iwp logo infowilplus.ch  
Orte
Spezial
Wil: 06.02.2010
Eine eindrückliche Kulisse ergibt sich in der neuen Stadtbibliothek, im Bild auf dem obersten Stockwerk anlässlich der Führung durch Baupräsident Hans Vollmar.
Eine eindrückliche Kulisse ergibt sich in der neuen Stadtbibliothek, im Bild auf dem obersten Stockwerk anlässlich der Führung durch Baupräsident Hans Vollmar.

Der neue Hof zu Wil, die neue Heimat der Stadtbibliothek
Die Eröffnung der zweiten Bauetappe mit Turmgeviert und Stadtbibliothek erweitert die Nutzung, gilt aber auch als Vorausleistung für weitere Bauetappen.
Niklaus Jung
Auf den grossen Tag der Eröffnung der zweiten Bauetappe des Hof zu Wil haben Hofstiftung, Planer und Bauleute während während zwei Jahren hin gearbeitet. Fürstlich, mit Fanfarenklängen, startete die Feier mit geladenen Gästen am Freitagabend im Hofkeller. Freude, Erleichterung und auch etwas Stolz auf das Erreichte kam in den Reden der Beteiligten zum Ausdruck. Mit der Integration der Stadtbibliothek könne dem Hof neues Leben eingehaucht werden.

Die Eröffnungsfeier am Freitagabend im Hofkeller galt insbesondere der Würdigung der geleisteten Arbeit an Planer, Handwerker und den zahlreichen Spendern. Das Erreichte durfte insbesondere mit der Installation der Stadtbibliothek als wichtigen Meilenstein in der Nutzung des Hof zu Wil gefeiert werden. Die Hofrestauration mit Heidi und Edgar Bürgler sorgte einmal mehr für beste Gaumenfreuden, verbunden mit best organisiertem Service.

Freudvoller Auftakt in der Hofgasse
Eigentlich kannten die meisten geladenen Gäste die bauliche Erweiterung entweder aus dem eigenen Einsatz beim Bau oder aus Führungen durch die Baustelle. Dennoch war den Geladenen in der Hofgasse beim Empfang die Spannung anzusehen, wie denn nun das Resultat aussehen werde. Freude und Erleichterung zeigte Baupräsident Hans Vollmar bei der Begrüssung mit der Einladung, sich nun beim anschliessenden Rundgang selber ein Bild über das Resultat der zweiten Bauetappe zu machen.

Der Rundgang erhielt eine eindrückliche Bereicherung mit der Bildpräsentation seitens der Bühne 70 im Turmgeviert, wo die durchlaufenen Epochen des Hof zu Wil beleuchtet wurden. Eine Powerpointpräsentation im Ulrich-Rösch-Saal zeigte den öfters nicht einfachen Bauverlauf mit den zahlreichen erfolgreich gemeisterten Hürden.

"Wir haben 'unseren' Hof saniert"
"Wir haben Wil den Hof gemacht", startete Stiftungspräsident Bruno Gähwiler seine Würdigung zum Bauablauf, "und es hat sich gelohnt". Der Bauarbeit über 22 Monate sei ein langer Prozess voraus gegangen. Anstoss zur Bauetappe habe eigentlich die dringliche Neuplatzierung der Stadtbibliothek gegeben. Die bisherige Fläche mit 200m2 habe längst nicht mehr genügt, neu ständen 680m2 über drei Stockwerke zur Verfügung.

Den besonderen Dank richtete Stiftungspräsident Bruno Gähwiler an die zahlreichen Spender seitens Bund, Kanton aber auch der Stadt und Region. Dahinter ständen nicht allein Zahlen, sondern auch Zeichen der Leidenschaft zum Hof, wie er sich ausdrückte. Gähwiler wollte beim Dankeschön allerdings den Hinweis auf die noch fehlende Spendenmillion nicht unterlassen. Besonderen Dank richtete Gähwiler weiter an die verantwortlichen Planer mit Baupräsident Hans Vollmar, Architekt Piet Kempter und die verantwortliche Bauführung. In den Dank schloss er auch das Team der Stadtbibliothek und seine Mitglieder im Stiftungsrat ein.

Historische Bedeutung hervorheben
Die Wiler Regierungsrätin Karin Keller-Sutter betonte in ihren Worten, dass die historische Bedeutung des Hof zu Wil nicht genug betont werden könne. Zur Blütezeit des Hofes sei nämlich Wil die heimliche Hauptstadt gewesen. Nicht zuletzt deshalb habe sich der Kanton mit einem namhaften Beitrag beteiligt. So könne der Hof als Gemeinschaftswerk der Stadt Wil, dem Kanton und der ganzen Bevölkerung gelten. Für die Regierungsrätin ist der Einbezug der Stadtbibliothek in den Hof überaus vorteilhaft, so werde der Hof nun auch zum Wissenszentrum der Stadt.

"Es ist vollbracht" eröffnete Baupräsident Hans Vollmar seine Rede zum Bauabschluss. Mit 60 Prozent Neubauten habe die zweite Bauetappe besonders gefordert. Die Freilegung des Toggenburger-Turms bezeichnete Vollmar als Geniestreich. Er würdigte dazu auch die eingebrachten Grundideen seitens Architekt Josef Leo Benz. Mit der zweiten Bauetappe sei allerdings auch erst der zweite Drittel des Hofes saniert, eine dritte und vierte Etappe könne folgen. Vollmar bedankte sich weiter bei Hans Wechsler, dem eigentlichen Vater der der Hofstiftung, welcher sich für die erste Etappe engagiert hat.

Vier Jahre seien vergangen seit dem ersten Kostenvoranschlag mit damals 10,7 Mio Franken. Die zu erwartende Abrechnung mit 11,1 Mio werde trotz zahlreichen Projektänderungen und Ergänzungen überaus positiv ausfallen. Hohe Erwartungen seien unter der Leitung von Architekt Piet Kempter und der Bauleitung durch Thomas Preisig erfüllt worden. Der Dank gelte auch den Verantwortlichen seitens der Denkmalpflege.

Mit Respekt an die Herausforderung gewagt
Für den verantwortlichen Architekt Piet Kempter war beim Antritt der Planung noch vieles unbekannt. Mit Respekt vor der grossen Herausforderung, aber mit Freude und Interesse hätten sie sich ans Werk gemacht. Die Messlatte aus der 1. Bauetappe sei hoch angesetzt gewesen, aber sie hätten auf einem gut durchdachten Projekt aufbauen können. Nach 22 Monaten Bauzeit sei nun aller Baustaub und Baulärm gewichen. Schönst hergerichtete Räume und eine stattliche Bibliothek prägten nun das neue Bild des Hof zu Wil.

Nach Denkmalpfleger Pierre Hatz wird ein Bauwerk erst durch menschliches Erkennen zum Denkmal. Dem Willen zur Schaffung eines Werkes folge auch einmal der Wille zur Zerstörung dessen. Im Hof zu Wil habe die Erhaltung der historischen Substanz mit allen Spuren des Gebrauchs im Vordergrund gestanden. Heute sei auch vorausschauend gebaut worden, erst die Nachfahren werden einmal abschliessend darüber urteilen. Sie von der Denkmalpflege seien in der Hoffnung, treuhänderisch gehandelt zu haben, schloss Pierre Hatz seine Ausführungen.

Ein letztes Dankeschön an alle Beteiligten kam seitens Stiftungspräsident Bruno Gähwiler mit dem Hinweis auf die Eröffnung der Stadtbibliothek im Hof zu Wil als wichtiges Augenmerk für Stadt und Region.

Die Pflicht zur Aufgabe gemacht
Den mit der zweiten Bauetappe nutzbar gemachten Räumlichkeiten im Hof zu Wil ging eine lange Geschichte voraus. Baupräsident Hans Vollmar wies zurecht darauf hin, dass zwar die Fürstäbte und Herren von Toggenburg die Gebäulichkeiten erbaut hätten, die Nutzbarmachung durch die Öffentlichkeit aber erst aus jüngerer Zeit ermöglicht wurde. Es sei die Familie Stiefel gewesen, welche die Besitzer der Hofanlagen wieder vereint habe, woraus dann die Hofstiftung entstehen konnte.

Wenn kulturgeschichtlich gesehen die Hofsanierung für die Stadt eine Plicht darstellt, hat es sich die Hofstiftung zur vornehmlichen Aufgabe gemacht, mit viel Herzblut ans Werk zu gehen. Das Herzblut ist im Erreichten wie schon bei der 1. Bauetappe einmal mehr spürbar, die Liebe zum Detail bestätigt sich an mehreren Orten. Wenn dem Spendenbarometer zwar noch einige Fähnlein fehlen, zeigt sich die Verbundenheit der Städter zum Hof auch bei der finanziellen Unterstützung auf grossartige Weise.
Niklaus Jung

Ein erfreuter Präsident der Baukommission, Hans Vollmar, begrüsst die Gäste zur Eröffnungsfeier.<br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br>
Ein erfreuter Präsident der Baukommission, Hans Vollmar, begrüsst die Gäste zur Eröffnungsfeier.


















An der Führung erhielten die Gäste Einblick in die aufwändigen Sanierungsarbeiten, im Bild im Treppenhaus des Turmgeviert.<br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br>
An der Führung erhielten die Gäste Einblick in die aufwändigen Sanierungsarbeiten, im Bild im Treppenhaus des Turmgeviert.


















Maschinen und Signet der Wiler Hofbräu erinnnern in der Stadtbibliothek an die "Bierzeiten" von Wil.<br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br>
Maschinen und Signet der Wiler Hofbräu erinnnern in der Stadtbibliothek an die "Bierzeiten" von Wil.


















An die Bierzeiten erinnerten die Bilder der Präsentation seitens der Bühne 70 Wil. <br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br>
An die Bierzeiten erinnerten die Bilder der Präsentation seitens der Bühne 70 Wil.


















Das Wiler Wahrzeichen strahlt mit der Erneuerung noch stärker in die Region.
Das Wiler Wahrzeichen strahlt mit der Erneuerung noch stärker in die Region.

Die "Toggenburger" Herren kamen in der Präsentaton der "Bühne 70" ausgiebig zu Wort und Bild.
Die "Toggenburger" Herren kamen in der Präsentaton der "Bühne 70" ausgiebig zu Wort und Bild.

Fürstäbtisch, mit Fanfarenklängen eröffnete die Hofstiftung die Eröffnungsfeier im Gewölbekeller.
Fürstäbtisch, mit Fanfarenklängen eröffnete die Hofstiftung die Eröffnungsfeier im Gewölbekeller.

Nach getaner Arbeit in guter Stimmung: v.l. Stiftungspräsident Bruno Gähwiler, Projektideen Arch. Josef Leo Benz und Hans Vollmar, Präsident der Baukommission.
Nach getaner Arbeit in guter Stimmung: v.l. Stiftungspräsident Bruno Gähwiler, Projektideen Arch. Josef Leo Benz und Hans Vollmar, Präsident der Baukommission.

Stiftungspräsident Dr. Bruno Gähwiler zeigte sich stolz auf das Erreichte. Aus jeder Epoche des Hof zu Wil sei in der Bauetappe etwas dabei.
Stiftungspräsident Dr. Bruno Gähwiler zeigte sich stolz auf das Erreichte. Aus jeder Epoche des Hof zu Wil sei in der Bauetappe etwas dabei.

Regierungsrätin und Patronatsgeberin Karin Keller-Sutter: "Wil galt zur Blütezeit des Hofes als heimliche Hauptstadt".
Regierungsrätin und Patronatsgeberin Karin Keller-Sutter: "Wil galt zur Blütezeit des Hofes als heimliche Hauptstadt".

Ausführender Architekt Piet Kempter lobte die motivierte Bauherrschaft als ideale Ausgangslage zur Erreichung der öfters nicht einfachen Ziele.
Ausführender Architekt Piet Kempter lobte die motivierte Bauherrschaft als ideale Ausgangslage zur Erreichung der öfters nicht einfachen Ziele.

Denkmalpfleger Pierre Hatz gab sich erfreut über das Erreichte. Abschliessend würden aber erst unsere Nachkommen über das Geschaffene urteilen.
Denkmalpfleger Pierre Hatz gab sich erfreut über das Erreichte. Abschliessend würden aber erst unsere Nachkommen über das Geschaffene urteilen.

Besondere Ehrung erhielt Baupräsident Hans Vollmar für seinen unermüdlichen Einsatz über 22 Monate Bauen.
Besondere Ehrung erhielt Baupräsident Hans Vollmar für seinen unermüdlichen Einsatz über 22 Monate Bauen.