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Kilchberg/Wil: 07.09.2010
Die Wiler Angreifer Dzengis Cavusevic (links) und David Blumer haben sich einiges zu sagen.
Die Wiler Angreifer Dzengis Cavusevic (links) und David Blumer haben sich einiges zu sagen.

Trainer Ryszard Komornicki (rechts) und Assistent Neno Kuruzovic schauten das Spiel von der Tribüne aus.
Trainer Ryszard Komornicki (rechts) und Assistent Neno Kuruzovic schauten das Spiel von der Tribüne aus.

Torschützen beim Auslaufen: Testspieler Sergio Bastida und Enack Kilafu (erste beide von links).
Torschützen beim Auslaufen: Testspieler Sergio Bastida und Enack Kilafu (erste beide von links).

Die Wiler waren zwar überlegen, brauchten über 50 Minuten bis zum Führungstreffer.
Die Wiler waren zwar überlegen, brauchten über 50 Minuten bis zum Führungstreffer.

Testspiel gewonnen – Blumer verloren
Der FC Wil besiegt in einem Freundschaftsspiel den FC Kilchberg-Rüschlikon mit 3:0.
Deborah Rutz
Da in der Challenge League derzeit wegen diverser Länderspiele der Meisterschaftsbetrieb ruht, hat der Bergholz-Klub ein Testspiel vereinbart. Gegen Kilchberg-Rüschlikon, das in der 2. Liga regional engagiert ist, kommen die Wiler ohne zu glänzen zu einem verdienten 3:0-Erfolg. Dafür verlieren sie David Blumer, der wegen der möglichen Beteiligung am internationalen Wettskandal nun doch gesperrt wird.

Die Geschichte um David Blumer, der vom internationalen Wettskandal tangiert sein soll, ist um ein Kapital reicher. Gestern teilte das Verbandssportgericht des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) mit, dass der Rekurs des Spielers abgewiesen wurde und er nun bis zum 23. August 2012 gesperrt wird. Das letzte Wort scheint aber noch nicht gesprochen. Der 24-Jährige zieht den Fall an die nächste Instanz, die Kassationskommer des SFV, weiter. Wenn dieses Gremium nicht im Sinne von Blumer entscheidet und vorübergehend kein weiterer Aufschub erteilt wird, ist der Stürmer am Samstag gegen den SC Kriens nicht einsatzberechtigt. Nach diesem Entscheid, der gemäss FC-Wil-Sportchef Axel Thoma theoretisch noch diese Woche fallen könnte, hat Blumer die Möglichkeit, den Fall vor das internationale Sportgericht (CAS) in Lausanne weiterzuziehen. Dort wäre allerdings nicht sicher, ob der Fall aufschiebende Wirkung bekäme.

Beim Testspiel gegen Kilchberg-Rüschlikon, das nur wenige Stunden nach Bekanntwerden der Ablehnung des Rekurses ausgetragen wurde, sass Blumer lediglich in den Zuschauerrängen.

Noch ein Stürmer
Er war nicht der einzige Wiler Stürmer, der dies tat. Direkt neben ihm nahm Dzengis Cavusevic platz, der momentan an einer Adduktoren-Zerrung leidet. Somit ist die ohnehin schon dünne Stürmerdecke um zwei Drittel geschrumpft und als einziger Angreifer verbleibt Tim Grossklaus, der anfangs Saison ebenfalls verletzt gewesen war.

Allzu viel ist derzeit auf dem Transfermarkt nicht möglich. Einerseits fehlt für grosse Transfers das nötige Geld, andererseits hat das internationale Transferfenster bereits geschlossen. Bis Ende September können nationale Spieler verpflichtet werden, danach noch Akteure ohne Vertrag. Zwei solche wurden in Kilchberg getestet. Einer von ihnen ist Sergio Bastida, der einst beim FC Aarau spielte. Der Mittelfeldspieler wurde in der Pause eingewechselt und brauchte keine fünf Minuten, um sich in die Torschützenliste einzutragen. Nach einer vergebenen Wiler Chance bewahrte er Ruhe und brachte den Bergholz-Klub in Führung.

Doumbia im Test
Der andere derzeit arbeitslose Testspieler trägt den klingenden Namen Doumbia. Sein Vorname ist jenem des ehemaligen Berner Topskorers ähnlich. Statt Seydou heisst er Sekou und kommt nicht von der Elfenbeinküste, sondern aus Mali.

Die Geschichte des Testspiels ist – im Vergleich zu jener von David Blumer – schnell erzählt. Die Wiler waren, we erwartet werden durfte, das bessere Team, bekleckerten sich allerdings trotz des ungefährdeten 3:0-Siegs nicht mir Rum. Eine Halbzeit lang hielt der Zweitligist gut mit und wehrte sich nach Kräften. Die Wiler reüssierten bis zum Seitenwechsel nicht und kamen lediglich zu einem Lattenkopfball Claudio Holensteins nach präziser Flanke von Sabri Boumelaha. In der zweiten Halbzeit schwanden bei den Zürchern die Kräfte und die Äbtestädter fuhrten dank den weiteren Treffern von Yago Bellon und des eigenen Nachwuchsspielers Enack Kilafu doch einem standesgemässen Erfolg ein.

FC Kilchberg-Rüschlikon (2. Liga regional) – FC Wil 1900 0:3 (0:0)

Hochweid: 50 Zuschauer. – Sr: Vaneria.

Tore: 50. Bastida 0:1. 68. Bellon 0:2. 70. Kilafu 0:3.

FC Wil 1900:
1. Halbzeit: Taini; Zenger, Sarr, Alija, Boumelaha; Holenstein, Muslin, Schönenberger, Lezcano; Busai; Grossklaus.
2. Halbzeit: Waldvogel; Di Gregorio, Sarr, Doumbia, Boumelaha; Kilafu, Kim, Schär, Bastida, Bellon; Grossklaus.

Bemerkungen: Wil ohne Cha, Rodriguez (abwesend), Kaiser, Cavusevic (verletzt) und Blumer (nicht im Aufgebot), dafür mit den Testspielern Sergio Bastida (vereinslos, zuletzt Aarau) und Sekou Doumbia (Mali) sowie Enack Kilafu aus dem eigenen Nachwuchs. 36. Lattenkopfball Holenstein.