iwp logo infowilplus.ch  
Orte
Spezial
Zuckenriet: 14.09.2010
Von links: Bankleiter Albert Bleichenbacher, Niederhelfenschwil; Dr. Ralf Wiedenmann, Leiter Economic Research bei der Bank Vontobel Asset Management; Martin Stähelin, Leiter Finanzberatung bei der RB Niederhelfenschwil.
Von links: Bankleiter Albert Bleichenbacher, Niederhelfenschwil; Dr. Ralf Wiedenmann, Leiter Economic Research bei der Bank Vontobel Asset Management; Martin Stähelin, Leiter Finanzberatung bei der RB Niederhelfenschwil.

Martin Stähelin begrüsste die Gäste und den Referenten ebenfalls und ging kurz auf die Problematik ein.
Martin Stähelin begrüsste die Gäste und den Referenten ebenfalls und ging kurz auf die Problematik ein.

Der Referent unterstützte seine Worte mit übersichtlichen Folien.
Der Referent unterstützte seine Worte mit übersichtlichen Folien.

Er freute sich über das flüssige Dankeschön.
Er freute sich über das flüssige Dankeschön.

Ein positiver Blick in die Zukunft
Die Raiffeisenbank lud am Montagabend zu einem Finanzapéro ein, der auf recht grosses Interesse stiess.
Vroni Krucker
Dr. Ralf Wiedenmann, Leiter Economic Research bei der Bank Vontobel Asset Management , erläuterte am Finanzapéro der Raiffeisenbank Niederhelfenschwil die Perspektiven der Finanzmärkte und zeigte auf, dass die Schweiz bezüglich der Staatsfinanzen im internatinonalen Vergleich gut dasteht.

Bankleiter Albert Bleichenbacher begrüsste die Gäste sowie den Referenten Ralf Wiedenmann und zeigte sich stolz auf den gebotenen Anlass, der auch künftig präsentiert werden soll. Martin Stähelin, Leiter Finanzberatung bei der Raiffeisenbank Niederhelfenschwil nannte einige Schlagworte wie Niedrigzinspolitik, Insolvenz von Finanzinstituten, Vertrauensverlust zwischen Banken, staatliche Rettungspakete, Einbruch der Autoindustrie usw. „Diese Stichworte wecken in jedem von uns Erinnerungen und sind zugleich Ereignisse, die zur jüngst eingetretenen Staatsschuldenkriese in Europa geführt haben“, betonte er.

Achterbahnfahrt der Aktienmärkte
Dr. Ralf Wiedenmann unterstrich seine Ausführungen mit verständlichen Folien. Er zeigte zunächst die Achterbahnfahrt der Aktienmärkte auf, die verdeutlicht, dass Aktien weiterhin riskant sind. Obligationen und Geldmarkt präsentierten sich eher regelmässig, betonte er. Die Obligationenzinsen erlebten in den letzten zehn Jahren einen freien Fall und die Renditen zeigen sich nicht sehr gut.

Sinkende Haus- und Aktienpreise in den USA
Der Referent wies auf den Zerfall der Liegenschaftspreise in den USA hin, welcher zur rapiden Schrumpfung des Nettovermögens der Haushalte geführt habe. Das Einkommen sei zum Konsum verwendet worden bis nach dem Preiszerfall auch dort gespart werden musste. In der Rezession hätten gleichzeitig die üblichen Investitionen gefehlt. Das zweifache der jährlichen Einnahmen sei dem Vermögen verloren gegangen. Der Staat schaffte Ausgleich – Folge: ein hohes Budget-Defizit. Dies sei strategisch notwendig gewesen, um die schlimme Rezession abzudämpfen.

Die neuen grossen Sünder
Eine Tabelle über den Ertragsbilanz-Saldo 2010 zeigte, dass China noch immer 335 Mrd USD Überschuss in der Handelsbilanz aufweist. Auch die Schweiz stehe im Vergleich mit ihrer Kleinheit mit 49 Mrd sehr gut da. Hingegen weise die USA ein Aussenhandelsdefizit von –487 Mrd auf. Auch Portugal, Griechenland, Frankreich und Spanien ständen im defizitären Bereich. Dank der Kleinheit sei die Schweiz vor einer Pression verschont geblieben. Wiedenmann bezeichnete in diesem Zusammenhang diese Kleinheit Gnade.

Fazit
Eine Inflation sei nicht nur abhängig von der Geldpolitik, sondern von der Konjunktur und der Kapazitätsauslastung, betonte der Referent. Die Notenbanken richteten ihr Augenmerk nicht nur auf das Geldmengenangebot, sondern auch auf die Zinsen. Der Taylor-Zins habe sich in der Krisensituation bewährt. Die Teuerung werde in den nächsten 10 Jahren niedrig sein. In den nächsten 2-3 Jahren bestehe höchstens in den USA ein gewisses Inflationsrisiko, in Japan und Euroland eher ein Deflationsrisiko, in der Schweiz eine niedrige Inflation und keine Deflation.

Berechtigte Hoffnung
Es werde damit gerechnet, dass sich die Weltkonjunktur mit den entsprechenden Wachstumsraten erholt. Dies gelte sowohl für die USA als auch für Europa – ausser den Schwellenländern wie Griechenland oder Spanien. Der Schuldendienst in % des verfügbaren Einkommens für private Haushalte sei im Moment sinkend, das Arbeitseinkommen wachse. In der Schweiz stehe es um die fiskalische Gesundheit recht gut. Das Konsumentenvertrauen verbessere sich. Es bestehe die berechtigte Hoffnung, dass auch die Problemstaaten ihr Haus wieder in Ordnung brächten. Die Rettungsringe von IMF und EU zeigten positive Spuren. Ob die Regierungen jedoch die Budgetkonsolidierungen überlebten, bleibe abzuwarten.

Die Schweiz als Vorreiter
Ralf Wiedemann betonte, die Schweiz habe die Krise als erstes Land überwunden. Das für Kurzarbeit eingesetzte Geld habe sich als ausgezeichnete Methode erwiesen, um die Krise abzufedern. Die Inflation in der Schweiz sei nach wie vor vom Öl getrieben – ohne die Rohstoffpreise wäre die Kerninflation praktisch im normalen Rahmen. Es werde mit leicht steigenden Zinsen am Kapitalmarkt gerechnet. Die aktuelle Anlagepolitik verlange eine ausgewogene Strategie mit einer Mischung aus Aktien, Obligationen, Geldmarkt, Immobilien, Geldmarkt, Hedgefonds und Future Resurcen. Alles in allem sieht der Fachmann positiv in die Zukunft.

Bei einem exklusiven Apérobuffet bot sich Gelegenheit, sich mit dem Referenten oder den Verantwortlichen der örtlichen Raiffeisenbank auszutauschen.

Ralf Wiedenmann stand auch während dem Apéro für Auskünfte zur Verfügung.
Ralf Wiedenmann stand auch während dem Apéro für Auskünfte zur Verfügung.

Kunden im Gespräch mit Gottfried Künzle, Verwaltungsratspräsident der RBN.
Kunden im Gespräch mit Gottfried Künzle, Verwaltungsratspräsident der RBN.

Nach der trockenen Materie mundete ein feiner Tropfen doppelt gut.<br><br><br><br>
Nach der trockenen Materie mundete ein feiner Tropfen doppelt gut.





Das reichhaltige Apérobuffet lockte zum Zugreifen.
Das reichhaltige Apérobuffet lockte zum Zugreifen.