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"Patriotismus ist keineswegs veraltet"
Oberuzwil feierte den Geburtstag der Schweiz unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung beim Werkhof Breite.
Niklaus Jung
Die Oberuzwiler feierten den 1. August im Festzelt beim Werkhof. Festredner Markus Dütschler nahm sich dem Begriff Patriotismus an. Der Begriff sei in den 68er-Jahren negativ belegt gewesen. In der multikulturellen Gesellschaft der Schweiz von heute komme dem Patriotismus neue Bedeutung zu.
Die Oberuzwiler 1.Augustfeier sollte nicht einfach ein Grillfest werden. Mit der Einladung des Festredners Markus Dütschler kamen auch Gedanken zum Thema Patriotismus zur Sprache.
Mit Blasmusik gestartet Nachdem die Dörfler sich im Festzelt eingefunden hatten, startete die Musikgesellschaft Bichwil-Oberuzwil mit freudvollen Melodien das Fest. Die rund 50-köpfige Bläsergruppe mit ansprechendem Nachwuchs dabei, zeigte unter der Leitung des jungen Dirigenten Dominik Eugster einen ansprechenden Auftritt.
Die Einrichtung des Festplatzes und die Organisation galt dem Oberuzwiler Rettungscorps. Gemeinderat Frits Gerber gab sich zur Eröffnung erfreut über den grossen Publikumsaufmarsch.
Patriotismus gewinnt neuen Stellenwert Der Geschichts- und Medienwissenschaftler, Markus Dütschler, heute Redaktor beim Bund, nahm sich in seiner Festrede dem Begriff Patriotismus an. Er wies eingangs auf die negative Belegung des Begriffes in den 68er Jahren hin. Er selber habe lange von Europa geschwärmt, die Kehrtwende habe zum 700. Geburtstag der Eidgenossenschaft im 1991 stattgefunden.
Nach Dütschler ist Patriotismus nicht mit Stolz und Eitelkeit in Verbindung zu bringen, das wäre dann Nationalismus. Er zitierte dazu auch Gottfried Keller: "Achte eines jeden Vaterlandes, das Deinige liebe". Die offene viersprachige Schweiz, heute wohl bald 100-sprachig, lasse mit Patriotismus mehr ein Einschliessen des andern zu als ein Ausschliessen. Wir dürften Neuankömmlingen nicht im Weg stehen, wenn sie Bereitschaft zeigten, sich in unserer Kultur zu integrieren.
Es kann nach Markus Dütschler sehr wohl eintreffen, dass in einigen Jahren einmal ein Redner mit anderer Hautfarbe zum 1. August spricht. Es seien vielleicht Menschen mit Wurzeln aus einem andern Land, aber deswegen keinesweg exotisch. Die Zugehörigkeit habe eine andere Dimension angenommen. Diese Ausgangslage zeige, dass Patriotismus keineswegs veraltet, sondern top modern daher komme.
Mit der Landeshymne und dem Lampionumzug wurde es definitiv patriotisch. Der lodernde Augustfunken erfasste die Gemüter dann auch emotional, dem Vaterland die Ehre zu erweisen. Mit viel Feuerwerk, aber auch einsetzendem Regen konnten die Oberuzwiler im Festzelt den Abend ausgiebig geniessen.
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