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Wil: 21.01.2016
"Welche Altstadt wollen die Städter? Brennende Fragen suchen eine Antwort.
"Welche Altstadt wollen die Städter? Brennende Fragen suchen eine Antwort.

Sie stellten Ideen vor, wie es andernorts aussieht, um Ideen für die eigene Altstadt keimen zu lassen.
Sie stellten Ideen vor, wie es andernorts aussieht, um Ideen für die eigene Altstadt keimen zu lassen.

Wege suchen für neues Leben in die Altstadt
Im neuen Altstadtleitbild wird auch die Ausgestaltung angrenzender Gebiete wichtig genommen.
Niklaus Jung
Die Überarbeitung des Altstadtleitbildes aus dem Jahr 1998 soll gleichzeitig Impulse aufnehmen bezüglich Nutzung und Belebung durch den Publikumsverkehr. Nach der Überarbeitung durch Arbeitsgruppen waren am Dienstagabend alle Interessierten aus der Stadt zu einem Forum in den Stadtsaal geladen, um zu brennenden Fragen Stellung zu nehmen. Herausragende Akzente wurden gesetzt wie "Keine Reduktion der Parkplätze" und "Bau oder Nicht-Bau der Grünaustrasse" hat Einfluss auf die Ausgestaltung.

Stadtrat Marcus Zunzer informierte eingangs über die Notwendigkeit der Überarbeitung aus dem Stadtleitbild. Nach der Neufassung durch die Begleitgruppen wolle der Stadtrat auch von der Öffentlichkeit Impulse aufnehmen. Es gelte Betroffene einzubeziehen und mit ihnen Zielkonflikte zu diskutieren. Die Grundlagenerarbeitung müsse immer auch mit Blick auf die Finanzen und die Ressourcen laufen.

Perimeter Altstadt erweitert
Stadtplaner René Häfeli informierte über die Erweiterung des Perimeters der Altstadt um die Gebiete Untere- und Obere Vorstadt. Die Überlegungen hätten auch angrenzende Gebiete wie den Stadtweier einbezogen. Acht Begleitgruppen haben acht Themenfelder bearbeitet. Die Resultate wurden sodann an die Steuerungsgruppe weitergeleitet.

Zahlreich sind die eingesetzten Personen zur Bearbeitung der Neufassung des Altsdtadtleitbildes. Sechs Personen nahmen Einsitz in der Steuerungsgruppe, vier Personen in der Projektleitung und weitere 13 Personen in der fachlichen Begleitgruppe. Im Forum im Stadtsaal hatten die Anwesenden die Möglichkeit zu Fragen aus drei Themenfeldern Stellung zu beziehen.

Unterschiede im Umgang mit dem Wandel
Für Einblicke in Altstadtgestaltungen anderer Orte sorgte die Präsentation von Urs Brülisauer vom Netzwerk Altstadt, Mitverfasser der Stadtanalyse. Am Anfang seiner Ausführungen stellte Brülisauer fest, dass eigentlich in den Altstadtsiedlungen aller Orte ein Wandel im Gange sei. Sie unterscheiden sich nur im Umgang mit dem Wandel.

Brülisauer stellte die Entwicklung und Situationen von Alstadtentwicklungen kleinerer und grösserer Orte vor. Dabei kam zum Ausdruck, dass es keineswegs die Regel ist, dass in der Altstadt keine Autos mehr fahren, zumeist aber mit Einschränkung der Geschwindigkeit. Auch bei der Ausgestaltung werden verschiedenste Ausprägungen angewendet, jedoch an die vorhandene Situation angepasst.

Was ist gut - was fehlt
Zur nachfolgenden Detailbesprechung im Publikum erhielten die Anwesenden Fragestellungen zu den drei Handlungsfeldern Wohn- und Geschäftsnutzung, Verkehrsregime und Öffentlicher Grund. Jeder Teilnehmer hatte Gelegenheit die eigene Sicht einzubringen und die Fragen zu benoten, zustimmend oder ablehnend.

Zu Wohn- und Geschäftsnutzung wurde klar für die Erhaltung der Bausubstanz geantwortet. Nutzungen wohnverträglich halten erhielt weniger Zustimmung. Noch weniger Zustimmung ergab sich für Durchsetzung der aktuellen Güterumschlagszeiten. Zustimmung erhielt die finanzielle Unterstützung der Stadt für nichtkommerzielle Aktivitäten der Altstadtvereinigung.

Schlechte Noten gab es zu den Feststellungen beim Verkehrsregime. Die Aufhebung von Parkplätzen in der Altstadt darf kein Thema werden. Auch Velofahren in der Alstadt ist kein Thema, wie auch die Erweiterung von Veloabstellplätzen. Die Tonhallenstrasse mit Tempo 30 einzurichten fand Ablehnung mit Blick ohne Realisierung der Grünaustrasse. Mit Grünaustrasse erhielt Tempo 30 auf der Tonhallenstrasse höhere Zustimmung.

Beim Themenfeld "Öffentlicher Grund" erhielten die Aufwertung Rosen- und Bärenplatz Zustimmung. Der Kirchplatz soll soweit als multifunktionale Fläche erhalten bleiben.

Zu einzelnen Punkten erfolgten bei der Präsentation noch verschiedene Konkretisierungen durch Anwesende, wie die Altstadt aussehen könnte.

Sich mit den Vorteilen aus dem Bau der Grünaustrasse befassen
Die aktuell laufende Ablehnung zum Bau der Grünaustrasse hat aus Erkenntnissen im Zusammenhang mit dem Altstadtleitbild durchaus Korrekturbedarf, weil der Bau zahlreiche Vorteile mit sich bringt. Es geht nicht allein um eine neue Strasse, sondern auch um wichtige Verbesserungen im Stadtzentrum, wenn die Grünaustrasse insbesondere den Schwerverkehr aufnehmen kann.

- Die Tonhallenstrasse könnte problemlos in eine 30er-Zone umgewandelt werden.
- Es ergäbe sich nicht nur eine Entlastung der Rudenzburgkreuzung, sondern der ganzen Toggenburgerstrasse.
- Für die angrenzenden Schulen könnte mehr Sicherheit geschaffen werden.
- Die Schadstoffbelastung und Erschütterungen durch 40-Tönner-Fahrzeuge sind der Bausubstanz der Altstadtbauten nicht zuträglich.
nj

Stadtrat Marcus Zunzer, Departement Bau, Umwelt, Verkehr: "Der Stadtrat kann nicht von sich aus Probleme lösen, Betroffene sollen einbezogen werden".
Stadtrat Marcus Zunzer, Departement Bau, Umwelt, Verkehr: "Der Stadtrat kann nicht von sich aus Probleme lösen, Betroffene sollen einbezogen werden".

Der Altstadt-Perimeter wurde um die Graben- und Tonhallenstrasse erweitert.
Der Altstadt-Perimeter wurde um die Graben- und Tonhallenstrasse erweitert.

Urs Brülisauer, Mitverfasser der Stadtanalyse vom Netzwerk Altstadt stellte mehrere Altstädte aus der ganzen Schweiz in ihrer Prägung vor.
Urs Brülisauer, Mitverfasser der Stadtanalyse vom Netzwerk Altstadt stellte mehrere Altstädte aus der ganzen Schweiz in ihrer Prägung vor.

Stadtplaner René Häfeli informierte über die acht Begleitgruppen, welche acht Themenfelder bearbeiteten.
Stadtplaner René Häfeli informierte über die acht Begleitgruppen, welche acht Themenfelder bearbeiteten.

Als externer Berater moderierte der Wilener Schulpräsident Armin Blöchlinger die Workshops mit den rund 45 anwesenden Personen.
Als externer Berater moderierte der Wilener Schulpräsident Armin Blöchlinger die Workshops mit den rund 45 anwesenden Personen.

In Gruppen wurden die drei Themenfelder, Wohn und Geschäftsnutzung, Verkehrsregime und Öffentlicher Grund besprochen und auch benotet.
In Gruppen wurden die drei Themenfelder, Wohn und Geschäftsnutzung, Verkehrsregime und Öffentlicher Grund besprochen und auch benotet.

Simon Lumpert, Präsident der IG-Altstadt, verfolgt die Entwicklung mit besonderem Interesse.
Simon Lumpert, Präsident der IG-Altstadt, verfolgt die Entwicklung mit besonderem Interesse.

Bigi Amstutz wird bald für neues Leben in der Altstadt sorgen. Am 26. März eröffnet sie in den Räumen von Pic Fein ein Altstadt-Café.
Bigi Amstutz wird bald für neues Leben in der Altstadt sorgen. Am 26. März eröffnet sie in den Räumen von Pic Fein ein Altstadt-Café.

Als bekannter Stadtplaner unter den Anwesenden, Josef Leo Benz (links).
Als bekannter Stadtplaner unter den Anwesenden, Josef Leo Benz (links).

Ruedi Schär, Präsident von Wil Tourismus, verfolgt mit Interesse die Belebung der Altstadt (mitte).
Ruedi Schär, Präsident von Wil Tourismus, verfolgt mit Interesse die Belebung der Altstadt (mitte).

Unter den Interessierten waren keineswegs alle auch Altstadtbewohner.
Unter den Interessierten waren keineswegs alle auch Altstadtbewohner.

Kath. Wil als Besitzer der Altstadtbeiz "Falkenburg". VR-Präsident der Kirchgemeinde Jürg Grämiger unter den Anwesenden (hinten im Bild).
Kath. Wil als Besitzer der Altstadtbeiz "Falkenburg". VR-Präsident der Kirchgemeinde Jürg Grämiger unter den Anwesenden (hinten im Bild).