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Wil: 04.06.2010
Die Evang. Kirchgemeinde Wil engagierte sich für die Realisierung der unentgeltlichen Lebensmittelabgabe für Minderbemittelte. Das Wiler Projekt unter dem Titel "Poschtitäsche" setzte Diakon Thomas Gugger mit zahlreichen Beteiligten um. Zum Projekt informierten v.l. Sybille Pelzmann, Präsidentin Evang. Kirchgemeinde Wil; Rolf Steiner, Caritas St.Gallen; Susanne Lendenmann, Schweizer Tafel Ostschweiz; Projektleiter Thomas Gugger; Ernst Mäder-Meier, Leiter "Poschtitäsche"; Suzanne Naef Thalmann, Leiterin Soz. Dienste Stadt Wil und Urslua Möck, Sozialdiakonin, Evang. Wil.
Die Evang. Kirchgemeinde Wil engagierte sich für die Realisierung der unentgeltlichen Lebensmittelabgabe für Minderbemittelte. Das Wiler Projekt unter dem Titel "Poschtitäsche" setzte Diakon Thomas Gugger mit zahlreichen Beteiligten um. Zum Projekt informierten v.l. Sybille Pelzmann, Präsidentin Evang. Kirchgemeinde Wil; Rolf Steiner, Caritas St.Gallen; Susanne Lendenmann, Schweizer Tafel Ostschweiz; Projektleiter Thomas Gugger; Ernst Mäder-Meier, Leiter "Poschtitäsche"; Suzanne Naef Thalmann, Leiterin Soz. Dienste Stadt Wil und Urslua Möck, Sozialdiakonin, Evang. Wil.

Mit "Poschtitäsche" gibt es in Wil Lebensmittel für Minderbemittelte
Wil wird die 45. Abgabestelle der Ostschweiz mit Lebensmitteln für Familien, welche Sozialhilfe beanspruchen oder am Rande des Existenzminimums stehen.
Niklaus Jung
Am Donnerstag informierte Projektleiter Thomas Gugger seitens der Evang. Kirchgemeinde im "Rebstock" Wil über die Eröffnung der "Poschtitäsche" im Otmarsheim, eine Lebensmittelabgabe für Minderbemittelte. Evangelisch Wil nahm die Anfrage seitens der Stadt Wil auf und lancierte mit einem Projektteam die Sozialeinrichtung. Das Angebot können Personen nutzen, welche via Caritas-Ausweis das Bedürfnis belegen können.

Mitte April startete das Angebot "Poschtitäsche" im Otmarsheim an der Mattstrasse 14 in Wil. Am ersten Donnerstag fanden sich bereits 11 Personen ein, um Lebensmittel für 45 Personen abzuholen. Zur fünften Durchführung fanden sich bereits 26 Personen ein und bezogen Nahrungsmittel für 101 Personen aus ihren Familien. Zur Orientierung über die Eröffnung fanden sich neben verschiedenen Sponsoren auch die Sozialstellenleiter der Stadt Wil und den Regionsgemeinden ein.

Eine wichtige Lücke geschlossen
Projektleiter Thomas Gugger von der Evang. Kirchgemeinde setzte an den Anfang seiner Informationen einen treffenden Vergleich. Das Brot, vom Grossverteiler als Überangebot gespendet, bedeute für diesen nicht viel. Wenn das gleiche Brot aber in die "Poschtitäsche" einer minderbemittelten Familie komme, bedeute das für diese Leute sehr viel. Nach einem Jahr seit der Anfrage von der Stadt Wil habe das Projekt nun mitte April starten können und werde bereits rege benutzt.

Suzanne Naef Thalmann, Leiterin der Sozialen Dienste der Stadt Wil, gab sich in ihren Ausführungen erfreut, dass mit der "Poschtitäsche" in Wil eine wichtige Lücke im Sozialangebot geschlossen werden konnte. Es bedeute für die Minderbemittelten sehr viel, wenn sie nebst gesunden Nahrungsmitteln sich auch einmal an einem "Delice-Angebot" satt essen könnten. Die Notwendigkeit des Angebotes sei in Wil erwiesen, wenn 2,9 Prozent der über 17'000 Bewohner in Wil Sozialhilfe beziehen. 42 Prozent der Betroffenen seien Kinder.

Professionelle Leitung
Sybille Pelzmann, Präsidentin von Evangelisch Wil gab sich erfreut, dass nur ein Jahr nach der Anfrage seitens der Stadt das Projekt nun umgesetzt sei. Ganz nach dem Leitbild der Kirche "Wir sehen hin und helfen", hätten sie sich umgehend für das Projekt entschieden und Diakon Thomas Gugger für die Projektleitung eingesetzt.

Mit Ernst Mäder holte sich Thomas Gugger auch einen verlässlichen Leiter für die Abgabestelle im Haus Otmar an der Mattstrasse. Mäder informierte über die vorausgehende Schulung des Teams und die klar festgelegten Abläufe. Die ersten Lebensmittelabgaben funktionierten bereits optimal. Die mit dem Caritas-Ausweis berechtigten Personen könnten zwar wünschen, was sie gerne mitnehmen wollen. Aber das Team bestimme über das "Wieviel", um auch für die letzten Besucher noch ein Angebot bieten zu können. Eine Kaffee-Ecke bietet Gelegenheit für Kontakte unter den Anwesenden, was sich überaus förderlich zeige.

Die Lebensmittel werden von der "Schweizer Tafel Ostschweiz" auf Bestellung angeliefert. Die Auswahl zu treffen sei am Anfang schwierig gewesen, informierte Mäder, weil der Bedarf nicht bekannt war. Was nach der Abgabe noch übrig bleibt, geht zuerst an die Bewohner des Otmarheims oder weitere Armutsbetroffene in der Stadt.

Verteilorganisation über die ganze Schweiz
Susanne Lendenmann, Stellenleiterin der Tafel Schweiz für die Ostschweiz informierte über die Beschaffung der Lebensmittel. Die Lebensmittel kämen von verschiedenen Grossverteilern und weiteren Firmen, total 560 Spender. Im 2009 seien nicht weniger als 2746 Tonnen abgenommen worden.

Susanne Lendenmann begann ihren Einsatz in der Ostschweiz im Alleingang, unterdessen könne sie auf Stellvertretungen zurück greifen. In der Ostschweiz könnten sie von 59 Spendern Lebensmittel abholen. Daraus bedienten sie dann 45 Abnehmer, neu nun auch die "Poschtitäsche" Wil. Sie könnten niemals alles abnehmen was geboten werde. Mit Brot könnten sie täglich drei Autos füllen. Eher selten stehe Fleisch zur Verfügung, weil die Grossverteiler den Absatz bis zum Ablaufdatum selber steuerten. Im Sommer seien Salate in grosser Auswahl zur Verfügung.

Täglich fahren heute drei Autos mit bis zu 800 kg Lebensmittel zu den Abnahmestellen. Im Einsatz stehen insbesondere Pensionäre, welche sehr verlässlich ihre Fahrten verrichteten.

Caritas-Ausweise
Seitens der Caritas St.Gallen informierte Rolf Steiner über die Abgabe von Ausweisen. Die Ausweise seien zwingende Voraussetzung für den Bezug der Lebensmittel. Alljährlich werde bei den Betroffenen die Situation neue beurteilt, um den Missbrauch verhindern zu können. Steiner informierte auch über den Ausbau des Angebotes über Lebensmittel hinaus. Vergünstigt seien heute neben Zeitungsabo auch Kulturangebote im Angebot.

Thomas Gugger konnte auch für Wil über erste Vergünstigungen informieren. Bereits zugesagt sind vergünstigte Eintritte in Badi und Eishalle, so auch die Kleiderabgabe . Ursula Möck Zuber, Sozialdiakonin, wies darauf hin, dass die Einrichtung "Poschtitäsche" für die Betroffenen einen Riesenschritt bedeute. Die Tasche gebe ihnen Raum für etwas, was sonst gar nicht möglich wäre.

"Poschtitäsche", jeden Donnerstag
Das Angebot der "Poschtitäsche" im Haus St. Otmar an der Mattstrasse gibt es jeden Donnerstag von 17 bis 18 Uhr. Menschen in bescheidenen finanziellen Verhältnissen können für einen Unkostenbeitrag von 1Franken Lebensmittel beziehen.

Das Angebot läuft in Zusammenarbeit mit "Schweizer Tafel" und dem Departement Soziales, Jugend und Alter der Stadt Wil.

Projektleiter Thomas Gugger: "Was für einen Lebensmittelverteiler wenig ist, bedeutet für eine minderbemittelte Familie sehr viel".<br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br>
Projektleiter Thomas Gugger: "Was für einen Lebensmittelverteiler wenig ist, bedeutet für eine minderbemittelte Familie sehr viel".













Ernst Mäder-Meier steht der "Poschtitäsche" als Leiter vor.<br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br>
Ernst Mäder-Meier steht der "Poschtitäsche" als Leiter vor.













Susanne Lendenmann von der Schweizer Tafel Ostschweiz, sie fährt neben der Abgabestelle Wil weitere 44 Orte an mit Lebensmitteln, erhielt von der Evang. Kirchgemeinde einen Check über 1'000 Franken.
Susanne Lendenmann von der Schweizer Tafel Ostschweiz, sie fährt neben der Abgabestelle Wil weitere 44 Orte an mit Lebensmitteln, erhielt von der Evang. Kirchgemeinde einen Check über 1'000 Franken.

Das Team für die Abgabe der Lebensmittel im Otmarsheim. Mitte April, zur ersten Abgabe, konnten bereits 11 Besucher mit dem notwendigen Caritas-Ausweis bedient werden. Heute sind es bereits 26 Besucher, welche Lebensmittel für 101 Personen für einen symbolischen Franken mitnehmen können.
Das Team für die Abgabe der Lebensmittel im Otmarsheim. Mitte April, zur ersten Abgabe, konnten bereits 11 Besucher mit dem notwendigen Caritas-Ausweis bedient werden. Heute sind es bereits 26 Besucher, welche Lebensmittel für 101 Personen für einen symbolischen Franken mitnehmen können.

Eine Kaffee-Ecke steht den Kunden für Kontakte zur Verfügung, so auch um die Wartezeit zu überbrücken.
Eine Kaffee-Ecke steht den Kunden für Kontakte zur Verfügung, so auch um die Wartezeit zu überbrücken.