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Uzwil: 16.11.2015
<br>Der Nachwuchs unter der Leitung von Nicole Stobrawe, Beginner und Aspiranten 1 und 2.

Der Nachwuchs unter der Leitung von Nicole Stobrawe, Beginner und Aspiranten 1 und 2.

<br>Die Jugendmusik Uzwil wird von Christoph Hunziker geleitet.

Die Jugendmusik Uzwil wird von Christoph Hunziker geleitet.

Musikalisches Feuerwerk mit „Kraftwerk“ und Co.
Jahreskonzert 2015 der Jugendmusik Uzwil im Gemeindesaal
Annelies Seelhofer-Brunner
Die Jugendmusik Uzwil ist nicht einfach so ein „Jugend-Müsigli“! Das ist ein Verein mit hohen Zielen und grosser Motivation, Musik als Bereicherung für sich und zur Freude eines interessierten Publikums zu erleben. Der grosse Publikumsaufmarsch zeigte einmal mehr die Verbundenheit von Uzwil mit diesem „Erlebnisverein“, wie er laut Aussagen auf der Homepage von manchen genannt wird.

Vielseitiger Verein
Jugendmusik-Präsident Heinz Erismann zählte in seiner Begrüssung die vielfältigen Aktivitäten des Vereins auf. Die Jugendlichen waren bei verschiedenen Anlässen in der Gegend als musikalische Botschafter vor Ort. Der grosse Höhepunkt war die Musikreise nach Südschweden. Der Verein durfte auch schöne Erfolge an Musikfesten feiern, so in Flawil am Kreismusiktag, und zwar mit „KRAFTWERK“, einer eigentlichen Geschichtslektion über die Zerstörung und den Wiederaufbau der fränkisch-bayerischen Stadt Grafenrheinfeld. Dieses Stück zeigte die ganze Bandbreite der Fähigkeiten der Jugendmusik Uzwil auf und brachte ihnen den vierten Platz ein.

Beginner und Aspirantenkorps
Auch eine Jugendmusik braucht Nachwuchs. Dank den Musikschulen, deren Auftrag heute in der Schweizer Verfassung verankert ist, brauchen sich gute Musikvereine nicht um Nachwuchs zu sorgen. Unter der Leitung der unverwüstlichen Nicole Stobrawe spielten die kleinen Künstlerinnen und Künstler auf ihr Können abgestimmte Stücke, beginnend mit „AFRICAN SPIRIT“ und SERENGETI, kamen dann in ein „FEVER“ (Fieber) und rockten darauf in OLD TIME ROCK’N’ROLL so richtig los. „LORD OFT tHE DANCE“ erinnerte an die irischen Tanzshows von Michael Flatley unter gleichem Namen. Mit ROLLING IN THE DEEP des Jugendidols ADELE beschlossen die Jüngsten ihren Konzertteil, natürlich noch von einer Zugabe gefolgt. SKYFALL wird im gleichnamigen Bondfilm ebenfalls von Adele gesungen.

Guter „Draht“
Man spürte gut, dass es den Buben und Mädchen Spass macht, mit Nicole Stobrawe zu musizieren. Sie verriet, dass, wer jetzt sofort eintrete, sogar im Dezember mit auf die bereits durch unzählige verkaufte Engel – von ihr und zwei hilfsbereiten Kolleginnen geschaffen – ausfinanzierte Europapark-Reise mitgenommen werde. Das könnte einen wahren Ansturm auf die Vereinsplätze auslösen... Die einzige Vorbedingung: ein Jahr Musikschulunterricht auf dem gewünschten Instrument.

Freche, frische Moderation
Zwei humorvolle, witzige Moderatoren – Lukas Tribelhorn und Niklaus Kraft - führten durch das anspruchsvolle, immer auch etwas schwedisch anmutende Programm. Schon die Farben der Uniform und der Dekoration erinnerten an die unvergessliche Musikreise in dieses Land. Dazwischen streuten die beiden Jünglinge kleine Einblicke ins Vereinsleben „hinter den Kulissen“ in ihre Ansagen ein. Vor allem die Musikreise nach Malmö und Kopenhagen bot da viel Stoff.

So erfuhren die jungen Leute, was eine Seebrise ist, mussten sie doch bei einem Fototermin erstaunt feststellen, wie ihr gesamtes Notenmaterial „vom Winde verweht“ wurde und im Wasser landete. Überhaupt konnte immer wieder geschmunzelt werden, was auch zeigte, dass Musik nicht nur eine todernste Sache ist, sondern auch viel Lebensfreude vermittelt.

Dirigent
Christoph Hunziker leitet die Jugendmusik erst seit gut einem Jahr. Mit klaren, unaufgeregten Gesten zeigt er an, wie er sich ein Stück vorstellt. Ein aufmunternder, freundlicher Blick hin zu den Musizierenden unterstützt diese Arbeit. Das Jahreskonzert war gespickt mit musikalischen Herausforderungen. Moderne Werke wechselten ab mit klassischer Literatur, welche allerdings auf die Gegebenheiten eines Blasorchesters zugeschnitten wurden.

Präsident Heinz Erismann wies in seinen Dankesworten darauf hin, was für Herausforderungen es für einen Jugendmusik-Dirigenten gibt, wenn Jahr für Jahr verschiedene Mitglieder aus „Altersgründen“ – es gilt eine Obergrenze von 22 Jahren, welche aber augenscheinlich nicht peinlich genau eingehalten wird – den Verein verlassen. Dieses Jahr sind dies acht junge Leute, welche aus beruflichen oder auch sportlichen Gründen ihren Dienst in der Jugendmusik „quittieren“, quasi in die „Rente“ gehen. Dafür stossen neue, blutjunge Buben und Mädchen dazu, welche sich erst wieder eingewöhnen müssen. Doch von diesen Rochaden war am Konzert nichts zu spüren, es kam alles wie aus einem Guss daher.

Musik bildet
Viele Untersuchungen belegen es: Wer musiziert, tut auch seinem Gehirn einen grossen Dienst. Musik erweitert nachweislich die Hirnkapazität und wirkt sich auf das gesamte Lernen aus. Es braucht eine gute Feinmotorik, gerade auch bei den Blasinstrumenten. Aber auch die Koordination der linken und rechten Hand wird gestärkt. Wer ein Perkussionsinstrument spielt, braucht ein gutes Rhythmusgefühl und muss die beiden Hände unabhängig voneinander einsetzen können. Im Stück SYNERGY zeigten die Perkussionisten auf, wie vielseitig ihre Becken und Schlagwerke bespielt werden können.

Ohne Übung geht das allerdings nicht. Für hyperaktive Jugendliche ist dies zudem ein sehr gutes Ventil, um Spannungen oder überschüssige Energie abzubauen. Und auch das Notenlesen braucht einen klugen Kopf, um das Gelesene in Gespieltes umzusetzen. Die Musikschulen leisten dazu einen grossen Beitrag.

Musik bereichert
Musik bereichert auch den persönlichen Horizont. Je nach Herkunft eines Komponisten wird auch eine unterschiedliche Kultur sicht- und vor allem hörbar. Im Jahreskonzert der Jugendmusik kamen gleich mehrere Stücke japanischer Herkunft zum Vortrag, so im Stück KYO WA - was „Harmonie und Frieden bedeuten soll - des 1975 geborenen Komponisten Satoshi Yagisawa. Der Ungarische Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms bekam durch das Arrangement von Tohru Takahashi eine ganz neue Note. Auch sonst kamen ganz unterschiedliche Epochen und Stilrichtungen zum Zug.

Musik vereint
Nicht umsonst fand sich im anspruchsvollen Programm auch ein Titel mit dem Namen „Musik vereint“. Wer musiziert, muss gewillt sein, auf die anderen Register genau zu hören, sich auf den Dirigenten – oder die Dirigentin – einzulassen und sich zum Wohle eines Ganzen auch zurücknehmen können. Damit alles gut läuft, gehört auch das pflichtbewusste Üben zuhause dazu. Die Jugendmusik hat ein ganz eigenes Ritual, welches die Gemeinschaft immer wieder neu besiegelt. Auf der Homepage gibt es Bilder dazu, am Konzert konnte man erst nach dem Abschluss des Konzerts hinter den geschlossenen Vorhängen anhand von Lärm und Gestampfe davon etwas erahnen.

Musik macht Freude
Und natürlich macht Musik auch Freude, in zwar in verschiedener Hinsicht. Da sind erstens die Musikantinnen und Musikanten selber, die aus Leidenschaft musizieren, wenn auch das Üben vielleicht nicht immer das höchste der Gefühle ist. Dann ist es aber auch das Publikum, welches sich durch gut vorgetragene Musik begeistern lässt.

Und das ist bei der Jugendmusik Uzwil nun ganz offensichtlich der Fall. Es gab für alle Darbietungen tosenden Applaus. Das Gebotene hatte aber auch eine wirklich erstaunliche Qualität, der Klangkörper wurde als Einheit empfunden und die Auswahl der musikalischen Werke als abwechslungsreich. Selbst Freunde der guten alten Marschmusik kamen mit AROSA und TRIUMPH auf ihre Rechnung.

Gesellschaftliches
Schon vor Beginn des Konzertes konnte im Gemeindesaal gegessen werden, aber auch in der Pause servierten flinke Helferinnen und Helfer etwas für den Magen. Eine – gutbestückte – Tombola fehlte ebenfalls nicht. So ein Musikverein hat immer Kosten. Zum Glück wird der Verein auch von Sponsoren, Passivmitgliedern und Gönnerinnen und Gönnern unterstützt.

Das ist gut investiertes Geld in eine Jugend, welche eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung mit Ausstrahlung betreibt, zudem mit – in jetzigen Zeiten nicht unwesentlich – äusserst friedlicher Ausrichtung. Bei Durchsicht der Mitwirkenden fiel auf, dass es da ganze Jugendmusik-Dynastien gibt. Da muss man sich um den Fortbestand der Jugendmusik keine Sorgen machen…



<br>Zu Beginn des Programms wurde das Publikum mit einem fotografischen Vorspann - zusammengestellt von Lukas Christel, Klarinette - auf das Konzert eingestimmt. <br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br>

Zu Beginn des Programms wurde das Publikum mit einem fotografischen Vorspann - zusammengestellt von Lukas Christel, Klarinette - auf das Konzert eingestimmt.





















<br>Vereins-Präsident Heinz Erismann liess in seinen Begrüssungsworten seinen grossen Stolz auf "seine" Jugendmusik Uzwil aufblitzen.<br><br><br><br><br> <br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br>

Vereins-Präsident Heinz Erismann liess in seinen Begrüssungsworten seinen grossen Stolz auf "seine" Jugendmusik Uzwil aufblitzen.























<br>Elias Schmidt, Herr über eine ganze Schlagwerkpalette. <br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br>

Elias Schmidt, Herr über eine ganze Schlagwerkpalette.
























<br>Die schwedischen Landesfarben – eine Erinnerung an die diesjährige Musikreise - waren überall auf der Bühne zu sehen. <br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br>

Die schwedischen Landesfarben – eine Erinnerung an die diesjährige Musikreise - waren überall auf der Bühne zu sehen.

























<br>Christoph Hunziker hatte in der Pause gut lachen. Seine Jugendmusik folgte seinem Taktstock durchs Band. <br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br>

Christoph Hunziker hatte in der Pause gut lachen. Seine Jugendmusik folgte seinem Taktstock durchs Band.


























<br>Passend zu den afrikanischen Musikstücken hatten die Beginner und Aspiranten ihren afrikanischen Plüschtierbestand auf die Bühne gebracht.

Passend zu den afrikanischen Musikstücken hatten die Beginner und Aspiranten ihren afrikanischen Plüschtierbestand auf die Bühne gebracht.

<br>Witziges und freches Ansagerduo, links Niklaus Kraft, Posaunist, mit Kollkege Lukas Tribelhorn, Klarinette.

Witziges und freches Ansagerduo, links Niklaus Kraft, Posaunist, mit Kollkege Lukas Tribelhorn, Klarinette.

<br>Die zwei jungen Männer bereicherten das Programm mit ihren lustigen Anekdoten und Frotzeleien.

Die zwei jungen Männer bereicherten das Programm mit ihren lustigen Anekdoten und Frotzeleien.

<br>Christoph Hunziker führte ruhig und bestimmt durchs Programm...

Christoph Hunziker führte ruhig und bestimmt durchs Programm...

<br>...und hatte seine Jugendlichen stets im Auge.

...und hatte seine Jugendlichen stets im Auge.

<br>Für einmal gehörte die ganze Bühne nur ihnen, den Perkussionisten. Ihr Stück hiess SYNERGY, dirigiert von Patrik Wittweiler...

Für einmal gehörte die ganze Bühne nur ihnen, den Perkussionisten. Ihr Stück hiess SYNERGY, dirigiert von Patrik Wittweiler...

<br>...welcher aber auch selber die Schlegel schwingen wollte.

...welcher aber auch selber die Schlegel schwingen wollte.

<br>Laut Präsident Erismann ist Nicole Stobrawe  die Person, "die bleibt, wenn alle Andern gehen". Ihr inneres Feuer für die Musik und die kleinen Spielerinnen und Spieler scheint ungebrochen zu sein.

Laut Präsident Erismann ist Nicole Stobrawe die Person, "die bleibt, wenn alle Andern gehen". Ihr inneres Feuer für die Musik und die kleinen Spielerinnen und Spieler scheint ungebrochen zu sein.

<br>Diesmal treten acht junge Frauen und Männer aus der Jugendmusik aus und widmen sich anderen Lebensbereichen.

Diesmal treten acht junge Frauen und Männer aus der Jugendmusik aus und widmen sich anderen Lebensbereichen.