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10 Jahre Jungunternehmerzentrum Flawil, ein Erfolgsmodell für Firmengründungen
Das Beratungsmodell zur Förderung von Jungunternehmern zeigt sich nach 10 Jahren mit erfolgreichen Zahlen.
Niklaus Jung
Das Jungunternehmerzentrum mit Hauptsitz in Flawil blickte am Mittwochabend im Lindensaal Flawil auf 10 Jahre erfolgreiche Beratung von Unternehmern. Das Erfolgsmodell erreichte kantonale Beachtung, Volkswirtschaftsdirektor Josef Keller überbrachte die Glückwünsche der Regierung. 550 Beratungen oder 950 neue Arbeitsplätze sind die Ausbeute aus dem ersten Jahrzehnt.
Es waren Flawiler Initianten, welche vor 10 Jahren, exakt am 27. Oktober 2000, den Grundstein legten für eine Beratungsstelle für Jungunternehmer. Bruno Colle präsidierte die Arbeitsgruppe zur Gründung des damaligen TEDI-Zentrums, Johannes Rutz präsidierte den Verein über die ersten sieben Jahre. Das Jubiläum erhielt mit dem Auftritt des Komikers Rolf Kern vom Duo "Messer und Gabel" auch eine unterhaltsame Note.
Mit 52 Gründungsmitgliedern gestartet In seiner Eröffnungsrede zum Jubiläum blickte der amtierende Präsident Stefan Frei auf die Entstehungsgeschichte zurück. Ausgangspunkt sei sehr wohl die bereits dritte Rezession mit nachfolgender Arbeitslosigkeit gewesen, dass sich in Flawil Initianten zusammen gefunden hätten, um eine Wende einzuleiten. Neue Jobs für Flawil, führte unter der Leitung von Bruno Colle zur Gründung des TEDI-Zentrums (Technologie- und Dienstleistungs-Zentrum), heute Jungunternehmer-Zentrum.
Mit bereits 52 Gründungsmitgliedern sei der Verein am 27.Oktober 2000 gestartet zur Schaffung einer Firmengründungskultur. Ausgehend davon, das gemäss einer Statistik rund 6 Prozent der Bevölkerung einmal selbständig werden wollen, liege in der grösseren Region ein Potential von 11'000 möglichen Neu-Unternehmern vor. Mit aktuell 100 Beratungen pro Jahr, total 550 Begleitungen über die Jahre, sind nach Frei im ersten Jahrzehnt rund 950 Arbeitsplätze entstanden. Mit heute vier Zentren habe sich das Beratungsmodell regionalisiert, von Flawil über Wil, Wattwil und zuletzt Gossau.
Dienstleistungen an der Spitze An der Spitze der Beratungen stehen Unternehmen im Bereich Dienstleistungen. In den 10 Jahren stiegen die Betreuungen für Handwerksberufe zusehends. In der Zukunft wollten sie sich auf auf Gewerbe und Dienstleistungen konzentrieren. Für den Bereich Technologie hätten sie eine Zusammenarbeit mit "STARTFELD" im universitären Bereich aufgegleist. Die Zukunft des Vereins soll dahin verlaufen, dass sie möglichst jeden Unternehmensgründer ansprechen könnten.
In seinen Grussworten seitens der Regierung gratulierte Volkswirtschafter Joe Keller insbesondere den Gründern des Vereins. Sie hätten mit eigenen Initiativen für Unternehmensgründungen und gegen Arbeitslosigkeit eingewirkt. Es gebe immer schnell Leute, die bei wirtschaftlichen Problemen sofort nach dem Staat rufen für Beiträge und Programme. Es sei noch in gute Erinnerung, wie selbst im Kantonsrat die Kantonsbeiträge bekämpft worden seien.
Der Flawiler Gemeindepräsident Werner Muchenberger gab sich erfreut, dass das Jubiläum des Jungunternehmer-Zentrums auch an dessen Geburtsort gefeiert werde. Es bestätige sich, dass die Wirtschaftsregion bereit und in der Lage sei, etwas zu erreichen. Dies habe auch der Gemeinderat erkannt und mit grosszügigen Beiträgen unterstützt. "Flawil hat mit seinem Beitrag Innovation verbreiten können", schloss Muchenberger seine Gratulationsworte.
Jungunternehmer auf Erfolgswelle Zwei Beispiele von erfolgreicher Betreuung von Jungunternehmern erhielten die Anwesenden vorgestellt. Seit drei Jahren arbeitet Brigitte Baur in ihrer Agentur in Zuzwil "Worte verbinden" erfolgreich. Ihre nicht immer nur einfache Ungeduld brachte ihr auch Erfolg. Aus dem Stand bewarb sie sich mit einer Arbeit für den begehrten Titel "Swisstext-Award" in Zürich und durfte auch einen Titel nach Hause nehmen.
Magnus Gmür aus Bütschwil machte sich anfangs 2010 auf dem Gebiet der Sensortechnik selbständig. Er lobte die optimale Unterstützung des Zentrums hinsichtlich Businessplan. Er sei allerdings nach einem Studium beim Neutechnikum Buchs eher zufällig auf das Jungunternehmerzentrum gestossen. Er erhofft sich für die Zukunft, dass gerade solche Weiterbildungszentren über die Möglichkeiten des Beratungszentrums Informationen erhalten.
Ehre für die Gründer Abschliessend kamen die Männer der ersten Stunde zu Wort. Bruno Colle, Präsident der damaligen Vorbereitungsgruppe zeigte sich beeindruckt über das Erreichte in den 10 Jahren. Das Erfolgskonzept bedürfe keiner Änderung, sondern dem Ausbau mit weiteren Kontaktmöglichkeiten. Nach Johannes Rutz, dem ersten Präsidenten des damaligen TEDI-Zentrums, gab es anfangs viele Hürden zu überwinden, alles habe sofort geschehen müssen. Ein Konzept musste her, es brauchte Geld, und erste Jungunternehmer sollten erreicht werden. Erste Erfolge sollten die Idee der Initianten bestätigen.
Die Zukunft sieht Rutz im Einbezug von Firmenübernahmen und dem Versuch den Unternehmeraustausch gemäss Modell in der EU. Jungunternehmer seien Motoren der Wirtschaft und wichtig. Die Übergänge von der Agrarnation zur Industrie- und zuletzt zur Informationsnation hätten insbesondere Jungunternehmer gemeistert, welche für Neues offen gewesen seien.
Mit einem Jubiläumsbiber wurden die Mitglieder der Gründergruppe geehrt. Der anschliessende Apero riche bot vielfältige Gelegenheit für einen Austausch unter den zahlreich anwesenden Verantwortlichen aus Wirtschaft und Politik.
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