iwp logo infowilplus.ch  
Orte
Spezial
Wil: 26.02.2010
Eine grosse Trauergemeinde, darunter auch die Stadtmusik, wollte vom beliebten ehemaligen Stadtammann Abschied nehmen.
Eine grosse Trauergemeinde, darunter auch die Stadtmusik, wollte vom beliebten ehemaligen Stadtammann Abschied nehmen.

Elisabeth Wechsler durfte zahlreiche Beileidsbezeugungen entgegen nehmen.
Elisabeth Wechsler durfte zahlreiche Beileidsbezeugungen entgegen nehmen.

Den Trauerzug zur Grabstätte führten weiter die Stadttambouren an.
Den Trauerzug zur Grabstätte führten weiter die Stadttambouren an.

Eine ganze Reihe Fahnendelegationen erwiesen Hans Wechsler die letzte Ehre.
Eine ganze Reihe Fahnendelegationen erwiesen Hans Wechsler die letzte Ehre.

Hans Wechslers Lebenswerk ist abgeschlossen
Der leidenschaftliche öffentliche Einsatz von Hans Wechsler wird noch lange nachwirken.
rs/nj
Der nun aus dem Leben geschiedene ehemalige Stadtammann Hans Wechsler (13. April 1930 - 19. Februar 2010) erreichte auf seinem letzten Gang zur Grabesstätte am Freitagvormittag eine hohe Anteilnahme aus der Bevölkerung von Stadt und der weiteren Region. In seiner Trauerrede bezeugte sein freundschaftlicher Begleiter Robert Signer Hans Wechsler eine hohe Wirkkraft für Stadt und Region.

Am nachfolgenden Trauergottesdienst in der Stadtkirche St. Nikolaus in Wil erinnerte Robert Signer in seiner Trauerrede an die zahlreichen Meilensteine, welche Hans Wechsler gesetzt hat. Der Dankesgottesdienst wurde von Meinrad Gemperli mit vier weiteren Zelebranden gefeiert. Neben dem Kammerchor mit Bariton Anselm Stieger umrahmten die Kathi-Schülerinnen den Gottesdienst.

Robert Signer: Hans Wechsler hat Geschichte geschrieben
Mit Hans Wechsler hat eine grosse Persönlichkeit von uns allen für immer Abschied genommen. Ein Mann, der die Stadt und die Region massgeblich geprägt hat. Ein Mann, der immer ein Vorbild mit einer christlichen Grundgesinnung war. Ein Mann, der Geschichte unserer Aebtestadt Wil geschrieben hat und der bereits zur Lebzeit in die Geschichte unserer Stadt eingegangen ist.

Vor gut einem Monat hat mich Hans Wechsler im Spital gebeten, für ihn und für seine Familie die Traueransprache zu halten. Für mich war diese Bitte eine riesige Freundschaftsbezeugung, die mich innerlich mehr als nur berührte.

Die Hofstiftung nur eines der grossartigen Highlights
Ich habe Hans anfangs 1977, gleich nach seinem Amtsantritt als Stadtammann, kennen lernen dürfen. Ab diesem Zeitpunkt haben wir in vielen Gremien und Organisationskomitees von eidgenössischen und kantonalen Festen, die in unserer Stadt Wil stattgefunden haben, zusammengearbeitet. Er war meist der OK-Präsident und ich durfte an seiner Seite für die Finanzen verantwortlich sein.

Besonders intensiv war die Zusammenarbeit, als wir seine Idee, die Gründung der Stiftung Hof zu Wil, umgesetzt und die 1. grosse Bauetappe realisiert haben. Mit der Rettung des Wahrzeichens von Wil hat er sich selbst ein Denkmal gesetzt. Aber auch bei der Rettung des damaligen Gemeindespitals Wil waren wir wieder gemeinsam mit vielen Freunden an vorderster Front tätig.

Für mich war Hans immer ein Vorbild:
- Hans Wechsler war als Politiker immer gradlinig und weitsichtig. Ein Beispiel dafür war die Einführung der neuen Gemeindeorganisation mit einem Parlament und der Inkorporation der Schulgemeinde. Er suchte immer den Dialog und mit dem Gemeindeparlament hat er einen Gesprächspartner erhalten, mit dem er sich politisch auseinandersetzen konnte.
- Hans war sowohl als Schulratspräsident als auch als Stadtammann im wahrsten Sinne des Wortes ein Baumeister für Wil. Davon zeugen die vielen Hoch- und Tiefbauten, welche bereits im Lebenslauf erwähnt wurden. Im übertragenen Sinn war er aber auch ein wichtiger Baumeister für die Mittelschule Wil und das Spital Wil.
- Hans war ein Politiker mit hoher Sozialkompetenz. Die Türe zu seinem Büro im Rathaus war für die ganze Bevölkerung stets offen. Er hatte auch immer für benachteiligte Mitbewohner in unserer Gesellschaft Zeit.
- Hans war ein beliebter und fairer Chef der Stadtverwaltung, der stets hohes Vertrauen bei den Mitarbeitenden genoss.
- Hans hatte auch ausserhalb des Rathauses Zeit für seine Mitmenschen, für Vereine, denen er sich als OK-Präsident zur Verfügung stellte und auch in kirchlichen Kreisen war er immer wieder aktiv, so unter anderem auch als Beirat im Kloster St. Katharina, welches im ganz besonders ans Herz gewachsen ist.
- Hans war ein brillanter und belesener Redner. Auch der Humor hatte in seinen Ansprachen immer Platz und er verstand es immer wieder meisterhaft, auch Anwesende in seine Rede mit einzubeziehen.
- Hans war aber auch ein Kämpfer, der Ziele seriös und unentwegt bis zum meist glücklichen Ende begleitet hat. Nicht zuletzt dank dieser Fähigkeit 1976 wurde er zum Stadtammann von Wil gewählt.
- Und schliesslich war Hans ein Freund, der vielen von uns viel geschenkt hat und auf den immer Verlass war.

Anerkennung noch zu Lebzeiten
Ich habe einmal gelesen, dass die Anerkennung eine Pflanze sei, die vorwiegend auf Gräbern wachse. Es war deshalb eine verdiente Anerkennung zu Lebzeiten, dass ihm die Stadt Wil und die Ortsbürgergemeinde Wil zusammen mit seiner Gattin 1992 die Ehrenbürgerschaft verliehen hat. Auch die Verleihung des Kulturpreises als Kulturförderer im Jahre 2000 war eine verdiente Auszeichnung. Und die Verleihung der Ehrenbürgerschaft von Dobrzen Wielki war ein grosser Dank für den hohen Einsatz, welche er für diese polnische Partnerstadt geleistet hat.

In all seinen unzähligen Tätigkeiten und Aufgaben hat man immer wieder gespürt, dass Hans im Hintergrund eine Frau hatte, die ihm still und unscheinbar einen grossen Rückhalt gegeben hat. Zu Hause konnte er Kraft schöpfen und nun auch in seinen letzten schwierigen Lebensjahren viel Liebe erfahren. Es ist mir deshalb ein wirkliches Bedürfnis, der Gattin Elisabeth für all die Unterstützung, die sie Hans während all den vielen Jahren geschenkt hat, hier an dieser Stelle herzlich zu danken. Mit ihrer liebenswürdigen stillen Art hat auch sie grosse Verdienste für die Stadt und deren Bevölkerung erworben.

Lieber Hans
Albert Schweitzer hat zum Tod einmal gesagt:
„Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir weggehen.“ Hans, du bleibt für uns Wilerinnen und Wiler unvergesslich. Du hinterlässt unauslöschliche Spuren deiner Liebe zu Wil, der Region und deren Bevölkerung.

Jetzt, wo du zum Schöpfer heimgekehrt bist, können wir nur noch still mit dir diskutieren. Doch du bleibst in unseren Herzen zurück, als einen lieben Freund und einen Stadtammann, der nicht nur Ammann sondern sowohl Baumeister als auch ein Vater für diese Stadt war.
Deo gratias, Hans - Ruhe in Frieden!
Pfarrer Meinrad Gemperli feierte mit vier weiteren Zelebranden den Dankesgottesdienst in der Stadtkirche.
Pfarrer Meinrad Gemperli feierte mit vier weiteren Zelebranden den Dankesgottesdienst in der Stadtkirche.

Tochter Christa und Sohn Ivo gaben den von Hans Wechsler selber verfassten Lebenslauf wider.
Tochter Christa und Sohn Ivo gaben den von Hans Wechsler selber verfassten Lebenslauf wider.

Auf der Empore umrahmten neben dem Kammerchor auch die Kathi-Mädchen den Dankgottesdienst.
Auf der Empore umrahmten neben dem Kammerchor auch die Kathi-Mädchen den Dankgottesdienst.

Die Erinnerung an glückliche Zeiten: Hans Wechsler mit Gattin Elisabeth im familiären Kreis.
Die Erinnerung an glückliche Zeiten: Hans Wechsler mit Gattin Elisabeth im familiären Kreis.