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Littenheid: 05.07.2011
Das Haus Föhrenberg, Subakut- und Psychotherapiestation.
Das Haus Föhrenberg, Subakut- und Psychotherapiestation.

Lars Wöckel, Chefarzt Kinder- und Jugendpsychiatrie; Mathias Wenger, Kantonsarzt und Dieter Rung, Bereichsleiter Pflege und Pädagogik (v.l.) freuen sich über die gelungene Erweiterung.
Lars Wöckel, Chefarzt Kinder- und Jugendpsychiatrie; Mathias Wenger, Kantonsarzt und Dieter Rung, Bereichsleiter Pflege und Pädagogik (v.l.) freuen sich über die gelungene Erweiterung.

Clienia Littenheid erweitert Zentrum für Jugendpsychiatrie
Neue Angebote für Kinder ab zehn Jahren.
Marie-Theres Brühwiler
Das erweiterte Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Clienia Privatklinik Littenheid, in welchem neu Kinder ab zehn Jahren stationär aufgenommen werden und zu welchem neu auch ambulante Angebote gehören, ist am Dienstag mit rund 100 Gästen feierlich eröffnet worden.

"Wenn wir heute unser erweitertes Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie eröffnen können, so steht dies unter dem Zeichen "Auf Bewährtes vertrauen - auf Neues bauen", betonte Daniel Wild, Klinikdirektor der Clienia Privatklinik Littenheid anlässlich der Eröffnungsfeier.

Als Zeichen der Zeit
Mit der in der Region einzigartigen Jugendpsychiatrie für Jugendliche ab 14 Jahren hatte die damalige Klinik Littenheid vor 16 Jahren Neuland betreten. Die neue vollstationäre kinderpsychiatrische Behandlungseinheit für Kinder ab zehn Jahren sehen die Klinikverantwortlichen nicht nur als einen wichtigen Schritt in die Zukunft, sondern auch als ein Zeichen der Zeit.

Nach wie vor sollen aber für die im Kanton Thurgau wohnhaften Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren in erster Linie die tagesklinischen Angebote des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes (KJPD) des Kantons Thurgau in Weinfelden zum Tragen kommen. Die Überweisung dieser Altersgruppe erfolgt im Standortkanton deshalb über den KJPD.

Bauliche und inhaltliche Anpassungen
Für Lars Wöckel, Chefarzt Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, bedeuten die inhaltlichen und baulichen Umstrukturierungen einen Meilenstein. "Die Bildung von kleinen Einheiten mit je zwei Akut- und zwei Psychotherapiegruppen und einer Kindergruppe ermöglichen eine intensive und patientennahe Betreuung." Mit den neuen Zusatzangeboten schliesse man eine Versorgungslücke. "Unsere langjährigen Erfahrungen spielen in dieser anspruchsvollen Entwicklung eine wichtige Rolle", so Lars Wöckel.

Dieter Rung, Bereichsleiter Pflege und Pädagogik vergleicht das zentralisierte Angebot im neu renovierten Haus Linde und die angepasste Bettensituation mit der Natur und nahm deshalb an der Eröffnungsfeier sinnbildlich einen Lindenbaum als Vergleich. Der Rückzug aus dem Haus Föhrenberg und die Konzentration auf das Gebäude Linde sei mit dem Schneiden der Äste und dem Spriessen von neuen Blüten vergleichbar. Kantonsarzt Mathias Wenger sprach über die gesundheitspolitischen Aspekte sowie die wichtige Vernetzung zwischen KJPD und Clienia und bezeichnete das erweiterte Angebot als innovative Lösung und Bereicherung für den Kanton Thurgau.

Verschiedene Verträgskantone und eigene Schule
Das erweiterte Angebot umfasst diagnostische Abklärung, Beratung, Notfall- und Krisenintervention sowie psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung. Geplant ist auch die Bildung eines zertifizierten Schwerpunktes für das spezifische Behandlungsverfahren der dialektisch-behavioralen Therapie für Adoleszente (DBT-A).

65 der total 195 im vergangenen Jahr stationär behandelten Jugendlichen haben ihren Wohnsitz im Kanton Thurgau. (Details sh. Box). In der klinikeigenen Schule werden die Kinder und Jugendlichen auch während eines stationären Therapieaufenthaltes schulisch gefördert.

Auch im ambulanten Rahmen möglich
Ergänzend zu den Indikationen, die einen Klinikaufenthalt erfordern, werden Diagnostik, Beratung und Therapie namentlich auch für Patienten mit Trauma und Traumafolgestörungen, Essstörungen, Autismus-Spektrumstörungen und ADHS vor- und nachgelagert oder autonom im ambulanten Rahmen angeboten.

Die von Oberärztin Elisabeth Egle-Odenigbo geleitete kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanz befindet sich ausserhalb des Klinikdorfes Littenheid, verkehrsgünstig gelegen in den neuen Räumlichkeiten des EPD (Externer Psychiatrischer Dienst) an der Wilerstrasse 18 in Sirnach.

Eine überregionale Bedeutung
Das Zentrum für Jugendpsychiatrie, das passend zum erweiterten Angebot neu den Namen "Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie" trägt, hat in den letzten Jahren eine überregionale Bedeutung gewonnen.

Im vergangenen Jahr sind ingesamt 195 Jugendliche aus den nachstehenden Kantonen behandelt worden: Thurgau: 65, Zürich: 40, Schwyz: 21, Schaffhausen: 13, Zug: 12, St. Gallen: 10, Uri: 8, Luzern: 3, übrige: 23.
Gesamthaft sind die vielfältigen stationären Angebote der Clienia Privatklinik Littenheid im letzten Jahr von 1227 Patienten genutzt worden.

Die Clienia Privatklinik Littenheid
Die psychiatrischen und psychotherapeutischen Angebote der Clienia Privatklinik Littenheid sind so vielfältig wie die Individuen, die sie beanspruchen. Während das Zentrum Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 34 Betten umfasst, ist die Akut- und Alterspsychiatrie mit 81 Betten und einer Tagesklinik mit 12 Plätzen ausgestattet. Auf den vier Stationen des Bereichs Spezialtherapien mit 71 Betten und auf der im gehobenen Hotelkomfort eingerichteten Privatstation mit 19 Betten finden erwachsene Patienten die auf ihr individuelles Krankheitsbild abgestimmte Behandlung.

In der traditionsreichen Privatklinik, in der mehr als 400 Mitarbeitende ihren Arbeitsplatz haben, werden vor allem allgemein Versicherte aus dem Kanton Thurgau und je nach Leistungsaufträgen auch aus den Kanton Schwyz, Zug, Uri, Luzern, St. Gallen, Schaffhausen und dem Fürstentum Liechtenstein sowie zusatzversicherte Patientinnen und Patienten aus der ganzen Schweiz behandelt. Die Clienia Privatklinik Littenheid gehört seit 2008 zur Clienia-Gruppe.