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Stadttambouren feierten am Jahreskonzert Geburtstag
Zur Geburtstagsfeier gehörte insbesondere Partymusik, beigesteuert seitens der Jungtambouren, den Claironisten und Tambouren.
Nadio Giger
Die Wiler Stadttambouren werden heuer 90 Jahre alt. Um diesen zu feiern, luden sie am 20. November zum Jahreskonzert unter dem Motto „Celebration!“ in den Wiler Stadtsaal. Die Konzertgäste erwarteten musikalische Highlights und amüsante Einblicke ins Leben der Stadttambouren – und ein neues Festgewand. Dazu kam auch eine neue Vereinsfahne.
Tradition und Moderne fliessen verbindend ein mit der neuen Uniform. Es gilt immer auch den Nachwuchs für ein Mitmachen zu begeistern.
90 Jahre von und für Wil „Stadttambouren: 90 Jahre von und für Wil“ – dieser Slogan bringt es auf den Punkt: Seit 1921 tragen die Stadttambouren den Ruf Wils bis weit über die Grenzen der Äbtestadt, des Kantons, ja sogar des Landes hinaus.
Seit jeher verbinden die Stadttambouren aber auch Tradition und Moderne, sorgen musikalisch für Furore – und leisten dabei wertvolle Jugendarbeit. Die Stadttambouren feiern in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag. Aus diesem Grund liessen sie ihr Jahreskonzert am Sonntag, 20. November 2011, im Wiler Stadtsaal zu einer fulminanten Geburtstagsparty werden.
Neue Stoffe Für diese „Celebration“, diese Geburtstagsfeier, der über 400 Gratulanten beiwohnten, sollte die Gewandung der Geburtstagskinder tadellos sein. Aus diesem Grund zeigte sich die Aktivsektion gleich von Beginn weg ihrer neuen, modernen Konzertuniform, bestehend aus anthrazitfarbener Hose und rotem Hemd. Diese Uniform, die am Jahreskonzert ihre Premiere erlebte, hatten sich die Stadttambouren zum Vereinsjubiläum gleich selber geschenkt.
Doch die Uniform war nicht der einzige Stoff, der neu war: Gefeiert wurde im Stadtsaal auch die Geburt einer neuen Vereinsfahne. Sie zeigt den Wiler Bären, Emblem der Äbtestadt ebenso wie des Vereins. Die neue Fahne wurde im Rahmen einer feierlichen Zeremonie von den Fahnendelegationen verschiedener Wiler Vereine begleitet und vom Wiler Diakon Stephan Brunner sowie vom Vereinspräsidenten Thomas Meyer feierlich eingeweiht. Der Präsident verdankte auch die zahlreichen Spenden, die von verschiedenen Seiten für die neuen Stoffe eingegangen waren.
Musikalische Highlights und amüsante Geschichten Zur Geburtstagsfeier gehörte aber vor allem auch Partymusik. Diese steuerten die Jungtambouren und die Aktivsektion mit ihren Claironisten und Tambouren bei. Sie präsentierten zahlreiche Highlights aus ihrem Repertoire – auch um zu demonstrieren, dass sie sich trotz ihres hohen Alters fitter den je fühlen.
Die musikalischen Vorträge spannen mit ihren Titeln einen thematischen Faden durch die Geschichte des Vereins und verwiesen auf allerlei Wichtiges und Amüsantes. Die Moderatoren des Anlasses verstanden es, diesen Faden mit Worten und Bildern auszuschmücken – und so dem Publikum einen Einblick ins Familienalbum des Geburtstagskindes zu ermöglichen.
Konzerte, Wettspiele – und Theater So erfuhr man etwa vor den Klängen des historischen „Marsches der Söldner“, dass der Verein während der Kinderjahre nach der Gründung 1921 jeweils noch sonntags seine Proben abgehalten hatte – und Vereinsabende vielmehr Theateraufführungen als eigentliche Konzerte darstellten.
Mit der Höchstklass-Komposition „Hommage à Willy Blaser“ erinnerte die Tambourensektion nicht nur an die vielen Erfolge des Vereins an Wettspielen, sondern auch an unvergessliche Verbandswettspiele, die in der Äbtestadt durchgeführt wurden: 1978 mass sich die Trommelschweiz in Wil, 2005 wurde das Fest des Ostschweizerischen Tambourenverbandes als „WIL05“ zum grossen Erfolg.
Modernes spielt wichtige Rolle Für die Stadttambouren hat aber nicht nur das Historische, sondern auch das Moderne immer eine wichtige Rolle gespielt, wie vergangene Jahreskonzerte gezeigt haben: Da wurde Jazztanz mit Trommelspiel kombiniert, amerikanische und südamerikanische Melodien und Rhythmen fanden den Weg ins Repertoire und ausgefallene Perkussionseinlagen der Showgruppe konnten bewundert werden. Daran erinnerte am Jubiläumskonzert die Komposition „Clairon Dixie“ der Stadttambouren, dirigiert von Sektionsleiter Philipp Rütsche.
Begeisternde Jungtambouren Ein wichtiger Eckpfeiler des Vereins ist seit jeher die Jugendabteilung der Stadttambouren. Man investiert viel in die Nachwuchsförderung und fördert die jungen Musikerinnen und Musiker sozial wie musikalisch – nicht zuletzt, weil sie die Zukunft des Vereins sind. Am Jahreskonzert waren die Jüngsten die eigentlichen Stars und präsentierten unter der Leitung von Isabella Walzthöny und Leo Künzle ihr Können in verschiedenen Formationen. Sie zeigten einen bunten musikalischen Blumenstrauss, darunter etwa das Showstück „Five Francs“ oder die Perkussionsnummer „Dr. Feelgood“ – und sorgten damit nicht nur für gute Gefühle, sondern regelrecht für Begeisterung.
Dass die jungen Musikerinnen und Musiker mit der Aktivsektion bereits sehr gut mithalten können, demonstrierten sie mit der „Schweizer- und Franzosentagwacht“, die sie gemeinsam mit der Claironsektion aufführten.
Dank an Stadt Wil und Medien Zum Abschluss des Geburtstagsfests nahm die Aktivsektion die Gäste mit dem Showstück „Latino Macchiato“ und der Komposition „Destination Cuba“ mit auf vergangene Reisen des Vereins. Die Konzertgäste dankten mit viel Applaus; die Stadttambouren wiederum bedankten sich – vertreten durch den Präsidenten Thomas Meyer – beim Publikum, bei Angehörigen und Freunden, vor allem aber auch bei der Stadt Wil und bei den Wiler Medien für die grosse Unterstützung.
Das musikalische Geburtstagsfest endete mit dem Stück „Yvonne“, das Jungtambouren und Aktivsektion gemeinsam aufführten. Was bleibt, ist der Wunsch und die Hoffnung, dass der geschichtsträchtige Wiler Verein noch manche Dekade Jugendliche ausbilden, Wettspiele bestreiten, Konzerte geben und musikalische Geburtstage feiern, kurz: Trommel- und Claironspiel zelebrieren kann – von und für Wil.
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