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Wil: 17.06.2015
Für einmal auf Polstersesseln des Büro "Lokal" konnten die FDPler die Jahresversammlung durchführen.
Für einmal auf Polstersesseln des Büro "Lokal" konnten die FDPler die Jahresversammlung durchführen.

Die FDP Kantonalpartei will im Nationalrat einen zweiten Sitz erringen. Stadtpräsident Jigme Shitsetsang (links) stellte zwei Kandidaten der FDP-Liste vor: Urs Blaser aus Gossau (mitte) und Marcel Dobler aus Kempraten.
Die FDP Kantonalpartei will im Nationalrat einen zweiten Sitz erringen. Stadtpräsident Jigme Shitsetsang (links) stellte zwei Kandidaten der FDP-Liste vor: Urs Blaser aus Gossau (mitte) und Marcel Dobler aus Kempraten.

Zwei Nationalratssitze für die St. Galler FDP im Blickpunkt
Die die Stärkung der Position stellt die Stadt-FDP für die kommenden Wahlen in den Vordergrund.
Niklaus Jung
Die Stadt-FDP lud zu ihrer Jahresversammlung vom Dienstag im Büro "Lokal" in Wil zwei Kandidaten aus der FDP-Liste für den Nationalrat ein. Mit Stadtrat und Schulpräsident Urs Blaser aus Gossau tritt ein Politiker erster Klasse an. Der zweite Kandidat Marcel Dobler, Mitbegründer von "digitec" aus Kempraten weiss um die Anliegen der KMU. Präsident Jigme Shitsetsang konnte über den Zuwachs zweier Mitglieder informieren. Der Rücktritt von Mathias Nydegger im Vorstand bleibt vakant.

Mit dem Büro "Lokal" an der Glärnischstrasse 13 hatte die FDP eine spezielle Lokalität gewählt für die Durchführung der Jahresversammlung. Jenny Schäpper, Leiterin des Teilzeit-Büros, informierte über das Angebot des Hauses als Teilzeit-Arbeitsplatz. Seit einem Jahr in Betrieb, nutzten verschiedene Leute das Angebot, einen Teil der Arbeitszeit bei bester Infrastruktur hier zu verbringen. Sei es für die einen um Pendlerzeit einzusparen, nutzten andere das Angebot statt Home Office, in Ruhe hier arbeiten zu können. Nicht zuletzt biete sich das Haus auch als Besprechungsbüro an.

Die Abarbeitung der Jahrestraktanden der Stadt-FDP war schnell vollzogen, sodass der Fokus des Anlasses der Vorstellung der beiden Nationalratskandidaten galt. (siehe Kästli)

"Für den Gemeinsinn in unserer Gesellschaft"
Der Gossauer Stadtrat und Schulpräsident Urs Blaser (Jg 58) kandidiert aus dem Hintergrund von Erfahrungen in der Privatwirtschaft, der öffentlichen Verwaltung und der Politik für den Nationalrat. Die solide Bildung aller, insbesondere der Kinder sieht er als beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration. Das Bildungssystem dürfe auf keiner Stufe Abstriche erleiden, ausgerichtet nach den Bedürfnissen der Wirtschaft.

An der Vorstellung machte er den Lehrplan 21 zum Thema. Eingangs wies er darauf hin, dass die Harmonisierung des Bildungssystems in der Bundesverfassung festgelegt sei. Während die Westschweiz die Harmonisierung im "Harmos-Konkordat" vollzogen habe, sei die Deutschschweiz erst am Aufbau. Der Kanton St. Gallen habe Harmos zugestimmt und die Einführung des Lehrplan 21 auf 2017 beschlossen. Im Lehrplan sei die Grundlage geschaffen für das gemeinsame Verständnis für Lehren und Unterrichten.

Nach Blaser ist das im Lehrplan festgelegte Fachwissen im Lehrplan Voraussetzung, um den jungen Menschen auch das Erreichen von Kompetenzen zu ermöglichen. Ohne Wissen seien keine Kompetenzen zu erreichen. Das Thema "Sex-Unterricht" im Kindergarten sei auch ein Thema, aber von der EDK (Erziehungsdirektorenkonferenz) aber abgelehnt worden. Die Lehrerschaft unterstütze die nun erarbeitete abgekürzte Version des Lehrplans. Allerdings seien nicht alle ihre Forderungen erfüllt worden.

Vom Elektroniker zum Grossunternehmer
Der heutige Mitunternehmer bei Digitec mit 450 Mitarbeitern nimmt den Wechsel in die Politik in Angriff. Seine Erfolgsgeschichte im Unternehmensbereich und im Sport lässt ihn eine weitere Persönlichkeitsentwicklung angehen. Der gelernte Elektroniker (Jg 80) stellte schnell fest, dass seine Zukunft in der Selbständigkeit liegt, was er im Jahr 2001 auch vollzog.

In einer Wohnung mit 25m2 Verkaufsfläche startete er im Bereich PC und Software. Bereits ein Jahr später erhöhte sich die Verkaufsfläche andernorts auf 50m2, um im 2003 den ersten Showroom einzurichten. Heute füllt er allein für das Lager eine Fläche von 24'000 m2. Das Unternehmen wuchs weiter mit der Eröffnung weiterer Filialen mit aktuell 450 Mitarbeitenden.

Nach 13 Jahren Geschäftsführer sieht Marcel Dobler seine Zukunft andernorts und will in die Politik wechseln. In der FDP will er seine Erfahrungen als Unternehmer, als ehemaliger digitec-Gründer, aber auch als Sporltler einbringen. Sein Motto: Die Schweiz als Wirtschaftsstandort von innen stärken statt weiter schwächen. Das Land dürfe nicht von Personen geführt werden, denen wirtschaftliche Prozesse fremd sind.

Politische Prozesse der Stadt mitgestaltet
In seinem Jahresbericht wies der Präsident Jigme Shitsetsang darauf hin, wie die FDP der Stadt die politischen Prozesse erfolgreich mitgestaltet habe. Die FDP habe die Umgestaltung des Datennetzes unterstützt und zur Schulsozialarbeitsvorlage ein Nein propagiert, was die Stimmenden auch vollzogen hätten. Der Auftritt der FDP sei in der neuen Homepage aktualisiert. Betreffend Mitgliederzahl hätten sie nicht nur die Abgänge ersetzen können, sondern gleich zwei zusätzliche Mitglieder gewonnen. Beim Schulpräsident hätten sie Klaus Rüdiger unterstützt.

Fraktionschef Mario Breu hielt in seinem Fraktionsbericht fest, dass das Projekt "Effizienz plus" verfehlt wurde, wohl teils aus Verschlossenheit und Sturheit. Die Schonfrist für den Stadtrat sei vorbei und drei Punkte wollten sie erfüllen können. Die Finanzen müsse ins Lot gebracht werden, Effizienz plus müsse zum Erfolg geführt werden und der Steuerfuss dürfe 129% nicht übersteigen.

Beim Traktandum Wahlen konnte der Rücktritt von Mathias Nydegger im Vorstand nicht ersetzt werden. Hingegen konnte der Rücktritt von GPK Mitglied Roland Brütsch in der Person von Mathias Nydegger ersetzt werden. Weiter wurden auf Anordnung der Kantonalpartei die neun Kantonaldelegierten personell festgelegt.

Jigme Shitsetsang: "Von 167 Gemeindepräsidenten im Kanton stellt die FDP deren 55 Persönlichkeiten".
Jigme Shitsetsang: "Von 167 Gemeindepräsidenten im Kanton stellt die FDP deren 55 Persönlichkeiten".

Jenny Schäpper, Leiterin des Büro "Lokal": "Seit dem 1. Jahr ist unser Büro als Ausweicharbeitsplatz, für Pendler, oder, statt Home Office, immer mehr gefragt".
Jenny Schäpper, Leiterin des Büro "Lokal": "Seit dem 1. Jahr ist unser Büro als Ausweicharbeitsplatz, für Pendler, oder, statt Home Office, immer mehr gefragt".

Der Präsident verarbschiedet Roland Brütsch aus der GPK und dankt ihm auch für seine früheren Einsätze für die FDP.
Der Präsident verarbschiedet Roland Brütsch aus der GPK und dankt ihm auch für seine früheren Einsätze für die FDP.