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Uzwil benötigt neue Verwaltungsinfrastruktur
Im Zuge der Wirtschaftlichkeit auf der Verwaltung ist neben deren Zentralisierung auch die Infrastruktur ein Thema.
gk
Die Uzwiler Verwaltung soll auch in Zukunft effizient, kundenfreundlich und wirtschaftlich funktionieren. Dafür braucht es eine neue Infrastruktur. Die Bevölkerung soll dieses Jahr direkt über ein Kostendach für die Gesamtkosten befinden. Ein Entscheid ist auch dann nötig, wenn das Thema Fusion Uzwil und Oberuzwil in nächster Zeit von der Bürgerschaft aufgegriffen wird. Für den Gemeindehausneubau werden auch Verianten ausgearbeitet.
Der Uzwiler Gemeinderat reagierte Ende November 2011 auf das Referendum gegen die Projektierung des Wettbewerbsprojekts «Löwenherz»: Statt über einen Projektierungskredit soll die Bevölkerung direkt über den Baukredit abstimmen. Das ist effizient und demokratisch. Und es ist möglich. Der Gemeinderat hat ein spezialisiertes Fachbüro beauftragt, die Kosten des Bauprojekts «Löwenherz» +/- 10 Prozent zu ermitteln. Im Frühjahr 2012 sind die Gesamtkosten bekannt. Parallel dazu wird die Alternative bearbeitet. Was würde es kosten, die bisherigen zwei Haupt-Standorte auszubauen und einen weiteren Standort zuzumieten?
Ein Blick zurück Die nächste Abstimmung über die Verwaltungsinfrastruktur reiht sich an mehrere Volksentscheide: Im November 2004 gab die Bürgerversammlung einen Bericht über die Zukunft der Verwaltung in Auftrag und nahm 2007 davon Kenntnis. Sie lehnte eine Mietlösung für die Verwaltung ab.
Im Mai 2009 legte die Bürgerversammlung 4 Mio. Franken für eine zentrale Verwaltung auf die Seite. Im November 2009 bewilligte sie den Projektwettbewerb und fällte den Standortentscheid zugunsten der Lindenstrasse. Und im April 2010 schliesslich stockte die Bürgerschaft die 4 Mio. Franken auf 6,8 Mio. Franken auf. Die nächste Abstimmung ist die Entscheidende.
Kosten auf +/- 10 Prozent genau Was soll das Bauvorhaben total kosten? Über diese Frage wird nun zuerst abgestimmt. Die genaue Projektierung – sie hätte anderthalb Jahre gedauert – wird aufgeschoben. Das Geld für Detailprojektierung wird erst ausgegeben, wenn der Bau-Entscheid gefällt ist.
Das Schwierige ist: Auch ohne genaue Projektierung muss klar sein, was das Vorhaben kostet. Der Rat hat deshalb einen spezialisierten Baukostenplaner beauftragt, diese Kosten auf +/- 10 Prozent genau zu ermitteln. Dazu arbeitet der Planer mit der Element-Methode. Die Kosten für jedes Element wie Fassaden, Fenster, Dächer, Decken, Verkleidungsbauteile usw. werden möglichst präzis berechnet. Wirtschaft und Gewerbe wenden diese Methode bei grösseren Objekten erfolgreich an. Der Gemeinderat will einen transparenten und seriösen Kreditantrag stellen können.
Kein drittes und viertes Haus Die neue Verwaltungsinfrastruktur muss Jahrzehnte gut funktionieren. Ein Gemeindehaus muss mit betrieblichen, gesellschaftlichen und politischen Veränderungen Schritt halten. Das Raumkonzept muss deshalb flexibel und auf effiziente Abläufe ausgerichtet sein. Das ist heute nicht mehr gegeben. Die beiden Gemeindehäuser sind optisch zwar ansprechend. Man kann es drehen und wenden wie man will: In diesen Häusern kann nicht zusammen gebracht werden, was zusammen gehört.
Es gibt auch offensichtliche Mängel: Keine Diskretion, Zugang für Ältere und handicapierte Menschen, zu wenige Besprechungsmöglichkeiten. An schlechten Schalteranlagen bilden sich Schlangen. Werden Mitarbeitende bedroht, lähmt das die ganze Organisation. Das ist inakzeptabel.
Die starren Räumlichkeiten der alten Villen behindern Veränderungen. Sie sind schön, aber für ihre Aufgabe nicht geeignet. Müsste man trotzdem baulich eingreifen, führt das an beiden Häusern zu hohen Investitionen. Die Anpassungen brauchen zudem Platz. Der ist heute nicht vorhanden. Wird am dezentralen Weg festgehalten, ist bereits kurzfristig ein drittes Gemeindehaus erforderlich. Wenn auch die Aussenstandorte einbezogen werden, wäre mittelfristig sogar vierter Standort nötig.
Löwenherz und Fusion Die Frage der Verwaltungsinfrastruktur wurde öffentlich mit der Frage der Fusion mit Oberuzwil verknüpft. Die Gemeinderäte von Uzwil und Oberuzwil haben 2008 im Bericht „Synergien an der Uze“ auf grosser Flughöhe Antworten zu einer möglichen Fusion gegeben. Die Stellungnahmen der Ortsparteien und Gewerbevereine waren sehr zurückhaltend.
Ist die Fusion für die Bevölkerung der beiden Gemeinden an der Uze heute ein Thema? Sie kann mit der Volksmotion und in der allgemeinen Umfrage an einer Bürgerversammlung direkt aktiv werden: Fusionen sollten in jedem Fall «sympathisch» angegangen werden. Der Gemeinderat Uzwil glaubt nicht, dass diese Anforderung erfüllt wäre, wenn er aktiv würde.
Wie dem auch sei: Das Wettbewerbsprojekt «Löwenherz» ist in der Lage, eine Gemeindefusion mit Oberuzwil «aufzunehmen». Das Raumprogramm geht von einer Verwaltung für 20‘000 Einwohnerinnen und Einwohner aus. Einerseits, weil sich Uzwil weiterentwickelt. Anderseits, weil die Regionalisierung von Verwaltungsdienstleistungen zügig voran schreitet. Seit anfangs 2009 ist das regionale Zivilstandsamt für die Gemeinden Uzwil, Oberuzwil, Flawil, Jonschwil und Oberbüren in die Uzwiler Verwaltung integriert. Weitere Regionalisierungen stehen zur Diskussion.
WEITERES IN KÜRZE Senior für Uzwiler Schule gesucht Pro Senectute Region Wil und Toggenburg sucht für das Projekt „Senioren in der Schule“ in der Gemeinde Uzwil einen interessierten älteren Menschen zur Unterstützung im Schulbetrieb. Sie haben Freude an Kindern, Geduld, Durchsetzungsvermögen, sind tolerant und möchten Neues ausprobieren, im Dialog mit Kindern stehen und einen Teil ihrer Lebenszeit für eine gewisse Zeit in ein solches Engagement investieren.
Ihr Einsatz beginnt im Februar oder März 2012. Weitere Auskünfte und Unterlagen erhalten Sie bei: Pro Senectute Region Wil und Toggenburg: Tel 071 913 87 87. Verlangen Sie Remigius Baerlocher.
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