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Musik ist Trumpf
Mit einem tollen Konzert verwöhnte die Jugendmusik Uzwil unter der versierten Leitung von Dominik Wirth ihre Gäste am Unterhaltungsabend.
Vroni Krucker
Die etwa 60 Musikantinnen und Musikanten im Alter zwischen 11 und 22 Jahren zeigten eindrücklich, was für sie gilt: „Musik ist Trumpf“. Diesem intensiven Hobby widmen sie einen grossen Teil ihrer Freizeit. Durch das abwechslungsreiche Programm führten mit Witz und Humor Linus Bernhardsgrütter und Nicolas Kraft.
Vor Konzertbeginn erinnerte ein Videoclip an die Anlässe des vergangenen Jahres, das im Eidg. Musikfest in St. Gallen den Höhepunkt fand. Mit einem „sehr gut“ durften die jungen Musizierenden nach Uzwil heimkehren. Im Expertenbericht heisst es: „ein schönes Orchester, guter und erstaunlicher Klang, absolut konkurrenzfähig“, oder „tolles Jugendorchester, viel gute Arbeit, gute Balance“. Solche Aussagen sind wohl der schönste Lohn für das grosse Engagement und wurden am Samstagabend bestätigt. Der stolze Präsident Heinz Erismann dankte am Schluss allen, die in irgendeiner Weise zum Konzert und Wohl der JMU beigetragen haben. Einen speziellen Dank richtete er an die Arbeitgebervereinigung, welche es der JMU ermöglicht hatte, Occasions-Instrumente für die Perkussion zu erstehen.
Kameradschaft gross geschrieben Nebst den zahlreichen grösseren und kleineren Auftritten erinnern sich die Jugendlichen, die sich musikalisch hohe Ziele stecken, gerne an spezielle Probenambiance im Weekend in St. Peterzell oder im Jugendmusiklager in Alpnach. Ein spezielles Vergnügen war mit Sicherheit der Besuch mit Auftritt bei der Euromaus in Rust, wie die tollen Fotos bestätigten. Mit den „Grossen“ gemessen haben sie sich zusätzlich am Kreismusiktag in Lenggenwil.
Der Drachen auf dem Pilatus Was die jungen Leute zeigten, war absolut Spitze. Mit Power und Einfühlungsvermögen präsentierten sie die interessanten und abwechslungsreichen Kompositionen bestens vorbereitet. Beeindruckend war auch die lockere und fröhliche Stabführung des Leiters Dominik Wirth. Eröffnet wurde der Abend mit der stimmungsvollen „Fanfare“ von Satoshi Yagisawa (*1975). Es folgte mit „Pilatus“ von Steven Reinecke (*1970) die Sage um den Drachen auf dem Innerschweizer Berg, phantasievoll musikalisch umgesetzt und gespielt.
Für einmal Perkussion im Vordergrund Nicht bildlich, aber klanglich stand für einmal die Perkussion im Vordergrund. Diese Rhythmik-Musikanten haben in jeden Auftritt eine sehr wichtige und anspruchsvolle Aufgabe, agieren aber meist versteckt im Hintergrund, wo man sie nur ab und zu hin und her spurten sieht, d.h. von Instrument zu Instrument. „In March for Percussion“ von David Mancini (*1952) konnte sie ihr Können einmal solistisch zeigen – super. Sie werden unterrichtet und betreut von Thomas Schnelli.
Verdi in concert Speziell, weil von Franco Cesarini (*1961) für Blasmusik interessant und locker arrangiert, zeigten sich die Ausschnitte aus den Verdi Opern „Ernani“ und „Il Trovatore“, wobei im letzteren gar ein junger Schmied am Amboss mitwirkte. „Greek folk Song Suite“ von Cesarini basiert auf vier Volksliedern und –tänzen aus dem alten Griechenland und entführt Musiker und Publikum in das einzigartige Land von Sonne, Wein und Sirtaki.
Jugend im Anmarsch Zu Beginn des zweiten Teils bewiesen die Nachwuchsformation und die Aspiranten, dass in ihnen bereits hörbare, sehr gute Ansätze zu Klassemusikern steckt. Unter der Leitung von Nicole Stobrawe zeigten sie ihr Taktgefühl mit Leuchtstäben und Klatschen. Dann spielten sie vier recht anspruchsvolle Kompositionen, auf die sie sich sehr solide vorbereitet hatten. Das Publikum freute sich riesig an den Darbietungen der jüngeren Garde.
Ohne Zugabe läuft gar nichts Zum Schlusspurt spielten die engagierten Musizierenden mit „Brak the wave“ von Daniel Zeiter (*1978) und „musc4you“ von Gilbert Tinner (*1965) die beiden in St. Gallen vorgetragenen Unterhaltungsstücke - und man merkte gleich, dass diese Art Musik den jugen Menschen ganz besonders liegt. „Stockholm Waterfestival“ von Luigi di Ghisallo (*1938) führte zu den Stockholmer Wasserspielen und gab Einblick in die fröhliche Jahrmarktstimmung im Tivoli. Ohne Zugaben liess das begeisterte Publikum das Korps nicht abtreten. Es bot ganz zum Schluss und zum Plausch aller Anwesenden „Italo classics“ und ganz zum Schluss „Regimentskinder“zum Mitklatschen. Ausbildung fordert Tribut Das Mitmachen in der JMU erfordert viel Zeit und Engagement. Das lässt sich leider nicht immer mit der Aus- oder Weiterbildung kombinieren, und so mussten Laura Giger, Claudia Taverna, Corina Bruhin, Fritz Näf am Unterhaltungsabend Abschied nehmen. Bereits im Laufe des Jahre aufgehört hatten aus den gleichen Gründen Reto Brülisauer, Alexandra Hälg, Carole Brühwiler und Markus Erismann. Diese acht Musikantinnen und Musikanten haben zusammen während 64 Jahren in der JMU musiziert – super!
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