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Flawil ist wieder ein vollwertiger Berufsschulstandort
Das Berufs- und Weiterbildungszentrum Uzwil hat sich neben dem traditionellen Schulort Uzwil im Mattenhof in Flawil etabliert.
Josef Bischof
Das Vakuum, welches im Flawiler Mattenhof im Jahre 2002 durch den Wegzug der Landwirte in die Schule Salez entstand, ist mehr als ausgefüllt. Wurden in der landwirtschaftlichen Schule rund 200 junge Bauern ausgebildet, so bevölkern jetzt 500-600 angehende Berufsleute den Mattenhof. Das bz uzwil-flawil bemüht sich ausserdem, auch das Weiterbildungsangebot am Abend auszubauen.
Für die steigende Schülerzahl, sie umfasst mittlerweile über 1300 Lernende, reicht das Platzangebot im Berufsschulgebäude Uzwil bei weitem nicht mehr. Die Lösung des Platzproblems sah man in den leer gewordenen Räumlichkeiten der landwirtschaftlichen
Schule Mattenhof in Flawil Bereits 2005 übernahm das Berufsschulzentrum Uzwil (bz uzwil) den Mattenhof zur Verwaltung und Teilnutzung. Es folgten mehrere Sanierungsmassnahmen und eine schrittweise Verlegung von immer mehr Klassen nach Flawil.
Auf den Schulstart vor gut zwei Wochen ist eine bedeutsame Namensänderung vorgenommen worden. Mit der Aufnahme von Flawil in den Schulnamen – die neue Bezeichnung lautet bz uzwil-flawil - wird die Bedeutung von Flawil als vollwertiger Schulstandort zum Ausdruck gebracht.
Niveaudurchmischung in Uzwil und Flawil Anlässlich einer Medienorientierung betonte Marco Frauchiger, Rektor des bz uzwil-flawil, dass an beiden Schulstandorten auf eine gute Durchmischung der Lernenden geachtet werde. In Flawil würden ab diesem Sommer die folgenden Berufsgruppen ausgebildet: Anlage- und Apparatebau, Müllerei, Berufsmaturität II (nach der Lehre) und Detailhandelsassistentinnen und –assistenten.
Von anderen Schulen sind rund 240 Schreinerlernende und 175 aus der landwirtschaftlichen Aus- und Weiterbildung eingemietet.
80 Jahre landwirtschaftliche Schule Marco Frauchiger gab auch einen kurzen Überblick über die Geschichte des Mattenhofs. 1932 konnte das Gebäude eingeweiht worden, nachdem vorher im Kanton St. Gallen während drei Jahren pro Kilo Salz drei Rappen für den Bau der landwirtschaftlichen Schule Flawil erhoben worden waren.
Mit dem stetigen Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe reichte die Schülerzahl im Jahre 2002 nicht mehr, um zwei landwirtschaftliche Schulen aufrecht zu erhalten. Der Mattenhof Flawil wurde nach 80 Jahren Bestand zugunsten des Rheinhofs in Salez aufgegeben.
Phönix aus der Asche Hoch erfreut über die Neubelebung des Mattenhofs zeigte sich Flawils Gemeindepräsident Werner Muchenberger. Er brauchte gar den Vergleich vom Phönix, der aus der Asche wieder erstanden sei. Den Wegzug der Landwirte habe man sehr bedauert. Jetzt aber sei etwas völlig Neues entstanden, und Flawil verfüge über ein Bildungsangebot von regionaler Bedeutung. Flawil sei stolz, im Namen der Schule vorzukommen und freue sich auch über die Zukunftspläne der Schule.
Stattliches Bauwerk Toni Kleindl, Verwalter des bz uzwil-flawil, und Stefan Kurath, Chef Hausdienste, führten durch die Räumlichkeiten des Mattenhofs. Das Gebäude ist sehr stattlich, und bei der Renovation wurde und wird versucht, eine moderne, freundliche Atmosphäre zu schaffen und zweckmässige Veränderungen vorzunehmen ohne den Charakter des Bauwerks grundlegend zu verändern.
Ein Unterschied zum Schulgebäude in Uzwil ist, dass der Mattenhof über eine Mensa verfügt, in welcher den Lernenden ein preiswertes Mittagsessen angeboten wird. Dagegen musste für den Turnunterricht nach unkonventionellen Lösungen gesucht werden. Ein Teil des Unterrichts wird in der freien Natur durchgeführt, gewisse Veranstaltungen finden auswärts statt.
Offene Türen Am Samstag, 18. September 2010 öffnet das Schulgebäude in Flawil seine Türen. Von 9 Uhr bis 14 Uhr sind alle eingeladen, den renovierten Mattenhof zu besichtigen.
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