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Uzwil/Flawil: 22.04.2014
Vermisst wird der Panchen Lama
Der Panchen Lama ist einer der wichtigsten und höchsten Würdenträger des tibetischen Buddhismus.
Matthias Zindel
Als sechsjähriger Junge wurde der Panchen Lama Gedhun Choekyi Nyima entführt. Das war am 17. Mai 1995. Seither fehlt von ihm und seiner Familie jede Spur. Wo sich der heute 25-Jährige aufhält, weiss nur die chinesische Regierung. Sie haben den tibetischen Jungen entführt, weil er die nächste Reinkarnation des  Dalai Lamas bestimmen kann. Gegen die Kindsentführung wehren sich jetzt auch Tibeterinnen aus Flawil und Uzwil.

Diese Tat hört sich wie aus einem Krimi an, gehört aber zur Realität. Für die tibetische Frauenorganisation Schweiz ein unhaltbarer Zustand. Sie unternehmen alles, damit dieser unglaubliche Kriminalfall nicht in Vergessenheit gerät. Auch wenn die chinesische Regierung immer wieder mitteilt, dass es der ganzen Familie von Gedhun Choekyi Nyima gut gehe, werden wahrheitsgetreue Angaben von China gefordert. Wo ist der derzeitige Aufenthaltsort? Wie sind seine Lebensumstände? Und wieso darf er nicht besucht werden?

Die Entführung
Das tibetische Volk lebt nach religiösen Traditionen. Der Panchen Lama ist für sie einer der wichtigsten und höchsten Würdenträger des tibetischen Buddhismus. Genau vor 25 Jahren (25. April 1989) wurde in einem osttibetischen Bergdorf ein Junge namens Gedhun Choekyi Nyimas geboren. Dieser wurde als Sechsjähriger am 14. Mai 1995 vom heutigen 14. Dalai Lama als 11. Panchen Lama anerkannt. Nur drei Tage später wurden der Junge, seine Eltern und seine Geschwister von der chinesischen Regierung in eine sogenannte «Schutzhaft» genommen.

Bis heute fehlt jede Spur von der Familie. Es ist ein weiterer Akt der Unterdrückung des tibetischen Volkes. Und es hört sich wie Spott an, als ein chinesischer Politiker im Jahr 2009 sagte: «Was das vom Dalai Lama ausersehene Kind betrifft, so ist es unser Kind, ein tibetisches Kind und unser Bürger. Daher schaffen wir die Bedingungen für sein gesundes Aufwachsen».

Chinas Plan
In Tat und Wahrheit verfolgt China einen hinterhältigen Plan. Zwischenzeitlich wurde ein «regimegetreuer» Panchen Lama ernannt, der der kommunistischen Doktrin entsprechend unterrichtet wird, mit dem Ziel, dass dieser den nächsten Dalai Lama ernennen kann, sobald der heutige Dalai Lama sterben wird. Eine Vorstellung, die den Tibeterinnen aus Flawil und Uzwil widerstrebt. «Dieser „chinesische“ Panchen Lama wird von der tibetischen Bevölkerung in und ausserhalb Tibet nicht anerkannt und auch in Zukunft nie anerkannt werden», sagt Tsering P..

Flawilerinnen und Uzwilerinnen
«Wir kämpfen für unsere Rechte und wollen die Menschen informieren », sagen die Mitgliederinnen der Sektion Lhaksam Dolma (Flawil/Uzwil) der Tibetischen Frauenorganisation Schweiz TFOS. Deshalb begeben sie sich just am 25. Geburtstag von Gendhun Choekyi Nyimas, dem 11. Panchen Lama in die Bundeshauptstadt Bern. Dort machen Sie die Öffentlichkeit am Freitag, den 25. April, mit einer Standaktion auf das Schicksal des 11. Panchen Lamas aufmerksam.
Genau vor 25 Jahren (25. April 1989) wurde in einem osttibetischen Bergdorf ein Junge namens Gedhun Choekyi Nyimas geboren. Dieser wurde als Sechsjähriger am 14. Mai 1995 vom heutigen 14. Dalai Lama als 11. Panchen Lama anerkannt.
Genau vor 25 Jahren (25. April 1989) wurde in einem osttibetischen Bergdorf ein Junge namens Gedhun Choekyi Nyimas geboren. Dieser wurde als Sechsjähriger am 14. Mai 1995 vom heutigen 14. Dalai Lama als 11. Panchen Lama anerkannt.