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Auf Wanderpfaden im Engadin
Wiler Jahrgänger 1941-45 waren eine Woche lang auf Schusters Rappen im Oberengadin unterwegs.
Josef Bischof
Die Wanderwoche anfangs September des Männer-Jahrgängervereins 1941-45 Wil und Umgebung hat bereits Tradition. Zum fünften Mal wurde sie heuer durchgeführt. Führten die früheren Wanderungen von Hütte zu Hütte, so bezog man diesmal in Pontresina ein festes Quartier. 26 wanderfreudige Mitglieder machten sich von Montag bis Freitag auf ausgedehnte Wanderungen in der Oberengadiner Bergwelt.
Am Montagmorgen hatte das Engadin zur Begrüssung leichtes Schneetreiben bereit. Doch schon im Laufe des Vormittags hellte sich der Himmel auf. Unter der Leitung von Fredy Bodmer konnten die Station Morteratsch und die Boval-Hütte bei Sonnenschein angeslaufen werden. In der Jugendherberge in Pontresina bezog man nach der Rückkehr eine ideal gelegene und zweckmässig ausgestattete Unterkunft.
Munt Pers – der verlassene Berg Am Dienstag ging es mit der Rhätischen Bahn Richtung Berninapass und dann mit der Seilbahn auf die Diavolezza. In einstündiger Wanderung erreichte man den Munt Pers. Wanderleiter Christof Meyerhans verblüffte nicht bloss mit seiner umfassenden Kenntnis der Berggipfel, sondern erklärte auch den romanischen Namen von Munt Pers. Verlorener Berg heisst er, weil von ihm Jäger nicht mehr zurückgekehrt seien, die der Sage nach dem Teufelsweibchen (Diavolezza) zum Opfer fielen.
Trotz gutem Wetter lag die Temperatur auf 3200 Metern über Meer empfindlich unter null Grad, sodass man gerne zur Diavolezza-Bergstation zurück marschierte. Nach dem Mittag wurde der Abstieg bis Morteratsch unter die Füsse genommen, und die Bahn brachte die Wanderer zurück nach Pontresina.
Gletscher auf dem Rückzug Am Mittwoch begann die Wanderung bei der Mittelstation der Corvatsch-Bahn. Bei wolkenlos blauem Himmel führte Wanderleiter Rolf Baumann die Mannen über die Fuorcla Surlej zur Coaz-Hütte. Eindrücklich und beunruhigend war hier - wie an verschiedenen anderen Orten - der frappante Rückgang der Gletscher. Nach dem Mittag folgte der Abstieg zum Lej da Vadret, und durchs Roseg-Tal führte der Weg zurück zur Unterkunft.
Bilderbuch-Panorama der Bergriesen Der grösste Aufstieg war am Donnerstag zu bewältigen. Von der Alp Languard aus wurde der 3262 hohe Piz Languard angepeilt. Eine unwahrscheinlich schöne und klare Rundsicht zu den nahe gelegenen Bündner Bergriesen und bis zu Gipfeln im Berner Oberland, Wallis, St. Galler Oberland oder Südtirol war der Lohn. Ausserdem überraschte Wanderleiter Christof Meyerhans mit einem Gipfeltrunk.
Nach dem Abstieg mit Einkehr in der Paradis-Hütte wartete ein weiterer Höhepunkt auf die Jahrgänger. Auf der Alp Languard genoss man ein feines Nachtessen und nahm dann den Marsch hinunter nach Pontresina unter die Füsse.
Oberengadiner Seen zu Füssen Die Abschluss-Wanderung am Freitag führte von Muottas Muragl zur Segantini-Hütte und anschliessend zur Alp Languard. Nach der Rückkehr bestieg man in Pontresina die Bahn für die Heimfahrt nach Wil in der Gewissheit, eine von riesigem Wetterglück begünstigte Wanderwoche erlebt zu haben.
Das Oberengadin hatte sich von der schönsten Seite gezeigt. Der Wanderleiter des letzten Tages und zugleich Organisator der ganzen Wanderwoche, Ruedi Kiener, durfte mit Stolz und Dankbarkeit auf eine unfallfrei verlaufene Wanderwoche zurückblicken. Wunderschöne Wanderungen und gesellige Gemeinschaft haben sie für alle Teilnehmer zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht
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