Der Umzug in eine neue Gemeinde ist immer ein Abenteuer. Wie werden die Leute dort sein? Werde ich wohl freundlich aufgenommen? Wie ist die Schule? Gibt es sportliche Möglichkeiten? Solche Fragen stellt sich unweigerlich, wer seine Zelte an neuem Ort aufschlägt. Damit In Uzwil viele dieser Überlegungen schon zu Beginn beantwortet werden, wird jedes Jahr eine Neuzuzügerbegrüssung angeboten.
„Jungwuchs“ empfängt auf sympathische WeiseAlle Lernenden der Gemeinde waren gefordert, dazu auserkoren, den Eintreffenden das Namensschild abzugeben, später im Service aktiv mitzuarbeiten und überall dort, wo Hilfe nottat, einzugreifen. Sie machten das mit viel Schwung und einer grossen Portion jugendlichem Charme. Melanie Strübi, Assistentin des Gemeindeschreibers, hatte diesen Anlass zum ersten Mal organisiert. Sie selber konnte nicht teilnehmen, hatte einen Weiterbildungstermin. Doch das Konzept, schon viele Jahre im Grundaufbau bewährt, stimmte durchs Band. Gemeindepräsident Werner Walser begrüsste nach der Apéro-Aufwärmrunde offiziell alle Gäste und lud an die Tische im Saal ein. Im Nu bildeten sich Gesprächsgruppen, bisher Unbekannte wurden im Laufe des Abends zu Bekannten – und damit ein Ziel eines solchen Abends erreicht.
Buntes RahmenprogrammJedes Jahr werden in Uzwil zwei dorfeigene Vereine eingeladen, sich den „Neuen“ zu präsentieren. Dieses Jahr nahmen das die Aerobic-Girls und der Gospelchor Uzwil wahr. Die jungen Frauen glänzten mit teils indisch angehauchten, farbigen Tüchern und gelenkigem Tanz zu lauten Rhythmen. Sie zeigten sich in verschiedenen Kleiderstilen und schienen grossen Spass an ihrem Tun zu haben. Da springt der Funke schon vor dem Essen über!
Der Gospelchor verblüffte mit der Stimmgewalt der wenigen Männer, die scheinbar mühelos gegen die weibliche „Übermacht“ ansangen. Beim „Amen“ sangen auch grosse Teile der Gästeschar mit. Wer das nicht zu können meinte, klatschte den Takt dazu. Erstaunlicherweise gab es nach diesem AMEN noch eine Zugabe. Der Gesang gefiel, der Werbespot wurde platziert und damit eine der Möglichkeiten aufgezeigt, wie man in Uzwil schnell Kontakt finden kann.
Siebenfache GemeindeAlgetshausen, Oberstetten – von den „Eingeborenen“ Oklahoma genannt -, Niederstetten, Henau, Niederuzwil, Uzwil, Stolzenberg: so heissen die sieben Dörfer und Weiler, die zur Gemeinde Uzwil gehören. In einer sehr schönen Bildpräsentation samt Erläuterungen - ab DVD - wurden die einzelnen Dörfer vorgestellt. Wer gerne in der Natur ist, kommt in Uzwil bestimmt auf die Kosten. Die Berge sind nicht weit, die Thur lädt zum Bade und zu langen Spaziergängen ein, es gibt Hügel und Spazierwege überall. Uzwil ist die jüngste dieser Dorfteile, früher gab es nur Ober-und Niederuzwil, politisch getrennt, aber heute je länger je mehr in vielen Verwaltungsbereichen eng zusammenarbeitend.
Starke Industrie, lebendiges Gewerbe, gute InfrastrukturDie Firmen Bühler AG und Benninger AG, Benninger Guss AG sind grosse Industrie-Unternehmen mit weltweiter Ausstrahlung. Täglich kommen 3700 Personen auf den Platz Uzwil zur Arbeit. 3200 Personen arbeiten auswärts. Es gibt unzählige KMU-Betriebe in der Gemeinde. Gegen 40 Bauernbetriebe bewirtschaften ungefähr 850 Hektaren fruchtbares Land. Mehr als 150 Vereine warten nur darauf, Neuzugezogene in ihren Reihen aufzunehmen. Kurz: Uzwil bietet für jeden etwas, seine Bevölkerung ist recht aufgeschlossen, hofft auf neue Menschen, die ihrerseits gewillt sind, Verantwortung übernehmen…
Schule als GrossunternehmenIn Uzwil gibt es im laufenden Jahr 1562 Schulkinder aller Stufen. Diese gehen in 13 Kindergärten, 4 Primarschulen und 2 Oberstufen zum Unterricht. (Der Kindergarten zählt organisatorisch heute zur Schule.) 200 Lehrerinnen und Lehrer stehen auf der Zahltagsliste der Gemeinde. Schulratspräsident Werner Dintheer rief dazu auf, bei Fragen doch unbedingt das Gespräch mit diesen zu suchen. 31 % der Schülerinnen und Schüler sind fremdsprachig. Die Musikschule kann sich mit ihren 390 Jugendlichen und 52 Erwachsenen auch sehen lassen. An drei Standorten gibt es einen Mittagstisch, an der Schule wird für auftretende Lernhemmnisse entsprechende Fachhilfe angeboten. Wer noch mehr wissen möchte, wende sich bitte an das Schulsekretariat an der Bahnhofstrasse 125 in Niederuzwil. Auch für "Stifte" ist Uzwil mit seinen Berufsschulen für viele Beruszweige erste Adresse.
Kirchen als Ort von HeimatDer Reihe nach stellten Pfarrer Georg Schmucki die katholische, Pfarrer Marc Ditthard – selber Neuzuzüger und mit seiner ganzen Familie anwesend – von der Evangelisch-Reformierten und Pfarrer Simon Zürcher von der Evangelisch-Methodistischen Kirche ihre Gemeinde kurz vor. Kirchenverwaltungsrat Paul Gähwiler (katholisch)wies auf das Wappen mit dem Kreuz und dem Mühlerad – Zeichen für Uzwil – hin, eine Verbindung von Himmel und Erde sozusagen. Georg Schmucki zeigte auf, dass jedermann herzlich willkommen sei, ob alt oder jung, Mann oder Frau, ledig oder verheiratet – also alle, die sich angesprochen fühlen.
Marc Ditthard beschenkte die Anwesenden mit einem kleinen Lied, das er grad auch selber auf der Gitarre begleitete. „Einfach Spitze, dass du da bist!“, sympathischer Willkommensgruss von einem eben selber erst Angekommenen. Mit einer augenfälligen Power-Point-Präsentation zeigte er die verschiedenen Gruppierungen, das sei genau wie bei einem Fruchtsalat, farbig und verschieden im Geschmack, als Ganzes aber ein herrlicher Genuss. Simon Zürcher seinerseits wandte sich an „alle Menschen, die auf der Suche sind, gemeinsam unterwegs sein möchten und sich als Teil einer weltweiten Bewegung von 50 Millionen Menschen verstehen wollen.“
Vorspeise – Hauptgang – DessertDie Gemeinde liess sich nicht lumpen und spendierte allen, die der Einladung Folge geleistet hatten, ein feines Essen. Dazwischen wurden die einzelnen Präsentationen leichtverdaulich eingepasst. Die Küche des Hotels Uzwil hatte das Essen geliefert, die Bäckerei Nyffeler das aussergewöhnlich reichhaltige Dessertbuffet. Leider waren nicht alle Angemeldeten gekommen, so dass doch mehrere Plätze freiblieben. Das ist immer ärgerlich für einen Veranstalter, aber die Unsitte, sich zwar anzumelden, dann aber doch fernzubleiben, hat sich leider fast etwas eingebürgert. So weibelte denn auch Gemeindepräsident Werner Walser am Schluss dafür, sich noch ein Zusatzdessert zu genehmigen, damit auch sicher alles weggeputzt werde.
Interessanter GemeindeangestellterWerner Baumann alias Tom Davis aus Zürich machte eigentlich nicht unbedingt Werbung für die Gemeindeangestellten, brachte er die Leute doch mit frechen Beamtenwitzen auf Kosten der Verspotteten zum Lachen. Sein übergross angeschriebenes Namensschild war denn auch das Einzige, was auf einen seriösen Gemeindeangestellten hingewiesen hätte. Wo er auftauchte, schon vor seinem eigentlichen Programm, blieb den Angesprochenen vor Verblüffung der Mund offen. Zum Abschluss der offiziellen Begrüssung zauberte er dann ein wahres Feuerwerk an Täuschungen und Unvorhergesehenem auf die Bühne.
Da zerbröselte er einer mutigen Frau vor ihren Augen ihren teuren Fingerring, um ihn später aus einem verschlossenen Couvert wieder völlig unversehrt hervorzuzaubern. Seine „Assistenten“, die er sich ziemlich respektlos aus dem Publikum holte, hatten alle ein bisschen zu leiden. So zerstach er beispielsweise den Kittel eines Mannes mit einem Schwert, holte das zu Fäden zerfallene Futter heraus, hiess den Mann Torero sein – schüttelte das Ganze und entliess den während des Redens mit ständig neuen Ballonkreationen beglückten Mann wieder mit dem ganzen „Tschopen“. Nach dieser vergnüglichen Halbstunde war endgültig Schluss. Hoffentlich waren die Eingeladenen unterdessen schon etwas heimisch geworden.
Weitere Informationen zu Uzwil finden Sie hier:
UzwilUnd wer mehr vom unbotmässigen „Gemeindeangestellten“ erfahren möchte, klickt diesen Link an:
Tom Davis