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Narrenfreiheit in Lenggenwil
Der 32. Lenggenwiler Fasnachtsumzug konnte erneut einen grossen Erfolg erzielen.
Ernst Inauen
In der Ostschweizer Fasnachtshochburg erreichte das fasnächtliche Treiben am Sonntagnachmittag seinen Höhepunkt. Vor einer imposanten Zuschauerkulisse bewegten sich beim traditionellen Umzug über 2‘500 Närrinen und Narren in 64 Nummern durch die Hauptstrasse.
Bei der 32. Durchführung der weit über die Region hinaus bekannten Lenggenwiler Fasnacht gehörte das Dorf während drei Tagen einmal mehr den Närrinnen und Narren. Sowohl am Freitag bei der Guggen-Classic wie auch am traditionellen Lenggiball vom Samstagabend herrschten in der Mehrzweckhalle Hochbetrieb und eine ausgelassene Stimmung.
Wetterglück Als absoluter Höhepunkt erwies sich wiederum der traditionelle Fasnachtsumzug am Sonntagnachmittag. Rechtzeitig hörte Frau Holle auf, ihre Schneeflocken über das winterliche Lenggenwil auszuschütten. So konnte das zahlreiche Publikum bei trockener, kühler Witterung das farbenprächtige Schauspiel geniessen. Während rund zwei Stunden sorgten 64 Gruppen, darunter 21 begeisternde Guggenmusigen, für Spektakel und Stimmung.
Vielfältige Sujets Noch selten waren so viele verschiedene Sujets und so riesengrosse Wagen zu bewundern. Gigantische Aufbauten, die zum Teil fast die Höhe der Strassenlampen erreichten, wurden von imposanten Traktoren gezogen. Weil viele auswärtige Cliquen mit ihren aufwändig gestalteten Gefährten während der Fasnachtszeit an mehreren Umzügen teilnehmen, wurde nur selten dem Motto„Olympia“ der organisierenden JUFALE entsprochen. Die Vielfalt und die Qualität der Nummern bot jedoch den Zuschauern umso mehr.
Jungwacht mit Olympiabegeisterung Auf das Motto „Olympiade“ gingen vorwiegend Gruppen der Jungwacht Lenggenwil ein. Die bleuen Globis als Skirennfahrer begleiteten mit Skiern an den Beinen ihren Wagen; etwas später folgten Olympia-Fans der Gruppe Merkur mit dem olympischen Feuer. Eine weitere JW-Gruppe baute gar eine Bobbahn. Simi Ammann präsentierte sich bereits in Absprungstellung, während auf dem gleichen Sujetwagen die Eishockeyaner der Nati in Aktion waren. Der Bucherclub Lenggenwil griff das Thema ebenfalls auf und machte originelle Vorschläge für eine Bauernolympiade mit Start in Lenggenwil und Ziel in Brüssel.
Politische Aktualitäten Die auswärtigen Wagen zeigten vor allem aktuelle politische Themen. Gleich mehrmals bezogen sich die Sujetwagen auf internationale Affären wie Piraterie oder Gadhafi. Originelle Nummern wert waren auch der Fluglärm, das Minarettproblem oder die Schweinegrippe. Daneben fielen aber auch die Sonnentaler Zugvögel mit ihrer tollen Venedig-Brücke oder die sehr grosse, prächtig kostümierte Gruppe „1001 Nacht“ der Familienfasnachtsclique Wil auf.
Betriebsame Hexen Von mehreren Wagen wurde aus Konfettikanonen eifrig auf das Publikum geschossen. Nicht selten kamen Zuschauer in den Genuss von scharfen Getränken oder kleinen Süssigkeiten. Hexengruppen schnappten sich ihre meist weiblichen Opfer für ein Bad in der Konfettiwanne. Farbenprächtige Guggenmusigen belebten mit ihren kakophonischen Darbietungen den Umzug. Die Organisatoren schätzten den Besucheraufmarsch auf etwa 13‘000 Personen. Insgesamt verzeichnete die Lenggenwiler Fasnacht nach Auskunft des OK etwa 20‘000 Besuchende.
Herausforderung Eine grosse Herausforderung bedeutete für die Organisatoren die winterlichen Bedingungen. So mussten viele Besucher ihre Autos bis weit ausserhalb des Dorfes parkieren. Allerdings trug dafür der etwas längere Fussmarsch zum Aufwärmen nach dem Umzug bei. Zudem verursachten die gewaltigen, schweren Fahrzeuge der teilnehmenden Gruppen doch einige Schäden an Grünstreifen und Wegrändern. Damit hatten die Räumequipen neben den Reinigungsarbeiten auch noch einigen Landschaden zu beheben.
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