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Den Siebenschläfern nachspüren
Der Naturschutz Niederhelfenschwil-Zuzwil organisiert eine interessante Exkursion.
Ernst Inauen
Auf einem spannenden Entdeckungsbummel des Naturschutzvereins treffen die Teilnehmenden auf mehrere Exemplare des niedlichen Nagetiers Siebenschläfer. Dabei lernen sie auch seine besonderen Lebensgewohnheiten kennen.
Einmal mehr vermochten die Verantwortlichen des Naturschutzvereins Niederhelfenschwil-Zuzwil das Interesse für ein eher unbekanntes Tier zu wecken. Junge und ältere Naturfreunde nahmen am ersten Septembersamstag an einer spannenden Exkursion im Leuberggebiet teil. Hansueli Pfaffhauser verfolgt seit langem die Lebensart des Siebenschläfers, der zur Familie der Bilche gehört. Er führte die rund 20 Teilnehmenden auf der Suche nach diesen putzigen Tierchen durch den Wald nördlich von Zuzwil.
Nach dem rund zweistündigen Rundgang war zum gemütlichen Ausklang bei der Waldlaube ein Grillplausch angesagt. Hanspeter und Ursula Hugger sorgten rechtzeitig für das Feuer im Grill, damit die Teilnehmenden ihre Würste oder Grilladen zubereiten konnten.
Ähnelt dem Eichhörnchen Einleitend klärte die Vereinspräsidentin Ruth Niedermann über die Eigenarten und den Lebensraum der Siebenschläfer (glis glis) auf. Das geschützte Nagetier gleicht einer Maus, ist aber ähnlich wie das Eichhörnchen mit einem langen, buschigen Schwanz versehen. Er wohnt hauptsächlich in Laub- und Mischwäldern. Seinen mehr als halbjährigen Winterschlaf verbringt er in isolierten Erd- oder Baumhöhlen, während er sich vom Frühling bis Herbst oft in Vogelnistkästen oder Baumlöcher einquartiert, oft auch unter Hausdächern oder in Scheunen. Der Siebenschläfer hat eine Körperlänge von dreizehn bis neunzehn Zentimeter und einen elf bis fünfzehn Zentimeter langen Schwanz.
Langer Winterschlaf Wenn der Siebenschläfer im April aus dem langen Winterschlaf völlig abgemagert erwacht, geht die Nahrungssuche los. Nüsse, Eicheln, Rinde und Beeren sind die bevorzugten Lebensmittel, er kann sich jedoch auch mal an Insekten, Vogeleiern oder Obst gütlich tun. Das nachtaktive Tier schläft tagsüber in seiner Unterkunft und kommt erst in der Dämmerung aus seinem Versteck. Nach der Paarung bringt das Muttertier nach 30 bis 32 Tagen vier bis sechs Junge zur Welt, die noch nackt und blind sind. In weiteren vier bis sechs Wochen sind die Jungen selbständig. Die ausgeprägten Merkmale sind die langen Schnurhaare im Gesicht, die grossen dunklen Augen und der buschige Schwanz. Die Lebenserwartung des Siebenschläfers liegt bei etwa neun Jahren.
Nistkästen bevorzugt Auf der Exkursion wurden die vom Leiter vorgängig bestimmten Nistkästen mit einer Teleskopstange von den Bäumen geholt und nach Bewohnern kontrolliert. Nach mehreren Fehlversuchen mit verlassenen Nestern war die Suche erfolgreich. In weiser Voraussicht holte Hansueli Pfaffhauser den grauen Bewohner mit Handschuhen ausgerüstet aus dem Nistkasten. Diese Massnahme erwies sich als richtig, biss doch das aufgeweckte Kerlchen kräftig zu. Mit seinen spitzigen Zähnen vermochte er durch den Handschuh die Finger zu erreichen.
Nachdem der Siebenschläfer neugierig über den Nistkasten und den Rücken des Exkursionsleiters getappt war, verzog er sich wieselflink die Tanne hinauf in den Baumwipfel. Auf die Frage eines Teilnehmers erklärte der fachkundige Leiter: „Das Tier kommt mit Bestimmtheit wieder in sein Nest zurück. Man weiss, dass der Siebenschläfer aus mehreren Kilometer Entfernung seine Unterkunft wieder findet“.
Wieselflink Offensichtlich leben in unseren Wäldern nicht wenige der kleinen Nager. Denn kurze Zeit später wurden erneut zwei junge Tiere in einem Nistkasten entdeckt. Ausserdem präsentierten die Naturfreunde bei der Waldlaube ein weiteres Paar in einem Nistkasten, den sie vorsorglich in einer Drahtkiste auf den Platz brachten. Eng aneinander gekuschelt schliefen die beiden, ohne sich vom Licht der Taschenlampe wecken zu lassen. Erst als sie aus ihrer Unterkunft herausgehoben wurden, suchten sie fluchtartig das Weite.
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