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Oberbüren: 27.04.2010
Gründungsmitglied Albert Zwick begrüsst das bereits zu Beginn ausserordentlich gutgelaunte Publikum. Hochkarätiges ist zu erwarten, denn die heutigen Gäste sind auch auf internationalen Bühnen gefragt. Zwick bedankt sich ausdrücklich bei den treuen Sponsoren, ohne die solche Anlässe – bei den Eintrittspreisen! (Fr.15.00 pro Anlass) – nicht denkbar wären.
Gründungsmitglied Albert Zwick begrüsst das bereits zu Beginn ausserordentlich gutgelaunte Publikum. Hochkarätiges ist zu erwarten, denn die heutigen Gäste sind auch auf internationalen Bühnen gefragt. Zwick bedankt sich ausdrücklich bei den treuen Sponsoren, ohne die solche Anlässe – bei den Eintrittspreisen! (Fr.15.00 pro Anlass) – nicht denkbar wären.

Marcel Schellenberg „dirigiert“ mit Charme und Witz seine Kollegen, spielt Trompete und Posaune, verblüfft (vierhändig) auf dem Flügel und arrangiert Stücke für die Bandformation – ein Allrounder erster Güte!
Marcel Schellenberg „dirigiert“ mit Charme und Witz seine Kollegen, spielt Trompete und Posaune, verblüfft (vierhändig) auf dem Flügel und arrangiert Stücke für die Bandformation – ein Allrounder erster Güte!

Süsser die Töne nie klingen… Das wunderbare Zusammenspiel von Trompete und Saxofon geht unter die Haut und lässt die Füsse mitwippen.
Süsser die Töne nie klingen… Das wunderbare Zusammenspiel von Trompete und Saxofon geht unter die Haut und lässt die Füsse mitwippen.

Eddie Davis stammt zwar aus Chicago, lebt aber in Jestetten D und arbeitet im Schaffhausischen. Er hat den Swing und den Blues in den Poren. Seine starken Hände lassen  die Kontrabass-Saiten tanzen, sein Gesang lässt den Mississippi erahnen – Südstaatenfeeling kommt auf.
Eddie Davis stammt zwar aus Chicago, lebt aber in Jestetten D und arbeitet im Schaffhausischen. Er hat den Swing und den Blues in den Poren. Seine starken Hände lassen die Kontrabass-Saiten tanzen, sein Gesang lässt den Mississippi erahnen – Südstaatenfeeling kommt auf.

Bernie Ruch ist der absolute Herrscher über seine Becken, Trommeln, Cinellen und alle Arten von Schlagstäben. An seinem Gesicht lassen sich die verschiedenen Gemütszustände genauestens ablesen, Auge und Ohr freuen sich über das rhythmische Feuerwerk und das Stillsitzen fällt schwer und schwerer…
Bernie Ruch ist der absolute Herrscher über seine Becken, Trommeln, Cinellen und alle Arten von Schlagstäben. An seinem Gesicht lassen sich die verschiedenen Gemütszustände genauestens ablesen, Auge und Ohr freuen sich über das rhythmische Feuerwerk und das Stillsitzen fällt schwer und schwerer…

Schade, dass Bilder nicht tönen können! Beat Inderbitzin bläst sein Saxofon auf Hochtouren, wohlklingend, energetisierend, variantenreich – ein Hochgenuss! Eddie Davis zupft dazu die Saiten, gibt dem Ganzen Boden, während im Hintergrund die Becken stampfenden Rhythmus vorgeben.
Schade, dass Bilder nicht tönen können! Beat Inderbitzin bläst sein Saxofon auf Hochtouren, wohlklingend, energetisierend, variantenreich – ein Hochgenuss! Eddie Davis zupft dazu die Saiten, gibt dem Ganzen Boden, während im Hintergrund die Becken stampfenden Rhythmus vorgeben.

Vierhändig am Flügel: Abwechslungsreich wie das ganze Konzert ist auch dieses Stück, von Jean-Charles Reber und Marcel Schellenberg rasant und mit sichtlicher Freude am gemeinsamen Tun gespielt. Anklänge an Alexis Sorbas lassen in Erinnerungen an diesen wunderbaren Film schwelgen.
Vierhändig am Flügel: Abwechslungsreich wie das ganze Konzert ist auch dieses Stück, von Jean-Charles Reber und Marcel Schellenberg rasant und mit sichtlicher Freude am gemeinsamen Tun gespielt. Anklänge an Alexis Sorbas lassen in Erinnerungen an diesen wunderbaren Film schwelgen.

Die Klangfarben wechseln immer wieder – hier mit Posaune und Klarinette -, die meisterliche Beherrschung aber bleibt dieselbe. Harmonisch klingt alles, das faszinierte Publikum geizt nicht mit Zwischenapplaus.
Die Klangfarben wechseln immer wieder – hier mit Posaune und Klarinette -, die meisterliche Beherrschung aber bleibt dieselbe. Harmonisch klingt alles, das faszinierte Publikum geizt nicht mit Zwischenapplaus.

Man muss den Klang des Saxofons einfach lieben, vor allem, wenn es so eindrücklich und virtuos gespielt wird wie von Beat Inderbitzin. Da liegt Seele in der Musik!
Man muss den Klang des Saxofons einfach lieben, vor allem, wenn es so eindrücklich und virtuos gespielt wird wie von Beat Inderbitzin. Da liegt Seele in der Musik!

Ein Ensemble braucht persönliche Harmonie, Spielfreude und exzellente Musiker. Bei der  Scafusia Jassband passt alles zusammen, was den Funken ganz schnell aufs Publikum überspringen lässt.
Ein Ensemble braucht persönliche Harmonie, Spielfreude und exzellente Musiker. Bei der Scafusia Jassband passt alles zusammen, was den Funken ganz schnell aufs Publikum überspringen lässt.

Selbst wenn ein Konzert noch so lange dauert, die Musiker noch so ausgiebig und vielseitig gespielt haben – das Publikum verlangt nach einer Zugabe. Dazu packt Beat Inderbitzin die kleine Blockflöte aus und spielt einen Muotathaler darauf, dass die tanzenden Finger kaum mehr wahrnehmbar sind. Da würde jetzt „bodälä“ dazupassen!!
Selbst wenn ein Konzert noch so lange dauert, die Musiker noch so ausgiebig und vielseitig gespielt haben – das Publikum verlangt nach einer Zugabe. Dazu packt Beat Inderbitzin die kleine Blockflöte aus und spielt einen Muotathaler darauf, dass die tanzenden Finger kaum mehr wahrnehmbar sind. Da würde jetzt „bodälä“ dazupassen!!

Farbig wie die Krawatten der Bandmitglieder war auch das Konzertprogramm. Das Publikum am Dixie-Festival in Dresden darf sich auf diese tolle Band freuen. Als einzige Vertreterin der Schweiz wurde  das Schaffhauser Quintett dazu eingeladen. (Bild Kristina Marty)
Farbig wie die Krawatten der Bandmitglieder war auch das Konzertprogramm. Das Publikum am Dixie-Festival in Dresden darf sich auf diese tolle Band freuen. Als einzige Vertreterin der Schweiz wurde das Schaffhauser Quintett dazu eingeladen. (Bild Kristina Marty)

Heimweh nach dem Mississippi
Die Scafusia Jazzband beehrte „Kulthur Oberbüren“
Annelies Seelhofer-Brunner
Das breitgefächerte Programm von „Kulthur Oberbüren“ spricht ein vielseitig interessiertes Publikum an. Da kann die Frühlingssonne noch so verlockend scheinen, Kulturbeflissene hält das nicht vom Besuch der Anlässe ab. So geschehen beim Auftritt der europaweit bekannten Jazzformation aus dem Schaffhausischen mit dem sinnigen Namen „Scafusia-Jazzband“. Die Verantwortlichen von „Kulthur Oberbüren“ haben auch diesmal einen guten Riecher bewiesen.

Dixie vom Feinsten
Bandleader Marcel Schellenberg kennt keine Scheu, dem Publikum den „Schmus“ zu bringen. Schon bald hat er erkannt, dass das Oberbürer Publikum das weltbeste, ja die „Crème de la crème“ sei. Auch die Akustik im Lichthof bringt ihn zum Schwärmen. Fast ohne Technik kann da gespielt werden. Und wie das gemacht wird!
Schon die leere Bühne verspricht einen tollen Musikabend. Da stehen Posaune, Trompete, aber auch Saxofon und Klarinette auf ihren Ständern, der Deckel des Flügels ist aufgeklappt, die Bassgeige und die Schlagwerke warten auf ihren Einsatz. Kaum haben die fünf Männer die Bühne betreten, legen sie schon los. Es sind keine Jungspunde, sondern Männer gestandenen Alters. Es ist wie beim Wein: je älter, desto besser – sofern die Zutaten stimmen. Und die stimmen da wirklich!

Fünf Musiker mit sprühender Spielfreude
Der schwarze Kontrabassist Eddie Davis – von Schellenberg als „direkt von Chicago“ angepriesen, laut Homepage aber im deutschen Jestetten wohnhaft – hat den Rhythmus bestimmt schon mit der Muttermilch eingesogen. Seine Finger scheinen die dicken Saiten des Kontrabasses zwar nur zu streicheln, dennoch gibt er einen kraftvollen Bass-Sound vor. Beat Inderbitzin spielt alles, was Klappen oder Löcher hat, Saxofon, Klarinette, Blockflöte – und alle Instrumente mit gleichhoher Kunstfertigkeit und Spielfreude. Marcel Schellenberg moderiert, trompetet, spielt Klavier und singt, leitet gleichzeitig die Band und bläst auch die Zugposaune – ein Wirbelwind, der dem Publikum immer neue Höhepunkte verspricht. Doch es bleibt nicht beim Versprechen! Am Schlagzeug arbeitet sich Bernie Ruch durch all die Becken und Cinellen, virtuos auch er, voll überraschender Schläge und Klangbilder. Doch was wäre all diese Musik ohne die Akkorde, exakt gesetzt und mit scheinbarer Leichtigkeit eingepasst, die Jean-Charles Reber dem Flügel entlockt!

Unsterbliche Musik unsterblicher Musiker
Sydney Bechet ist in Jazzfreunde-Kreisen ein klingender Name. Als Schwarzer war er dem amerikanischen Rassismus stark ausgesetzt, was ihn bewog, in Frankreich Fuss zu fassen. Er hatte schon mit Louis Armstrong zusammengespielt. Auch George Gershwin und Duke Ellington sind unvergessene Musiker und Komponisten. Sie gehören zum Repertoire der Band genau wie Stücke von Fats Waller, dem begnadeten Jazzpianisten anfangs des 20.Jahrhunderts oder Mary Lou und John „Bearcat“ Williams. Mary Lou Williams war als Frau eine Attraktion, gab es doch anfangs des 20.Jahrhunderts kaum Frauen in Jazzorchestern. Die Verschmelzung der Musik französischer Kreolen und schwarzer Amerikaner ergab den unvergleichlichen New Orleans-Jazz. Hauptmerkmal ist ihr rhythmischer, mitreissender Bassgrund, welcher von Blechinstrumenten und/oder Pianoklängen überstrahlt wird und grosses Können verlangt.

Geliebter Mississippi
"They Can't Take That Away From Me“, von George und Ira Gershwin 1937 komponiert, liess Eddie Davis Raum für eine mitreissende Gesangsperformance. Von Bernie Ruch an den Becken und Cinellen wunderbar rhythmisch angeheizt, dem perlenden Flügel des untadeligen Jean-Charles Reber umschmeichelt und den glasklaren Trompetentönen von Marcel Schellenberg sowie dem Saxofon des eleganten Beat Inderbitzin dezent, aber dennoch temperamentvoll unterstützt sang sich Eddie Davis in die Herzen des Publikums. Schon konnte man den Mississippi riechen, dessen gemächliches Fliessen und die harte Arbeit auf den Feldern entlang dieses legendenumrankten Flusses erahnen. Überhaupt der Mississippi! New Orleans ist doch sozusagen die Wiege der kreolischen Musik, des Dixie-Jazzes, der Cajun-Musik. Das Völkergemisch am Flussdelta hat die schwarze Musik bereichert und schon bald auch die Welt der Weissen erobert, ohne allerdings den Rassismus zu besiegen. „Do you know, what it means to miss New Orleans?“, gesungen von Marcel Schellenberg, liess das Heimweh nach der von Musik erfüllten Stadt spüren. Dass Schellenberg mit seiner früheren Musikformation „Farmers Best Dixie Corporation“ die Ehrenbürgerschaft der Stadt New Orleans erhielt (1995), macht verständlich, weshalb die Scafusia Jazzband so mitreissenden "schwarzen“ Jazz spielt.

Vielfältiges Repertoire
Es ist selten, dass Musiker ihre eigene CD mitzubringen vergessen. Doch der Scafusia Jazzband scheint das Musizieren wichtiger zu sein als der schnöde Mammon. Die neueste Scheibe enthalte allerdings genau die Musikstücke des Oberbürer Programms. Wer so eine CD hört, wird beim Abspielen den unvergesslichen Abend im Lichthof der Schulanlage Thurzelg erneut geniessen können. Titel wie „Bei mir bist du schön“ (oder scheen, wie oft gesungen) oder „Baby, Won’t You Please Come Home?“, aber auch „On the Sunny Side of the Street“ oder „Halleluja, I Love Her So“ klingen altbekannt, werden aber von den fünf Scafusiern mit wechselnder Instrumentierung neu interpretiert. Die Zeit verging jedenfalls wie im Flug, so dass erst nach mehr als zwei Stunden die Ankündigung zum letzten Stück kam. Ein fulminantes Schlagzeugsolo nach allen Regeln der Kunst leitete den Schluss ein: „When My Dreamboat Comes Home“, zu guter Letzt fünfstimmig a capella gesungen – man hätte noch lange zuhören mögen.

Und immer wieder Soli
Die Solo-Einlagen – es gab deren unzählige, schön verteilt auf die verschiedenen Instrumente, wobei die Bläser etwas Vorrang hatten – wurden immer wieder beklatscht und von den Musikern verdankt. Und weil trotz fortgeschrittener Zeit niemand einfach so heimgehen mochte, hängte die Band als Zugabestück noch einen Ohrwurm aus der Schweiz an: den Muotathaler à la New Orleans. Beat Inderbitzin entlockte der oft etwas abfällig als „Speuzchnebel“ bezeichneten Blockflöte Tonläufe in atemberaubendem Tempo, dezent unterstützt von seinen Kollegen und vom Publikum mit Zurufen bejubelt. Wer spätestens jetzt nicht mit dem Füssen wippte oder den Fingern schnippte, war entweder taub oder vom vielen Klatschen erschöpft. Die Lautstärke hätte da allerdings kaum Einfluss gehabt, denn wahre Künstler brauchen keine übertriebene Phonstärke, sondern kennen auch die leisen Töne. Wie wohltuend, wenn ein Konzert ohne Ohrenpfropfen zu geniessen ist! Und wie wunderbar, wenn die Musik die Herzen berührt und so die neue Woche beginnen lässt!

Dank an die Sponsoren
Heutzutage kommt kein Kulturveranstalter mehr ohne finanziellen Zustupf von aussen aus. „Kulthur Oberbüren“ freut sich über das Engagement folgender Körperschaften:

Migros Kulturprozent

Arbeitgeber-Vereinigung der Region Uzwil

Raiffeisenbank Oberbüren-Niederbüren-Uzwil

Kulturförderung des Kantons St.Gallen

Ins Leben gerufen und in unzähligen Stunden uneigennützigen Einsatzes am Leben erhalten haben "Kulthur Oberbüren" die folgenden fünf Personen

Edwin Kuhn
Albert Zwick
Hildegard Brühwiler
Raphael Brühwiler
Othmar Senn

Weitere Informationen unter
www.scafusia.ch
www.kulthur.ch