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Wil: 12.01.2012
Parteipräsident Patrick Bernold konnte über sechzig Gäste im grossen Saal der Kant. Psychiatrischen Klinik begrüssen.
Parteipräsident Patrick Bernold konnte über sechzig Gäste im grossen Saal der Kant. Psychiatrischen Klinik begrüssen.

Prominente Gäste aus Politik aus der Wiler Politik...
Prominente Gäste aus Politik aus der Wiler Politik...

...hatten sich zur Neujahrsbegrüssung eingefunden.
...hatten sich zur Neujahrsbegrüssung eingefunden.

Stadtpfarrer Dr. Roman Giger hielt ein eindrückliches und weit gespanntes Referat über das „C“ im Namen CVP.
Stadtpfarrer Dr. Roman Giger hielt ein eindrückliches und weit gespanntes Referat über das „C“ im Namen CVP.

Das „C“ im Parteinamen – Neujahrsbegrüssung der CVP
Mit einem gehaltvollen Referat prägte Stadtpfarrer Dr. Roman Giger die Neujahrsbegrüssung der CVP Wil
Gerhard Kasper
Die mit der CVP Wil und Bronschhofen gemeinsam abgehaltene Neujahrsbegrüssung diente dazu, sich gegenseitig besser kennen zu lernen im Hinblick auf die künftige gemeinsame neue Ortspartei. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Referat von Stadtpfarrer Dr. Roman Giger.

Nach dem Eröffnungsapéro im grossen Saal der Kant. Psychiatrischen Klinik, begrüsste der Präsident der CVP Wil, Patrick Bernold, die über 60 Gäste. Seinen guten Wünschen zum neuen Jahr folgte die zuversichtliche Aussage, dass die gemeinsam mit der Bronschhofer CVP geführte Planung zum Zusammenschluss der beiden Ortsparteien erfolgreich verlaufe, so dass 2013 die neue CVP Ortspartei „aus der Taufe gehoben“ werde.

Das „C“
In einem inhaltsreichen Referat machte sich Stadtpfarrer Roman Giger Gedanken über das „C“, den christlichen Aspekt der Partei. Sein Aspekt war vor allem ein biblischer: „Durch die Betonung der biblischen Grundbotschaft unseres christlichen Glaubens ist die Offenheit zu den christlichen Konfessionen, also die Offenheit zu unseren evangelischen, orthodoxen und anderen Mitchristen sofort gegeben, aber auch ein Zugang zu anderen Religionen, z.B. zum Islam, der ja einen Teil der Bibel ebenfalls kennt.

Gigers Anliegen ist die Offenheit und der Brückenschlag zu anderen Religionen und auch zu anderen Parteien. Es sucht nicht das Trennende und Abgrenzende, sondern Denkrichtungen, die Verbindungslinien schaffen.

Die Partei als Auftrag
„Wer nicht missioniert, hat bereits demissioniert“ - Damit stellt sich auch immer wieder die Frage, was ist die Mission einer Partei, was ist ihr Auftrag? Auf eine ethische Ebene gebracht heisst es im Matthäusevangelium: „Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen.“

Diese Grundregel komme auch in den anderen Weltreligionen vor, seien es Islam, Buddhismus, Hinduismus, Judentum oder chinesische Religionen. Und so müssten wir auch immer wieder fragen: was ist uns gemeinsam?

Die Partei als Feld der Aussaat
Im übertragenen Sinn gehe es darum, grosszügig auszusäen, die Partei nach innen und aussen zu fördern. Vor allem junge Leute zu fördern sei nicht gerade einfach, jedoch von grosser Bedeutung. „Aussäen heisst: Leute ansprechen, Beziehungsnetze aufbauen, Menschen fördern, die Gemeinschaft mittragen, ... nah bei den Menschen sein, etc.“

Die Partei als Talentschuppen
Eine Gemeinschaft – und damit auch eine Partei – bleibt dann stark und lebendig, wenn sie ihre Mitglieder ihren Talenten und ihrem Können entsprechend fördert und unterstützt.

Die Partei als Raum von Freiheit
Pfarrer Giger unterstrich: „ Mit einiger Besorgnis beobachte ich die Entwicklung, dass das Zusammenleben von uns Menschen in der Gesellschaft immer stärker reglementiert und vorordnet wird. Wachstum braucht Freiheit!“

Er zitierte die Dreisäulenpädagogik von Joseph Kentenich: 'Freiheit so viel als möglich, Vorschriften, ja, aber nur soweit nötig, Geistespflege sehr intensiv.'
Mit Geistpflege ist gemeint: animieren, motivieren, diskutieren, argumentieren, etc. Wenn in einer Gemeinschaft alles vorgeschrieben ist, brauchts wenig Geistpflege: - „Für was auch? Ist ja alles reglementiert“ - Vor solcher Trägheit und Bequemlichkeit gilt es sich auch in einer Partei in Acht zu nehmen.

Die Partei als Körperschaft
Als schönes Beispiel aus der Bibel zitiert Giger aus dem Korintherbrief des Apostels Paulus: „Der Leib besteht nicht aus einem Glied, sondern aus vielen Gliedern...“ die alle aufeinander angewiesen sind, könnte man sinngemäss ergänzen. Es geht also um Solidarität mit allen, auch den schwächsten Gliedern einer Gemeinschaft. „Wenn sich die CVP am christlichen Gedankengut orientieren möchte, das heisst, wenn das „C“ nicht nur im Namen, sondern auch im Parteiprogramm vorkommt, wird die CVP die Solidarität mit den Schwächsten unserer Gesellschaft immer hochhalten und hartnäckig verfolgen....Dass wir nicht nur vom Christlichen reden, sondern das Christliche auch umsetzen, wünsche ich uns allen.“ Erich Kästner zitierend, schloss Roman Giger „Es gibt nicht Gutes, ausser man tut es.“

Parteipräsident Patrick Bernold dankte dem Referenten mit einem Buch „das er sicher noch nicht habe...“ und einem flüssigen Präsent.

Origineller Imbiss
Zum gesellschaftlichen Teil des Abends gehörte ein einfacher, doch raffinierter Imbiss. Es gab eine würzige Suppe, serviert in einem übergrossen ausgehöhlten Bürli – ein Essen, bei dem man den Teller gleich mitessen konnte. Sehr sympathisch war die diskrete und musikalisch hochstehende Begleitung des Abends durch Monika Bernold am Flügel.

Martin Kaiser, Co-Präsident der CVP Bronschhofen, freute sich bereits auf die Kooperation mit Wil. Er erinnerte an die letzten gemeinsamen Anlässe: Vor zwei Jahren mit dem Referat von Pfarrer Meinrad Gemperli in Wil, letztes Jahr mit dem gemeinsamen Fondueabend in Bronschhofen. Als Erinnerung an wohl bald vergangene Zeiten überreichte er dem Wiler Präsidenten „Die Chronik von Bronschhofen“.
Es dauerte bis weit nach 22 Uhr, bis die lebhaft diskutierende Versammlung den Heimweg antrat.
Patrick Renold dankte Roman Giger mit zwei ansprechenden Präsenten.
Patrick Renold dankte Roman Giger mit zwei ansprechenden Präsenten.

Roman Giger stösst mit Andrea und Armin Eugster auf das neue Jahr an.
Roman Giger stösst mit Andrea und Armin Eugster auf das neue Jahr an.

Monika Bernold untermalte am Flügel den Abend mit eingängigen Melodien.
Monika Bernold untermalte am Flügel den Abend mit eingängigen Melodien.

Angeregte Unterhaltung unter den Mitgliedern.
Angeregte Unterhaltung unter den Mitgliedern.