wird. Die Ereignisse überstürzen sich, die Signalglocken läuten, der Geisterzug fährt vorbei…
Wer das Ende der mysteriösen Geschichte wissen möchte, ist herzlich eingeladen, eine der kommenden Aufführungen zu besuchen. Die Schauspieler unter der Regie von Sigi Blarer geben ihr Bestes und spielen ihre Rollen überzeugend. Man langweilt sich garantiert keine Sekunde lang in dieser abwechslungsreichen Komödie, die – Pause eingerechnet – gut zwei Stunden dauert.
Das Premierepublikum zeigte sich hell begeistert und spendete einen Riesenschlussapplaus für die tolle Leistung des KliWi-Theaters.
Aufführungsdaten "Der Geisterzug" Die „Fahrt mit dem Geisterzug“ mit drei Zwischenstationen (Akten) und einer Pause dauert gut zwei Stunden. Das Theater in Szene gesetzt hat Sigi Blarer, Dietlikon. Weitere Vorstellungen: Freitag, 19., März, Samstag, 20. und 27. März 2009, jeweils 20.00 Uhr, Saalöffnung / Restauration mit warmer Küche ab 18.30 Uhr für ein genüsslich-kulinarisches Einstimmen auf die Vorstellungen. Gäste sind herzlich willkommen. Freier Eintritt; freiwillige Kollekte
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