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Lungen-Enzian gesucht
Rund 30 Naturfreunde suchten im Zuzwiler Riet nach Standorten des Lungenenzians.
Ernst Inauen
Das Zuzwiler Riet bietet unter anderem auch dem seltenen Schmetterling „Kleiner Moorbläuling“ einen Lebensraum. Der Naturschutzverein Niederhelfenschwil-Zuzwil möchte ihn mit einem gezielten Pflegekonzept erhalten und fördern. Nach der erfolgreichen Aktion im letzten Sommer erfassten die Naturschützer erneut die Standorte der Wirtspflanze Lungenenzian.
Die Tagfalterart „Kleiner Moorbläuling“ ist vom Aussterben bedroht. Nur noch an wenigen Standorten in der Ostschweiz können Populationen festgestellt werden. Der Naturschutz Niederhelfenschwil-Zuzwil fand im Sommer 2009 bei einer Suchaktion im Zuzwiler Riet rund 320 Lungenenzian-Pflanzen, die als Wirtspflanze für den Kleinen Moorbläuling gilt. Die genauen Standorte wurden mit GPS ermittelt und kartografiert. Am vergangenen Sonntagnachmittag beteiligten sich nochmals 30 Mitglieder an der zweiten Aktion.
Pflegekonzept angepasst Die Vereinspräsidentin Ruth Niedermann wies auf den Sinn und Zweck der Aktion hin und machte die Anwesenden mit Informationen und Bildern mit der seltenen Schmetterlingsart bekannt. Mit einem Pflegekonzept soll im Zuzwiler Riet dem Kleinen Moorbläuling Unterstützung geboten werden. Damit die Symbiose Lungenenzian-Ameisen-Moorbläuling nicht gestört wird, soll das Mähen im Riet erst zur gegebenen Zeit erfolgen.
„Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein späterer Schnitt im Riet die bessere Versamung der Enziane ermöglicht. Auch befinden sich zu diesem Zeitpunkt rund 50 % der Raupen bereits im Ameisennest“, stellte Ruth Niedermann fest. Deshalb werde der Schnitttermin auf anfangs Oktober verschoben.
Symbiose in der Natur Die Vereinspräsidentin erklärte vor dem Sucheinsatz die Zusammenhänge der Pflanzen und Insekten. Das Weibchen des Kleinen Moorbläulings legt die Eier in den Sommermonaten Juli-August auf die geschlossenen Blütenknospen der Wirtspflanze Lungenenzian ab. Nach gut zwei Wochen schlüpfen die Raupen und fressen sich in den Fruchtstand der Wirtspflanze. Nach ihrer dritten Häutung verlassen die Raupen den Fruchtstand und gelangen auf den Boden. Dort werden sie von bestimmten Ameisenarten in ihr Nest getragen. Die Raupen lassen sich von den Wirtsameisen füttern. Sie entwickeln sich im Ameisennest und schlüpfen im Juni des folgenden Jahres. Dann macht sich der Schmetterling auf die Suche nach der Wirtspflanze Lungenenzian.
Mensch und Natur Heckenmeister Peter Siegrist leitete die Begehung des Naturschutzareals. In kurzem Abstand durchschritten die Teilnehmenden in einer Linie das West- und das Ostriet auf der Suche nach dem Lungenenzian. Die Fundstellen wurden mit Bambusstecken markiert. Zwei Helfer erfassten die Standorte mit GPS-Geräten. Sie werden ausgewertet und auf eine Karte übertragen. Auch in den kommenden Jahren soll die Erfassung und Standortbestimmung wiederholt werden. So könne die Entwicklung verfolgt werden, betonte die Vereinspräsidentin. Die Stimmung bei den Teilnehmenden war trotz des Regenwetters gut. Nach rund zweieinhalbstündigem Einsatz wurden die Teilnehmenden mit Getränken und einer einfachen Verpflegung belohnt.
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