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Wil: 06.10.2010
„Seit der Brunnen läuft, ist es im Kreuzgarten still, beschaulich und klösterlich geworden“.
„Seit der Brunnen läuft, ist es im Kreuzgarten still, beschaulich und klösterlich geworden“.

Der Architekt Josef Leo Benz erläuterte bauliche Besonderheiten während der Renovationsarbeiten.
Der Architekt Josef Leo Benz erläuterte bauliche Besonderheiten während der Renovationsarbeiten.

Der neugestaltete Kreuzgarten mit dem Zisternenbrunnen.
Der neugestaltete Kreuzgarten mit dem Zisternenbrunnen.

Robert Signer, Kassier des Freundeskreises Kloster St. Katharina, überreicht Priorin Sr. Simone den Scheck über 40'000 Franken für das Brunnenobjekt.
Robert Signer, Kassier des Freundeskreises Kloster St. Katharina, überreicht Priorin Sr. Simone den Scheck über 40'000 Franken für das Brunnenobjekt.

Susanne Kasper, Präsidentin Freundeskreis, kündigte die grosszügige Spende aus den jährlichen Mitgliederbeiträgen an.
Susanne Kasper, Präsidentin Freundeskreis, kündigte die grosszügige Spende aus den jährlichen Mitgliederbeiträgen an.

vl.: Der Künstler Kurt Sigrist, Susanne Kasper, Sr. Simone, Robert Signer.
vl.: Der Künstler Kurt Sigrist, Susanne Kasper, Sr. Simone, Robert Signer.

Bis zur Sohle des Brunnens sind es rund 7.5 Meter.<br>
Bis zur Sohle des Brunnens sind es rund 7.5 Meter.


Der Zisternenbrunnen im renovierten Kreuzgarten im Kloster St. Katharina
„Freunde des Klosters St.Katharina“ und weitere Sponsoren ermöglichten die Realisierung des einmaligen Brunnenobjektes im neu gestalteten Kreuzgarten.
Gerhard Kasper
„Seit der Brunnen läuft, ist es im Kreuzgarten still, beschaulich und klösterlich geworden“, freute sich Priorin Sr. Simone Hofer anlässlich der Präsentation im neu gestalteten Kreuzgarten des Dominikanerinnen-Klosters St. Katharina

„Vor fünf Jahren wurde mit der Planung der Renovation und des Umbaus des Klosters begonnen – nun konnte die fünfte und letzte Bauetappe des Projekts „Konzentration im Altkloster“ mit der Übergabe des neu gestalteten Kreuzgartens und einem Brunnenobjekt abgeschlossen werden“, eröffnete Architekt Josef Leo Benz den kurzen Rückblick über die vergangenen Umbauarbeiten.

Vor dem Umbau
Benz berichtete, welche Probleme sich vor dem Umbau gestellt hatten: Feuchtigkeit in den Kreuzgangwänden, abblätternde Farbanstriche wegen der Feuchtigkeit im Kreuzgang, defekte Sandsteinböden und damit Probleme für Rollstühle und Gehbehinderte. Ausserdem beeinträchtigte der Treppenanbau mit den Toilettenanlagen die historische Anlage in jeder Beziehung.

Ein unbedeutender Schacht
Eher durch Zufall entdeckte man im Kreuzgarten einen Schacht mit bodenebenem Deckel, der eigentlich nicht der Rede wert war. Was sich darunter verbarg, war allerdings überraschend: eine alte, sieben Meter tiefe Zisterne aus Zementröhren von einem Meter Durchmesser ! Diese bemerkenswerte historische Konstruktion wollte man nicht einfach zuschütten, sondern in geeigneter Form in die heutige Zeit übernehmen.
Bei der Gestaltung des Kreuzgartens kam dann auch der Wunsch des Klosters nach fliessendem Wasser in dem zu renovierenden Trakt. Mit einer neuen Zisterne erhielt der Garten ein einmaliges, wertvolles Element.
Mit der Wahl von Kurt Sigrist aus Sarnen hatte Josef Leo Benz einen Künstler gefunden, der Erfahrung mit räumlichen Situationen und Bezug zu Sakralbauten hat. Voller Begeisterung und Hingabe ging man zu Werk: In der kurzen Zeit zwischen Palmsonntag und Ostern 2010 wurde das Projekt geboren, an Pfingsten konnte mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Und die Finanzierung?
Aus den beiseite gelegten jährlichen Mitgliederbeiträgen leistete der Verein „Freunde des Klosters St. Katharina“ den überaus ansehnlichen Betrag von Fr. 40'000. Susanne Kasper, Präsidentin des Vereins, freute sich, dass damit nicht nur der eigentliche Brunnen und das Honorar des Künstlers abgedeckt wurden, sondern auch die baulichen Zusatzarbeiten rund um den Brunnen. Kassier Robert Signer überreichte Sr. Simone den entsprechenden Scheck.

Zum Brunnenobjekt
Der Brunnen liegt im Teil des Klosters, der nicht öffentlich zugänglich ist; für die Vereinsmitglieder gibt es jedoch die Möglichkeit, die Anlage bei der nächsten Mitgliederversammlung zu besichtigen.

Der Kreuzgarten als Ganzes ist einfach, beschaulich, regt zur Meditation an. Lavendelbeete umgeben das Brunnenobjekt wie ein Bilderrahmen, der in der Mitte und doch asymmetrisch im Hof steht. Spielerisches Prasseln der Regentropfen macht die Oberfläche des Grundwasserspiegels lebendig, bei ruhigem Wetter hingegen spiegelt die Wasserfläche den Himmel und den Betrachter – ein schier magischer Anblick.
Eine raffinierte Konstruktion lässt das Wasser von der Sohle aufsteigen und in das Brunnenbecken plätschern. Ein Ort der Beschaulichkeit, der Ruhe und des Friedens.

Dank des Klosters
Priorin Sr. Simone drückte stellvertretend für die ganze Klostergemeinschaft ihre grosse Freude über die gelungenen Renovations- und Installationsarbeiten aus und dankte besonders auch dem Freundeskreis des Klosters: „Dem Brunnen kommt besondere spirituelle Bedeutung zu; für uns wirkt er bereits schon selbstverständlich, er ist aber auch ein Spiegel um Neues zu entdecken und zu erleben. Das lebendige Wasser hat eine unaufdringliche Symbolik, die sich erst nach und nach erschliesst.“