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Schwarzenbach/Wil: 12.06.2010
Der Freihof Wirt, Präsident Armin Signer, forderte die Mitglieder auf, sich mit Freundlichkeit und kompetenter Bedienung beim Kunden beliebt zu halten.
Der Freihof Wirt, Präsident Armin Signer, forderte die Mitglieder auf, sich mit Freundlichkeit und kompetenter Bedienung beim Kunden beliebt zu halten.

SVP-Nationalrat Lukas Reimann unterstützte die Wirteforderung nach Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf die Ebene beim Detailhandel.
SVP-Nationalrat Lukas Reimann unterstützte die Wirteforderung nach Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf die Ebene beim Detailhandel.

Gastro Wil wehrt sich gegen Mehrwertsteuerdiskriminierung
Die Mitglieder von Gastro Wil und Umgebung wollen sich auch in schwierigen Zeiten für optimale Dienste gegenüber dem Kunden einsetzen.
Niklaus Jung
Bei Gastro Wil und Umgebung forderte Präsident Armin Signer an der Jahresversammlung im Dörfli Schwarzenbach das Engagement aller, die nationale Initiative gegen die Diskriminierung bei der Mehrwertsteuer zu unterstützen. Eine Delegation von Gastro Wil erlebte das Engagement von 3'000 Gastgewerblern bei der Demonstration in Bern und fühlt sich motiviert für ein Durchsetzen der Initiative. Auf nationale Themen stimmte SVP Nationalrat Lukas Reimann die Wirtegemeinschaft ein mit seiner Einschätzung der nationalen Situation.

Bei Gastro Wil sorgt man sich nicht allein um die Belange des eigenen Daseins. Die Rahmenbedingungen können nur zu einem Teil auf lokaler Ebene beeinflusst werden, wenn es gilt den Gast bei guter Laune zu halten. Mit der Ausdehnung der Interessen auf nationale Problemkreise wie dies bei der Ungleichbehandlung bei der Mehrwertsteuer der Fall ist, erfolgt eine Horizonterweiterung. Mehr Verständnis, dass Dienstleistungen nicht einfach gratis sein könnten, forderte René Rechsteiner von Gastro St.Gallen zur Forderung, Hahnenwasser doch gratis abgeben zu können. Die Jahresgeschäfte konnten ohne Diskussion und mit einhelliger Zustimmung der Mitglieder abgewickelt werden.

Dem Berufsstolz Sorge tragen
In seinem Jahresbericht verglich Präsident Armin Signer die Situation in der Gastronomie mit einer Fussballmannschaft. Man könne sehr gut gewinnen, aber man könne noch besser verlieren. Die Probleme müssten als Gemeinschaft angegangen und gelöst werden. Die Themen Rauchverbot und Rezession würden auch in naher Zukunft zu Umsatzeinbussen führen .

Die Lösung, trotz grossen Problemkreisen erfolgreich zu sein, sieht Signer im Hochhalten des Berufsstolzes und der Pflege eines hohen Ausbildungsstandes. Dazu gehöre auch die Freundlichkeit gegenüber dem Kunden und ihm für seinen Besuch dankbar zu sein. Das Willkomm-Gefühl sei eine wichtige Voraussetzung, den Kunden auch ein nächstes Mal bedienen zu können.

Gleichlange Spiesse bei der Mehrwertsteuer
Armin Signer verdeutlichte gegenüber den 43 anwesenden Mitgliedern die Notwendigkeit, endlich für Gleichbehandlung bei der Mehrwertsteuer einzustehen. Es sei für die Wirte nicht länger erträglich, dass sie mit 7,6 Prozent Mehrwertsteuer belastet werden, während der Detailhandel für gleiche Produkte nur 2,4 Prozent zu berappen habe. Zum ersten Mal in der Geschichte des Gastgewerbes laufe jetzt eine nationale Volksinitiative. Die Delegation von Gastro Wil sei beeindruckt gewesen von der Demo in Bern, wo sich über 3'000 Gastgewerbler für eine Korrektur engagiert hätten.

Der Präsident lud die Anwesenden Wirtsleute ein, sich zur Erreichung der 100'000 Unterschriften einzusetzen. Es gelte als geschlossene Gemeinschaft aufzutreten und zu beweisen, dass es nicht allein bei Klagen um die Probleme bleibe. In die Kerbe für mehr Eigenverantwortung hakte auch René Rechsteiner von Gastro St. Gallen aus kantonaler Sicht ein. Mit mehr Freundlichkeit gegenüber der Kundschaft könnten viele Probleme umschifft werden.

Beamten- und Gesetzesflut stoppen
Eingangs seiner Ausführungen pflichtete Nationalrat Lukas Reimann der Forderung nach Anpassung des Mehrwertsteuersatzes für Wirte bei. Lange habe man zwar auf den Einheitssatz gewartet, aber unterdessen sei dieser in weite Ferne gerückt. Die Senkung des Steuersatzes sieht Reimann auch im veränderten Essverhalten der Bevölkerung begründet. Auswärts Essen werde heute viel spontaner und öfters wahrgenommen, darob seien unterdessen über 200'000 Mitarbeiter betroffen. Der Unterschied im Mehrwertsteuersatz sei total wettbewerbsverzerrend.

Weitergehend kritisierte Reimann die grosse Zahl an Beamten auf nationaler Ebene, so seine Erfahrungen in Bern. Ob ihrer Vielzahl wachse auch der Drang zu immer neuen Gesetzen. Die neuen Gesetze führten dann zu neuen Beamten für deren Durchsetzung. Es sei doch interessant, dass für Käse gerade einmal 15 Regelwerke bestehen, während im Gastrobereich über 300 Regelungen die Wirte belasteten. Reimann erinnerte an die Auflagen für Strassencafé, das angedrohte Verbot für Verfütterung von Essensresten wie auch das Verbot für Aussenheizungen, unterdessen aber abgelehnt. Noch vieles sei in der Pipeline wie etwa die Einschränkung der Verkaufszeit für alkoholische Getränke und Kalorienangaben bei den Menus auf der Speisekarte.

Mit dem obligaten Imbiss schloss die Jahresversammlung der Wirtevereinigung von Wil und Umgebung. Bei schönster Witterung konnte im Freien ein reger Austausch stattfinden.
43 Mitglieder informierten sich im Dörfli Schwarzenbach zu den Jahresgeschäften.
43 Mitglieder informierten sich im Dörfli Schwarzenbach zu den Jahresgeschäften.

Für Dienst am Kunden gilt es auch andere Wege zu gehen.  Armin Signer richtete in seinem Betrieb vergangenen September einen öffentlich zugänglichen Defibrillator ein, geeignet für die Behandlung von plötzlichem Kreislaufversagen.
Für Dienst am Kunden gilt es auch andere Wege zu gehen. Armin Signer richtete in seinem Betrieb vergangenen September einen öffentlich zugänglichen Defibrillator ein, geeignet für die Behandlung von plötzlichem Kreislaufversagen.